Keiner kennt klassische Gitarre - Schlechtes Marketing?

dominix
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Beitrag von dominix » Sa 29.Apr 2006, 7:44

Hallo,
schade das die klassische gitarre anscheinend "nur" fachid''''ten vorbehalten
ist. wer kennt das denn von der heutigen jugend? vielleicht eine kleine immer dünner werdernde elite?das ist ein weiterer fehler schlechten marketings und der versuch "kultur" zu vermarkten.hmm da war andres segovia schon ganz anders drauf oder eliot fisk.die verstehen halt was von business.das was da abläuft ist kulturmord.was ich meine es kennt keine sau......dabei ist es soooo schön.what to do?

jahro
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Beitrag von jahro » Sa 29.Apr 2006, 9:49

Hallo dominix,

lass uns doch etwas an deinen Gedanken zu diesem Beitrag
teilhaben.
Was hat deine Aussage (egal ob man sie ableht oder zustimmt)
mit diesem Beitrag zu tun?

Erzähl doch mal.
Und wenn Du schon dabei bist, kannst Du dich ja kurz mal vorstellen.
Das gehört hier zum guten Ton.

Also bis dann
jahro

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Sa 29.Apr 2006, 11:02

Hallo Dominix,

normalerweise würde ich so einen Beitrag als klassische Themaverfehlung (er stand hier) aus dem Verkehr ziehen. Darüber hinaus erkenne ich in deiner Forumulierung nicht viel Greifbares, es ist eher eine Sammlung diffuser Kritikpunkte. z.T. auch widersprüchlich.

Dass ich den Thread nun doch am Leben lasse (sogar dort, wo die anderen Mitglieder ihn finden können), liegt an unserer Bereitschaft, gerade als klassische Gitarristen uns dem Thema zu stellen. Mal sehen, was die Diskussion ergibt.

Da du uns ja offensichtlich für Fachidioten hältst, sei dir bitte bewusst, dass dies auch für andere Musiker, die sich für eine spezielle Richtung interessieren, gilt. Insofern sind wir natürlich eine geschlossene Gesellschaft, es ist uns durchaus bewusst, dass unser Thema keine große Plattforum in der Öffentlichkeit beanspruchen kann. So gesehen sind wir auch ganz froh, dass diese Musik nicht professionell vermarktet wird, das erhält ihren Wert. Entweder die Menschen finden zu dieser Musik und lernen sie schätzen, oder eben nicht.

So, dies wäre also der Versuch, deine fast verunglückte Premiere hier noch so darzustellen, dass wir Fachidioten damit was anfangen können. Sicher wirst du dich noch angemessen an der Diskussion beteiligen, oder?

Gustaw

saitenkiller
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Beitrag von saitenkiller » Sa 29.Apr 2006, 12:14

dominix hat geschrieben:Hallo,
schade das die klassische gitarre anscheinend "nur" fachid''''ten vorbehalten
ist. wer kennt das denn von der heutigen jugend? vielleicht eine kleine immer dünner werdernde elite?das ist ein weiterer fehler schlechten marketings und der versuch "kultur" zu vermarkten.hmm da war andres segovia schon ganz anders drauf oder eliot fisk.die verstehen halt was von business.das was da abläuft ist kulturmord.was ich meine es kennt keine sau......dabei ist es soooo schön.what to do?
Hallo dominix,

herzlich willkommen.

Weißt Du, was ich glaube: Dein Schreiben ist Kulturm...., jedenfalls was die Sprache und Schrift betrifft.

Gruß Elmar

Pierre
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Beitrag von Pierre » Sa 29.Apr 2006, 13:06

bei diesem interessanten ansatz muss ich gleich mal mit einsteigen..
das einzige was ich aus deinem schönen text entnehmen konnte ist wohl, dass du dich beschwerst, dass die jugend viel zu wenig mit der klassischen gitarre in kontakt kommt

dazu kann ich nur sagen, dass es nicht ganz so schlimm ist wie du denkst
ich gehe hier in berlin auf eine musikschule und kenne viele in meinem alter und auch jüngere (ich bin 19), die sich sehr gerne mit der klassischen gitarre beschäftigen.. ich glaube du täuscht dich auch ein wenig weil nachkommende musiker heute sich oft nicht mehr auf einen themenbereich beschränken
die klassische gitarre ist bei mir das am stärksten frequentierte(?) instrument, aber ich spiele auch noch in einer metalband und in einer jazzband
irgendwie wohl schwer zu vereinende thematiken, dennoch liebe ich die klassik wie andere musik auch

so das war erstmal mein senf, bin mal gespannt ab da noch eine verständliche antwort kommt
"Die Musik schließt dem Menschen ein unbekanntes Reich auf; eine Welt die nichts gemein hat mit der äußeren Sinneswelt, die ihn umgibt und in der er alle durch Begriffe bestimmbaren Gefühle zurücklässt, um sich dem unbeschreiblichen hinzugeben."

