Ich melde mich auch mal wieder ...

lucas
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Ich melde mich auch mal wieder ...

Beitrag von lucas » Mo 13.Mär 2006, 20:48

Hallo liebe Kollegen,

leider laboriere ich zur Zeit an einer Sehnenentzündung im linken Arm herum und muß zwangsläufig mal etwas pausieren.

Was mir aber Zeit gibt mich mal etwas mit der Suche nach geeigneten Partituren zu begeben, um mein Repertoire zu erweitern.

Aber eigentlich hätte ich mal zwei Fragen an euch:

1. Wie ist eigentlich die "ideale" Saitenlage für eine Konzertgitarre ?

Wenn ich meine Folkgitarre mit meiner Klassikgitarre vergleiche fällt mir auf, daß die Folk eine wesentlich niedrigere Lage hat als die meiner Klassischen.
Gibt es da ein "Idealmaß" ?

2. Ich bin zur Zeit auf dem "Carcassi-Trip"; was haltet Ihr von dem ?
Meiner Meinung nach hat er sehr schöne Stücke verfaßt, einfach und doch schön in der Melodie. Oder stehe ich da "auf verlorenem Posten" ?

Leider muß ich jetzt aufhören; das einhändige Tippen ist nicht sehr angenehm ...

Viele Grüße

Dietmar

Intro
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Beitrag von Intro » Mo 13.Mär 2006, 22:08

Hallo Lucas,
zur idealen Saitenlage kann ich nicht viel sagen, denn da bin ich wirklich Laie.
Zur Carcassi weiß ich schon mehr.
Mein erster intensiver Kontak zu Klassik ging über Werke von ihm.

Präludium in C-Dur, Präludium in E-Moll, Präludium in D-Dur, Walzer in C-Dur, Andantino Grazioso. Diese Stück hat mir als Übungstücke ein Lehrer ans Herz gelegt.
Sie haben mich bis Heute begleitet. Und mittlerweile traue ich mich an Stück von Level 4 auf unserer Skala im Forum.

Ich bin froh, die Stücke gelernt zu haben denn ich spiele sie auch heute noch gerne.
Also trau Dich rann.
Herzlichen Gruß
Walter G
Walter, Münchner, spielt gerne Gitarre

lucas
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Beitrag von lucas » Di 14.Mär 2006, 15:00

Hallo Walter,

danke für deine Antwort. Die ersten 4 Stücke habe ich schon halbwegs drauf und arbeite jetzt am "Feinschliff". Deswegen auch meine Frage nach der Saitenlage:

Die Saiten meiner Gitarre liegen meiner Meinung sehr hoch, so daß beim Niederdrücken sehr oft die Nachbarsaiten an meinen Findern anschlagen und schnarren.

Vielleicht kannst du mir ja mal mitteilen wie hoch die Saiten deiner Gitarre am 12. Bund über dem Griffbrett liegen ? Könnte ja schlichtweg sein daß meine Gitarre nicht gerade die Beste ist.

Schöne Grüße nach Bayern aus dem Saarland !

Dietmar

coolman
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Beitrag von coolman » Di 14.Mär 2006, 16:16

Hallo Lucas!

Nun, ich würde sagen, je tiefer je besser! Wenn die Saiten tiefer liegen, dann tust du dir beim Greifen leichter, Barre ist nicht so anstrengend, usw. Es hat auch was mit der Geschwindigkeit zu tun, denn je weniger Weg desto weniger Zeit vergeht bis der Ton steht.
Begrenzt wird das Ganze hauptsächlich durch den Klang. Dh. du kannst die Saiten nicht beliebig tief legen, denn dann fängt die Gitarre zu "schnarren" an und ist, wie man sagt, nicht mehr Bundrein.

