grosse Hände

arne
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grosse Hände

Beitrag von arne » Mo 24.Apr 2006, 22:32

Wer weis ob Barios grosse Hände hatte? Stellenweise muss die linke Hand extrem gestreckt werden. Arne.

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Mo 24.Apr 2006, 22:40

Hallo Arne,

cornwallfan ist hier im Forum sehr belesen in Sachen Barrios, sicher kann er dazu was beitragen. Die größten Spreizgriffe kenne ich allerdings von den Albeniz-Transkriptionen, Barrios zeichnet sich eigentlich durch unnachahmbare Kombinationen hinsichtlich Tempo aus, weniger durch Streck-Akrobatik.

Gustaw

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Mo 24.Apr 2006, 23:19

Hallo Arne,

dass Barrios eine ausgesprochene Spreizfähigkeit der linken Hand hatte, beweisen ja eindrucksvoll seine historischen Aufnahmen; er war ja in der Lage, seine eigenen Stücke in einem z.T. höllischen Tempo zu spielen.
Raymond Burley gibt im Vorwort seiner Barrios-Bearbeitung (18 Concert Pieces, Schott) folgenden Hinweis: "....es muß jedoch darauf hingewiesen werden, dass einige Stücke, wie zum Beispiel Mazurka Apasionata und Choro da Saudade, eine so große Spannweite der linken Hand voraussetzen, wie man sie nur selten im Standardrepertoire der Gitarrenliteratur antrifft."
Einen schriftlichen Hinweis darauf, dass er sehr große Hände hatte, habe ich allerdings nirgends gefunden. Beim Betrachten von Fotos, in denen Barrios Gitarre spielt, scheinen mir seine Hände allerdings überdurchschnittlich groß zu sein. Ich selbst habe recht große Hände mit langen Fingern, aber wenn ich einen Akkord greife, sieht meine Hand wesentlich kleiner aus.
Kein Wunder, dass ich mich bei Barrios-Stücken so schwer tue.... :wink:
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

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Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Di 25.Apr 2006, 15:10

Ihr kennt nicht das Geheimnis von Barrios?

Bild

vG Bernhard

arne
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Beitrag von arne » Di 25.Apr 2006, 21:59

Hallo andreas, bernhard,
vielen dank für die aufklärung, habe ich mir doch gedacht dass da irgendetwas mit Barios Händen sein muss. Nicht in allen seinen stücken, aber doch in einigen muss ich meine linke Hand ständig liecht überdehenen.

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Di 25.Apr 2006, 22:30

Bernhard hat geschrieben:Ihr kennt nicht das Geheimnis von Barrios?
:shock: Kaum zu glauben ... er rauchte Wasserpfeife ... kein Wunder ... 8)

Geschockt: Gustaw

StefanR.
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Beitrag von StefanR. » Di 25.Apr 2006, 23:06

ich glaube nciht das barrios überduchschnittlich große hände hatte, denn das macht keine geschwindigkeit.

wusstet ihr, dass Barrios für segovia geschrieben hat und ihm immer gesagt hat was für ein fan er von disem sei?
Segovia spielte barrios's stück auf konzerten und war begeistert, als er jedoch barrios hörte hat er nie wieder ein stück von ihm gespielt :lol: :lol:

Ich weis nicht ob das jetzt 100 pro stimmt aber sich zu 95 :D

jahro
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Beitrag von jahro » Di 25.Apr 2006, 23:58

Hallo Bernhard,

also ich bin ensetzt von deiner These ;-).
Das mit der Wasserpfeife würde mich aber auch interresieren 8).

@StefanR
Das Segovia Stück von Barrios gespielt habe soll bezweifle ich.
Davon habe ich noch nie etwas gehört.

Ich besitzte etliche Segovia-Platten und CDs und auch beide
DvD aber von Barrios ist da nie die Rede.

Gibt es für diese These eine Quelle?
Das würde mich wirklich interessieren.