Nitsuga70
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Beitrag von Nitsuga70 » Sa 29.Apr 2006, 16:50

Hallo dominix!

Also als Fachidiot würde ich mich, und sicherlich auch die anderen Mitglieder in diesem Forum, ganz bestimmt nicht bezeichnen. Ich höre z. B., wenn ich nicht gerade Gitarre übe, fast ausschließlich Werke mit anderen Instrumenten (Also z. B. Sonaten od. Konzerte f. Violine, Flöte, Oboe, Cello etc. sowie Symphonien u.a.). Gitarre habe ich dann ja i.d.R. schon genug gehört. Außerdem interessiere ich mich auch für "nichtklassische" Musik wie Pop, Rock, Blues, Ragtime, südamerik. Mus., Chansons, Folklore, ein wenig Jazz u.v.m.
Auch mit der Gitarre spiele ich natürlich auch andere Musikrichtungen, die hier aber nicht eingespielt werden dürfen.

Sicherlich ist die Gitarre als "klassisches Instrument" nicht so bekannt wie z. B. die Geige oder das Klavier. Das liegt u.a. auch daran, dass es sich hier um kein typisches Orchesterinstrument handelt und auch nicht dazu geeignet wäre. Außerdem ist die moderne Gitarre auch lange nicht so alt wie die meisten klassischen Instrumente, und es gibt daher (leider:( ) auch nicht so viele Werke von den alten Meistern. Aber das dürfte Dir eigentlich auch alles bekannt sein.

Das ganze kann aber auch Vorteile haben. Einer davon wurde ja schon erwähnt: Es wird nicht allzu stark verkitscht bzw. im negativen Sinne vermarktet. Ein anderer ist, dass man einige Leute wirklich verblüffen kann, was mit einer guten klassischen Gitarre alles möglich ist, da die meisten keinen Vergleich haben. Spielt man nun z.B. das berühmte Prélude BWV 1006a auf einer Geige denkt man sogleich an professionellere Aufnahmen v. Gidon Kremer od. Anne-Sophie Mutter od. wer auch immer das Werk eingespielt hat. Das soeben Gespielte wird somit oft gleich im Wert heruntergesetzt, da man ja kaum mit den Profis mithalten kann. Dasselbe Werk auf der Gitarre kann sich der mit Abstand größte Teil der Bevölkerung (bzw. der Klassikliebhaber) nun gar nicht vorstellen und ist erstaunt, wie gut es auch damit klingen kann.

Ich freue mich über jede Person, die ich durch mein Gitarrespiel für dieses Instrument interessieren konnte. Besonders, wenn es sich um ganz junge Menschen (Kinder u. Jugendliche) handelt, die nun merken, dass es außer Rap od. Hiphop auch noch andere für sie interessante Musik gibt. Da ich seit letztem Dienstag in einer Einrichtung arbeite (als Gitarren- u. Nachhilfelehrer), die für die Betreuung von Kindern zwischen 10 u. 14 nach der Schule verantwortlich ist, habe ich nun ausreichend die Gelegenheit dazu :guitare: .

Wünsche allen noch ein schönes Wochenende

Frank

Johannes
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Beitrag von Johannes » Sa 29.Apr 2006, 17:57