Bezüglich Carcassi ist das aus meiner Sicht so, dass er zwar einige sehr schöne Stücke geschrieben hat, aber ich denke mit den Vielschreibern wie Sor oder Bach kann man ihn nicht vergleichen. Das ist aber, wie gesagt, reine Geschmacksache und nur individuell meine Meinung.

lg
coolman
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Benjamin
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Beitrag von Benjamin » Di 14.Mär 2006, 16:21

Bei mir ist der Saitenabstand über dem 12. Bund ca 5.7 Millimeter =)
Gitarren:
- Hanika 59 PF
- Nicolaus Wollf - Fichte - Sandwich

coolman
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Beitrag von coolman » Di 14.Mär 2006, 18:11

Hallo Benjamin!

Mit 5,7mm bist du eh schon am unteren Limit. Das ist eigentlich eher die Domäne der Flamenco-Gitarren. Bei den klassik Gitarren sind es meistens um die 10mm am 12. Bund.

lg
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Intro
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Beitrag von Intro » Di 14.Mär 2006, 18:41

Hallo Lucas,
ich habe gerade meine Gitarre vermessen und beim 12. Bund bei 5,2 mm gelandet.

Ich habe aber keine ausgesprochene Flamenco-Gitarre, ist aber nagelneu das gute Stück.

Herzlichen Gruß
Walter G.
Walter, Münchner, spielt gerne Gitarre

Johannes
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Beitrag von Johannes » Di 14.Mär 2006, 20:27

Hallo Leute,

ich bin gerade mal messen gegangen.
An meinem "guten" Stück ist der Abstand zwischen Oberkante 12. Bund und Unterkante Saite ca. 5 mm - und ich habe immer gedacht, das ist schon ziemlich hoch, denn ich habe noch andere, bei denen liegt es so bei ca. 4 mm.
Was die ideale Höhe ist, kommt natürlich auch auf die Bauweise des Halses an.

Gruß
Johannes

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Di 14.Mär 2006, 22:40

Hallo Lucas,

wenn Dir die Saitenlage zu hoch ist, kannst Du das recht einfach ändern, indem Du den Steg herausnimmst, und mit einem planliegenden Schmirgelpapier (80-120er Körnung) die Unterseite abschmirgelst, so lange, bis Du die richtige Höhe erreicht hast.

Selbst wenn Du die Stegeinlage versauen solltest, ist das kein Drama, die bekommt man nach. Wenn Du einen Kunststoffsteg drin hast, würde ich Dir eh empfehlen, ihn durch einen Knochensteg zu ersetzen (bessere Schwingungsübertragung).

Allerdings wird die Gitarre (minimal) leiser, wenn Du die Saitenlage erniedrigst.

Erzähl doch noch was von Deiner Sehnengschichte - würde mich sehr interessieren, wieso Du das hast. Ist es vom Gitarrespielen?

telefon
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Beitrag von telefon » Mi 15.Mär 2006, 11:57

hallo Lucas,

bei meiner yairi beträgt die saitenlage jetzt ca. 4,5 mm (abstand, gemessen von der mitte der saite, 12ter bund). das was Schnecke (hallo Schnecke) gesagt hat, war ein guter tip. ich bin bin dabei wiefolgt vorgegangen:
zuerst hab ich die saiten ohne stegeinlage aufgezogen (wenn du harte saiten verwendest, nicht zu fest aufspannen). wenn es jetzt nicht scheppert oder schnarrt (was bei der yairi der fall war) bist du fein raus. dann hab ich mir ne linie gezeichnet und die stegeinlage von der untersaite bis dahin so plan wie möglich abgefeilt (im schraubstock natürlich). um die sache wieder richtig plan zu kriegen, hab ich dann die einlage nochmal mit schleifpapier über ner planen öberfläche bearbeitet.

bei meiner elektroalustik gitarre misst die saitenlage übrigens von hause aus nur 3,7 mm. hier müsste ich die stegeinlage durch eine höre ersetzen, denn es scheppert manchmal ein wenig.

gruß
telefon

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Beitrag von es335 » Mi 15.Mär 2006, 18:03

Schnecke hat geschrieben:Allerdings wird die Gitarre (minimal) leiser, wenn Du die Saitenlage erniedrigst.
Nicht nur die Lautstärke verändert sich, sondern auch der Klang! Durch den erhöht den Druck auf den Steg bei hoher Saitenlage wird der Ton obertonreicher, aber auch etwas "härter".