Viele Grüsse
jahro

Caspar
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Beitrag von Caspar » Mi 26.Apr 2006, 0:13

Hallo, ich denke,
die Sache mit Barrios und Segovia lief etwas anders.
Segovia hat nie öffentlich Werke von Barrios gespielt, und auch seinen
Studenten hat er ,laut John williams ,immer gesagt, sie sollten keine Werke von Barrios spielen, er sei"not a good composer for the guitar"
Sie haben sich zwar im oktober 1921 in Buenos Aires getroffen und Barrios hat ganz enthusiastisch über ihre Zusammenkunft in einem Brief geschrieben.Demnach wollte Segovia sogar eine kopie von "la catedral" haben und in seinen Konzerten spielen. Diese Nettigkeit Barrios gegenüber war aber nur gespielt.
Segovia war grade dabei die konzertbühnen der Welt zu erobern und duldete zu seiner Zeit keinen Nebenbuhler, einen,der vielleicht sogar besser spielen konnten als er und so hat er nie Barrios Musik gespielt.

Mehr infos dazu in der barriosbiografie
"Six siver moonbeams" von R.Stover

Gruß
caspar

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Mi 26.Apr 2006, 1:05

Caspar hat geschrieben:Segovia hat nie öffentlich Werke von Barrios gespielt, und auch seinen Studenten hat er ,laut John williams ,immer gesagt, sie sollten keine Werke von Barrios spielen, er sei"not a good composer for the guitar"
Danke, Caspar, das habe ich auch so gelesen. Wie schön, dass Barrios trotzdem posthum die Ehre zuteil wurde, ausgerechnet vom Segovia-Schüler John Williams als größter Komponist für die Gitarre bezeichnet zu werden.

@bernhard: na jetzt wird mir alles klar. Nachdem ich mir deine Linke angeguckt habe (das bist du doch, oder :wink: ) wird mir deine enorme Geschwindigkeit erklärbarer :shock:

@stefanr. : du hast natürlich recht, - große Hände machen keine Geschwindigkeit (ich muß es ja wissen :wink: ). Dennoch wirken Barrios´Hände, wie gesagt, auf Fotos sehr groß. Für mich erstaunlich, dass er neben den großen Spreizungen auch filigranste Sachen beherrschte. Mit solchen "Bratpfannen" wird das Griffbrett z.B. bei "La Cathedral (gerade im ersten Satz) ganz schön eng, oder?

@gustaw: dass Barrios Kettenraucher war, ist überliefert. (Ich weiß aber nicht, ob er Ketten-Wasserpfeife rauchte.) Hat der deshalb zeitweise so schnell gespielt auf seinen historischen Aufnahmen, weil er sich flott wieder eine anzünden wollte, der Nikotinknecht?

*** jahro : deine Vermutung stimmt sicherlich. Die Begründung liefert
Carsten ja in seinem Verweis auf Stovers Buch.

Also Arne, vielen Dank: da hast du ja einen interessanten Threat gestartet
:delcamp_fiesta:

Viele Grüße,
CWF

PS: ...muß gerade mal Gustaw korrigieren: ich bin eher nicht sooo belesen zum Thema Barrios :cry: Aber diese wunderbare Geschichte zur Entstehung von "Una limosna..." kenne ich natürlich, und glaube auch jedes Wort....aber ich guck ja auch gerne Rosamunde Pilcher... :wink:

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Beitrag von jahro » Mi 26.Apr 2006, 10:56

Hallo Caspar,

viele Dank für deine Ausführungen.
Das deckt sich auch mit meinem Kenntnisstand.

Aber wie CWF schon sagte, gut, dass dieser Beitrag wieder
zusätzliche Erkenntnisse gebracht hat.

Gerade das macht für mich persönlich das Forum so
interessant. :delcamp_fiesta:

Viele Grüsse
jahro

StefanR.
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Beitrag von StefanR. » Mi 26.Apr 2006, 15:44

danke für die verbesserung, aber genau das wollte ich sagen, segovia war blass vor neid :lol:

lautenist
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Beitrag von lautenist » Mi 26.Apr 2006, 16:31

StefanR. hat geschrieben:barrios's stück
Schau Dir das mal an :-)
http://www.spohn-online.de/kapostrophen.htm

Ein kapostrophischer
Lautenist
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes)

StefanR.
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Beitrag von StefanR. » Mi 26.Apr 2006, 17:40

ich kann das halt nicht so gut :roll: :lol:

jahro
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Beitrag von jahro » Mi 26.Apr 2006, 19:01

Hallo StefanR.,

also blass vor Neid gibt's vielleicht beim Kindergeburtstag.
Ich finde deine Theorie wirklich nicht angebracht.

Oder warst Du beim Treffen dabei.
Beide Künstler haben der Gitarrenwelt viel gegeben.
Das zählt. Alles andere ist meines Erhachtes wirklich nicht
wichtig.

Gruss
jahro