Hallo, liebe Freundinnen und Freunde,

da hat unser Frischling dominix mit seinem ersten Vierzeiler gleich eine Aufregung verursacht. Vielleicht wollte er das ja. Geht doch nichts über angeregte Unterhaltungen :wink: .
Ich hatte es heute Morgen schon früh gelesen und auch überlegt, ob ich gleich was dazu schreibe. Dann habe ich gedacht: warte mal ab, vielleicht meldet er sich ja nochmal und wird etwas genauer. Denn mit mit seinen vier Zeilen, postiert unter einem Veranstaltungshinweis, kann man so nicht allzu viel anfangen.
Offensichtlich ist, dass er meint, Gitarrenmusik, Konzerte, Künstler/innen etc. müssten besser vermarktet werden. Aber das ist ja nun wirklich kein brandneues Thema (was nicht heißt, dass wir uns darüber nicht auch mal Gedanken machen könnten). Vielleicht spielt er auch nur darauf an, dass man häufig in Gitarrenkonzerten Gitarrist/innen trifft. Nun ja, ist doch schön, wenn man sich am Spiel der anderen erfreuen und zwischendurch ein bisschen fachsimpeln kann …
(Vielleicht hat er sich auch nur geärgert, dass er diese Veranstaltung in Spanien verpennt hat.)
Als Fachidioten braucht sich hier im Forum wohl kaum eine/r bezeichnen lassen (jedenfalls von denen, die aktiv mitschreiben). Da gibt´s eine ganz schöne Bandbreite von Interessen (ich interessiere mich beispielsweise auch sehr für Rotwein und Single Malt).
Da ist mir die liebliche Kennzeichnung „Club der Gitarreverrückten“ doch näher :lol: .
Und zum Schluss: ich freue mich über jeden, der Kindern und Jugendlichen etwas von der Faszination der Musik weitergibt. Das ist ein weites Aufgabenfeld, und die meisten sind durchaus auch auf Klassisches ansprechbar/anspielbar (habt Ihr das nicht auch schon erlebt, dass sogar die coolsten Kids mit seligem Lächeln auf ihrer klassischen Gitarre Carcassi, Carulli oder Jingle Bells vor sich hinträllern …?). Sind nicht auch in den Musikschulen die Gitarrenklassen ständig ausgebucht?

Liebe Grüße
Johannes

Benny
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Beitrag von Benny » Sa 29.Apr 2006, 18:28

Moin,

wenn ich eines dazu anmerken darf. Gitarrenkurse an den Musikschulen sind gut gefüllt, jedoch sehe ich hier fast nur E-Gitarristen.

Es fängt wohl auch der ein oder andere mit der Klassik an, aber wer "zieht" es denn letztendlich durch?
Wie viele Schüler bleiben denn wirklich Jahre dabei? Wie viel schaffen es vielleicht nach 10 Jahren z.B. die Mozartvariationen von Sor zu spielen? - Im Endeffekt nur eine gaaanz kleine Anzahl. 3 Leute von 1000 Schülern?

Ich denke, dass die klassische Gitarre deshalb wenig gespielt wird, weil es nicht so einfach ist und Erfolge sich erst später einstellen. Mit der E-Gitarren geht dieses deutlich schneller und beeindruckt auch die Kumpels mehr.

Wenn wir die klassische Gitarre zu anderen Instrumenten in Verbindung setzen, sehen wir doch, dass relativ viele Leute Klavier spielen und das auch einigermaßen gut. Ich persönlich kenne in meiner Altersklasse hier in meiner Stadt keinen weiteren klassischen Gitarristen, aber mehrer klassische Pianisten.

Gruß

Benny

pasinger-gitarrenmusik
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Beitrag von pasinger-gitarrenmusik » Sa 29.Apr 2006, 18:40

Benny hat geschrieben: Ich denke, dass die klassische Gitarre deshalb wenig gespielt wird, weil es nicht so einfach ist und Erfolge sich erst später einstellen. Mit der E-Gitarren geht dieses deutlich schneller und beeindruckt auch die Kumpels mehr.
Damit hat es vielleicht auch zu tun, aber interessieren sich 8 oder 10jährige und deren Kumpels schon so für E-Gitarre?

Mir fällt auf, dass die meisten Menschen von klassischer Gitarre gar nichts wissen, bestenfalls ein bißchen spanische Musik kennen. Selbst ein Freund von mir (ausgesprochener Opernfan und -kenner) hat erst durch mich Kammermusik von und mit Gitarre kennengelernt.

Was sagt uns das? Raus aus der Stube, hin vor das Volk!
Wir Gitarristen müssen den anderen zeigen was alles möglich ist, wie schön unser Instrument klingt und was man damit alles anstellen kann.

Dieter
Pasinger-Gitarrenmusik

Johannes
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Beitrag von Johannes » Sa 29.Apr 2006, 18:46

