Bach: Frage zu Cello Transkriptionen

simon82
Beiträge: 39
Registriert: Fr 10.Feb 2006, 0:26

Bach: Frage zu Cello Transkriptionen

Beitrag von simon82 » Do 23.Feb 2006, 23:19

Hallo ,

Was ich eigentlich schon immer wissen wollte:

Ich habe schon öfter Stücke der Suiten für Violoncello auf Gitarre gehört in denen die Unterstimme/ Basstöne meines wissens von Bach so nicht komponiert worden sind.
In meiner Bearbeitung (Edition Reichenberger "....nach dem Urtext eingerichtet..." ) jedenfalls sind die Stücke fast durchweg "einstimmig" (natürlich latent mehrstimmig), was mich eigentlich ärgert, weil es für Gitarre eigentlich schon ein bißchen dünn klingt.

Meine Frage: Ist man hier man hier dem Beispiel Bachs (oder Leuten aus seinem engeren Umfeld) gefolgt bei den Bearbeitungen von Violine-Laute/Cello-Laute, oder haben skrupellose :twisted: Menschen einfach nach Gutdünken einige Töne hinzugefügt?

Welche "mehrstimmige" Ausgabe würdet ihr mir empfehlen. Ich meine, da gibt es ja auch Unterschiede in den Tonarten.
Gibts nicht geht nicht

larypeter
Beiträge: 45
Registriert: Di 30.Aug 2005, 19:27
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von larypeter » Fr 24.Feb 2006, 0:02

Hallo simon82,

ich kenne das Problem von den Violin-Werken von Bach. Dort ist es für mich immernoch die Entscheidung der ersten Wahl die originalen Violinpartituren zu benutzen und keine veränderten Bearbeitungen. Die Gitarre klingt auch einstimmig nicht zu dünn, wenn man jeden einzelnen Ton bewußt und klanglich genau und gut anschlägt. Ein gutes Beispiel für meine Argumentation sind die Einspielungen von Caledonio Romero von BWV 1004, die sich genau an die originalen (Urtextausgaben) halten. Das ist für mich die Referenzaufnahme schlechthin. Dazukomponierte Töne bei Werken von z.B. Bach sind für mich eher ein Frevel.


larypeter

Brink
Beiträge: 22
Registriert: Mi 08.Feb 2006, 2:34
Wohnort: München

Beitrag von Brink » Fr 24.Feb 2006, 1:32

Hallo Simon82!

Du hast absolut recht. Ich hab mir neulich eine Transkription der Cello-Suite in D-Dur angeschaut, die ich schon lange spielen will. Anfangs war ich auch sehr begeistert, weil der Autor wirklich tolle Fingersätze reingeschrieben hat, aber schon im Mittelteil des Preludes fielen mir dazugedichtete, bzw. weggelassene Basstöne auf. Vorallem das weglassen von Tönen ist mir schleierhaft. Es ist doch auf der Gitarre deutlich einfacher über eine Melodiestimme auch eine Bassstimme zu spielen, als auf dem Cello...

Grüsse, Jan

simon82
Beiträge: 39
Registriert: Fr 10.Feb 2006, 0:26

Beitrag von simon82 » Fr 24.Feb 2006, 2:01

Unter der Rubrik Partiturensuche gibts übrigens auch Bearbeitungen von Segovia (von Cello Musik)
Gibts nicht geht nicht

lautenist
Beiträge: 252
Registriert: Mo 14.Nov 2005, 17:39
Wohnort: CH-Aadorf

Beitrag von lautenist » Fr 24.Feb 2006, 10:25

Lautenversionen finden sich auf meiner Homepage :-)
http://www.lautenist.de

Beste Grüsse vom
Lautenisten