Beim Wechsel der Saitenstärke/-spannung hingegen kann es durchaus angebracht sein, die Steghöhe zu variieren. Da Saiten hoher Spannung eine geringere Neigung zum "Scheppern" haben, ist eine niedrigere Stegeinlage möglich und kann für eine bessere Bespielbarkeit auch sinnvoll sein. Bei meiner Alhambra hatte ich z.B. drei unterschiedlich hohe Stegeinlagen für Saiten mit normaler, mittlerer und hoher Spannung.
Die Knochenrohlinge, die ich wie Schnecke in jedem Fall vorziehen würde, kosten nur wenige EURONEN und riechen beim Befeilen auch noch schön "seifig"! :wink:

Gruß
es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

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Vielen Dank für eure rege Beteiligung

Beitrag von lucas » Mi 15.Mär 2006, 20:08

Hallo liebe Freunde,

danke für die vielen Beiträge.

Nachdem ich die Maßangaben hier gelesen habe muss ich sagen daß das Maß bei meiner Gitarre wohl im Rahmen liegt. Trotzdem werde ich eure Tips mal ausprobieren und mit Steghöhe und Saiten mit stärkerer Spannung experimentieren.

Mein Sehnenscheidenentzündung hat übrigens nichts mit der Gitarre zu tun. Woher genau das Ganze kommt kann ich auch nur vermuten; wahrscheinlich ist der Hauptgrund die ungewohnte Arbeit mit einer Motorsäge. Ich mußte einen alten Baumbestand fällen und zerkleinern. Man ist halt nichts mehr gewohnt ...

Viele Grüße an alle

Dietmar Lucas

Johannes
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Beitrag von Johannes » Do 16.Mär 2006, 16:56

Hallo Lucas,

zu Carcassi:
ich habe mal irgendwo gelesen, wo weiß ich leider nicht mehr, dass Carcassi in Hinsicht auf die Qualität seiner Kompositionen nicht mit beispielsweise Sor oder Giuliani zu vergleichen sei, aber (ich zitiere aus dem Gedächtnis), „dass es doch eine Schande sei, dass seine „Variationen über ein französisches Lied op 7“ (Au clair de la lune) nirgendwo mehr gespielt würden. Vielleicht findet sich jetzt ja wieder einer …
Seine Gitarrenschule und die Etüden op 60 gehören allerdings immer noch zum allseits gelobten „Standardprogramm“ (auch hier in der Noten-Abteilung).


Gute Besserung auch!
Johannes

Intro
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Beitrag von Intro » Fr 17.Mär 2006, 8:48

Johannes hat geschrieben:
zu Carcassi:
(ich zitiere aus dem Gedächtnis), „dass es doch eine Schande sei, dass seine „Variationen über ein französisches Lied op 7“ (Au clair de la lune) nirgendwo mehr gespielt würden. Vielleicht findet sich jetzt ja wieder einer …

Servus Johannes,
es ist wirklich eine Schande, denn die Stücke sind wirklich sehr schön anzuhören und zu spielen.
Ich habe zwei Stücke von Ihm vor einem Jahr einstudiert, unter anderem das von Dir angeführte Lied aus op 7. Aber nie zur Aufführreife gebracht.
(Zeitmangel)
Nun habe ich es wieder hervorgekramt. Vielleicht klappte es jetzt mit der Aufführreife.

Wennja dann werde ich es Posten.
Wäre allerdings froh wenn auch andere Gitarristen eine Probe ins Forum stellen würden.

HerzlichenGruß
Walter G.
Walter, Münchner, spielt gerne Gitarre

jahro
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Beitrag von jahro » Fr 17.Mär 2006, 12:42

Hallo Lucas,

ich wünsche Dir auf alle Fälle auch
eine gute Besserung.

Ich habe selbst schon eine Sehnenentzündung hinter mir.
Lass Dir Zeit, um Dich richtig zu erholen.

Also bis dann
jahro