Hi Benny,

ich habe jetzt natürlich keine Statistiken zur Hand, das sind ja alles nur subjektive Einschätzungen, die wir austauschen.
Also, nur E-Gitarristen sehe ich hier nicht. In unserer Gegend (Rhein-Main-Gebiet) gibt es eine Menge Jugendlicher, die gerne klassische Gitarre lernen möchten und in der Musikschule auf der Warteliste stehen. Ein Freund von mir gibt ehrenamtlich (spaßhalber …) in der Kirchengemeinde Unterricht und hat ständig rund 20 Kinder in verschiedenen Gruppen.
Wieviele dabei bleiben ist eine andere Frage, es bleiben aber auch nicht alle bei den anderen Instrumenten (kenne ich von meinen eigenen Kindern).
Und schau Dich doch mal hier im Forum um. Wie oft habe ich hier schon gelesen, wer alles von der Stromgitarre auf die akustische gewechselt ist (vielleicht erst in reiferen Jahren :wink: ).
Im Hinblick auf die Leistungsspitze: wenn ich vergleiche, wieviele richtig gute Gitarrist/innen es vor dreißig Jahren gab und wieviele es heute gibt – da kann ich nur sagen: Spitze! Und das Repertoire: was früher im Examen gespielt wurde, spielt man heute zur Aufnahmeprüfung, habe ich sagen hören.
Also: immer guten Mutes bleiben!!!
(Es gibt auch nicht so viele Oboisten, Harfenistinnen, Fagottisten oder so.)

Liebe Grüße
Johannes

Tobias
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Beitrag von Tobias » Sa 29.Apr 2006, 21:07

Hallo dominix,

ich gehe jetzt mal davon aus, daß Du kein Troll bist. Die Gitarre ist kein klangvoluminöses Instrument, das ohne technischen Aufwand mit einem Orchester mithalten kann. Das hat zur Folge, daß es nicht pompös vermarktet werden kann.
Als jemanden mit breitem Kulturinteresse muß ich Dich natürlich nicht darauf hinweisen, daß Eliot Fisk noch lebt (aktuelle Vermarktung) - oder wegen der Präsensform des Verbes, daß Andres Segovia bereits verstorben ist. Auch nicht, daß es hier in unserem Lande sehr viele Gitarrenauftritte gibt.
Vier Kulturmorde lese ich in diesem Strang:
1. ein Beitrag der nur aus Kleinbuchstaben besteht
2. marketing
3. business
4. what to do
Gruß Tobias
Gitarre: Paulino Bernabe - Estudio E-6
Die Sprache der Musik kennt keine Grenzen.

Pius VII.
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Beitrag von Pius VII. » Sa 29.Apr 2006, 22:05

Hallo Dominix,
dass die klassische Gitarre nicht sehr populär ist, ist sicher richtig. In diesem Zusammenhang sollte man aber auch darauf hinweisen, dass die gesamte klassische Branche mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen hat. Das betrifft auf jeden Fall den Absatz von Klassik-CD´s. Die Besucher von klassischen Konzerten werden leider immer älter und der Nachwuchs ist deutlich geringer vertreten als vor 20 Jahren(20-30jährige).
Als Gitarrenlehrer an einer Musikschule beobachte ich, dass selten Schüler Gitarre lernen wollen, um einmal klassische Werke spielen zu können. Die relativ große Nachfrage nach Gitarre hat vielmehr in den Vorbildern der Pop-und Rockmusik ihren Ursprung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nicht wenige Schüler mit 12 oder 13 Jahren zur E-Gitarre umsteigen wollen. Leider.
Tschüss, Pius VII.

roppatz

Beitrag von roppatz » Sa 29.Apr 2006, 22:19

Hey!
also das:
wenn ich eines dazu anmerken darf. Gitarrenkurse an den Musikschulen sind gut gefüllt, jedoch sehe ich hier fast nur E-Gitarristen.
.

...stimmt bei uns auch keines wegs. in aachen haben wir 100%ig mehr klassische gitarristenschüler als egitarristen. und hinzu noch ein paar gute lehrer. immerhin sind dieses jahr 4 gitarristen aus aachen beim bundeswettbewerb in freiburg. davon 3 mit 25 und 1 mit 24 punkten vom landeswettbewerb zum bundeswettbewerb weitergeleitet...

also daran, dass alle egitarre anstatt klassisch anfangen zu lernen, wirds nicht liegen.

gruß
roppatz

lautenist
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Beitrag von lautenist » Sa 29.Apr 2006, 22:56

Hallo Johannes bzw. dominix,

ich war ja an Dr.Hoch's Konservatorium (der Name eine echte und traditionelle Kapostrophe :-)) und bin im Rhein-Main Gebiet groß geworden (Sulzbach am schönen Taunus).
Beim Musikstudium ist es nicht nur im Fach Gitarre so, daß die Sachen, die Du an der Eingangsprüfung spielst oft (ganz schön anders) zur Abschlußprüfung wieder vorlegst.
Mein Duopartner Jürg unterrichtet inzwischen auch E-Gitarre und berichtet von einem riesigen Zulauf in der Altersgruppe ab 10. Auch die klassische Gitarre hat wohl guten Zulauf, wenn auch nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren.
Das mag vielleicht mit den geänderten Ansprüchen zu tun haben, auch mit der professionelleren Ausbildung und vielen anderen Faktoren. Als oller Pessimist und Kritiker der modernen Zeiten habe ich auch den Eindruck, die jetzige Generation ist zu sehr mit Computer und elektrischer Musik großgeworden, auch damit, daß Popmusiker in Funk, Fernsehen und Presse allen Ernstes als Künstler gleichrangig zu klassischen Musikern angesehen werden. Und hier ist Erfolg sicher etwas leichter zu haben als im klassischen Fach.
Aaaaaaaaaaaaber - wenn ich mich nur hier im Forum umschaue und die Einspielungen von einigen unserer jugendlichen Spieler anhöre, dann werde ich blaß - was man erreichen kann und wie viele Jugendliche doch nicht ausschließlich vorm Computer sitzen und gute Musik zu schätzen wissen. Wobei ich jetzt ausdrücklich nicht nur die Supertechniker meine! Jede Beschäftigung mit selbst- und handgemachter Musik ist toll und auf jedem spieltechnischen Level eine Bereicherung, wie ich finde und es ist schön, daß es hier ein Forum gibt, um sich auszutauschen und Anregungen und Motivation zu erhalten.
Schaut Euch mal Telefons Stück an, grade wieder sehr schön von Aläx eingespielt. Ist doch genial, oder? Findest Du nicht, daß eine solche Kreativität und gelebte Kultur mindestens genauso hoch anzusetzen sind wie kommerzieller Erfolg, wobei ich doch gerne wüßte, woran Du den genau festmachst.
Allein die Existenz dieses Forums und die nicht unbeachtliche Anzahl von Mitgliedern belegt doch, daß da Interesse vorhanden sein muß.
Hier findest Du natürlich die Fachidioten - das ist ja grade der Sinn dieses Forums, aber schau Dich um, wie breit gestreut die Interessen schon in dem relativ kleinen Bereich der Klassischen Gitarre sind, die "public domain" sind. Den Reichtum dieser Welt scheinst Du zu verkennen. Tauche noch etwas hier ein in die Welt der Gitarromanen und Du wirst Deine Ansichten etwas ändern.
Gitarristen als Angehörige einer wie auch immer gearteten "Elite" zu betrachten erscheint mir einerseits schmeichelhaft andererseits auch abwegig. Die Versuchung ist groß, weil man oft Einzelkämpfer ist, überzeugt davon, gute Musik zu machen und nach einer satten Portion Arbeit auch meint, etwas Gutes zustande zu bringen. Naja - das kann, aber muß nicht so sein. Nach ersten MP3-Postings wirst Du das Gefühl kennen, sich "auszustellen". Ist schon ein interessantes Erlebnis, daß Dir, obschon Du hier fast sicher auf die Höflichkeit der Forumsmitglieder zählen kannst, das notwendige Maß an Bescheidenheit wieder zurückbringt.
Was nun die Vermarktung von Kultur generell und klassischer Gitarre im Speziellen angeht - das ist natürlich ein weites Feld und sehr philosophisch. Kann eine vermarktete Kultur noch Kultur sein? Schließt sich das nicht gegenseitig aus? Ich habe ja schon oben dargelegt, daß "Kultur" für mich vor allem eine gelebte Kultur wie eben und grade hier im Forum bedeutet.
Da können wir gerne drüber diskutieren, mich würden sogar Deine (also dominix') Gedanken dazu interessieren.

Mal wieder ein paar Gedanken von einem philosophierenden
Lautenisten
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes)

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » So 30.Apr 2006, 1:06

dominix hat geschrieben:Hallo,
schade das die klassische gitarre anscheinend "nur" fachid''''ten vorbehalten
ist. wer kennt das denn von der heutigen jugend? vielleicht eine kleine immer dünner werdernde elite?das ist ein weiterer fehler schlechten marketings und der versuch "kultur" zu vermarkten.hmm da war andres segovia schon ganz anders drauf oder eliot fisk.die verstehen halt was von business.das was da abläuft ist kulturmord.was ich meine es kennt keine sau......dabei ist es soooo schön.what to do?
Hallo Freunde, hallo Dominix,

seid mir nicht böse, aber auf so ein dümmliches , doch ganz offensichtlich nur der Provokation dienenes Gestammele, noch dazu mit nicht einer (!) belegbaren Aussage (außer dem "Hallo" vielleicht) vermag ich nichts zu erwidern.
Da bin ich lieber elitär, ehrlich :wink:

Viele Grüße,
CWF