Welche Bücher sind ein Muss?

Anna Nyma
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Welche Bücher sind ein Muss?

Beitrag von Anna Nyma » Do 01.Dez 2005, 20:47

:?: :?: :?:
Was meint Ihr, welche Bücher sollte ein Gitarrist gelesen haben oder besser noch neben den Noten in seinem Bücherregal stehen haben? Musik- und Instrumentalgeschichte, Gitarrenbau, Biografien, Nachschlagewerke, Anekdotensammlungen, Gebrauchsanleitungen für Aufnahmetechnik, … Oder bezieht Ihr alle Eure Infos aus dem www?
Bin gespannt auf Eure Lesetipps :contrat: Anna Nyma

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Do 01.Dez 2005, 20:56

Hallo Anna Nyma,

ein wirklich interessantes Thema. Nur leider kann ich Dir hier keine Lesetipps geben, denn - so geht es mir hiermit - die Beschäftigung mit dem Instrument, dem Notenmaterial und Platten/CD's ist schon sehr intensiv. Ich glaube, ein Gitarristen-Roman würde mich zwar kurzweilen, aber doch etwas vom 'Weg' abbringen. Ich habe früher einmal Bücher über Instrumentenbau sowie über Harmonielehre in Büchereien ausgeliehen. Speziell ein Buch über Jazz-Harmonien war für meine musikalische Entwicklung nicht unwichtig. Dies ist aber nichts im Vergleich zu Notenliteratur. Vielleicht ist das ja für mich der richtige Lesestoff.

Gustaw

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Do 01.Dez 2005, 22:01

Hi Anna Nyma,

die 'Allgemeine Musiklehre' von Herrmann Grabner kann ich jedem empfehlen. Ist praktisch, wenn man mal etwas über Harmonielehre oder ähnliches nachschlagen will. Die meisten Sachen sind in relativ kurzen Kapiteln mit Notenbeispielen erklärt.

Gruß
Zorolowski

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Sa 03.Dez 2005, 13:39

Danke für Dein Statement, Gustaw und für Deinen Tipp, Zorokowski! :D
Ich habe die „Neue Allgemeine Musiklehre“ von Christoph Hempel Atlantis/ Schott ISBN 3-254-08200-1 zu meinem Lieblingsnachschlagewerk Musiktheorie erkoren. Bisher habe ich noch keine Frage unbeantwortet gefunden. Kompakt, übersichtlich, systematisch, umfassend, vom Urschleim bis zu Dingen, von denen ich nicht mal eine Ahnung hatte, sie vielleicht je wissen zu wollen.

Hm, sieht ganz so aus, als wollte hier niemand wissen, wo man Leo Brower treffen und ihn mal nicht nur im Notentext als wunderbaren Menschen, genialen und experimentierfreudigen Musiker nahegebracht bekommen kann?!

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 04.Dez 2005, 15:44

Hallo Anna Nyma,

dein Hinweis an andrer Stelle - Stichwort 'Krebszyklus' - ließ bei mir den Groschen fallen.
Wahrscheinlich hast du's ja eh' schon gelesen: Gödel, Escher, Bach von Douglas R. Hofstadter, ISBN 3-608-93037-X
Wer's nicht kennt ... it's a must ... 3 Genies von einem vierten in Bezug gebracht.
Eine Gitarre kommt auch vor, und zwar in einer Flächenfüllung von M.C. Escher, als einziges Nicht-Fabelwesen ... oder doch eins?

Gustaw

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Mo 05.Dez 2005, 12:00

JAAAA! :lol: Noch ein Buch!
Die Assoziationen zum >Krebszyklus< haben zwar nie in die beabsichtigte Richtung geführt, aber ich bin heilfroh, dass sie im Vergleich zur Einführungsstelle wenigstens hier mit positiven Erinnerungen behaftet sind…
Nein, ich habe das Buch noch nicht gelesen, freue mich aber nach Deiner Beschreibung und dem ersten Stöbern in den Rezensionen sehr darauf. Bestimmt kann ich danach auch Deinen Gedankengängen von Krebs zu Bach folgen.
Danke, Gustaw, ich bin sicher, dass mehr als ein Delcamper Gefallen daran findet!

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Mo 05.Dez 2005, 19:03

Hallo Anna Nyma,
die Anschaffung wird sich bestimmt lohnen. Ich hab den Schinken als gebundenes Werk, doch hab auch schon eine Taschenbuchausgabe mal gesehen.
Im Buch gibt's z.B. den Krebskanon ... daher die Assoziation ... rekursive Strukturen dort, und in der Biochemie (jahwohl, samma wieda beinand?) mit einer ACGT-Melodie, und genauso in Escher's Grafiken. Nach der Lektüre weiß man dann, dass man nichts weiß ...
Meister Hofstadter ist im Bereich AI (Künstliche Intelligenz) zu Gange und ist daher auf ähnliche Grundprinzipien in allen Disziplinen menschlichen Denkens/Schaffens und der Natur gestoßen.
Also dann mal ran (ich fürchte nur, dein Gitarrespiel wird drunter leiden,wegen Zeitkonflikt :roll: :shock:) Gustaw

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mi 07.Dez 2005, 16:29

Hallo Anna,

ein Buch das ich persönlich klasse finde, hat aber vielleicht auch mit meinem Beruf als Akustiker zu tun:

"Das wohltemperierte Gehirn"

Den Autor müßte ich zuhause nachschauen. Es geht um den Bereich der "Psychoakustik" in Bezug auf Musik. d.h., was Musik eigentlich im Kopf bewirkt. Hört sich jetzt sehr trocken an, ist allerdings sehr verständlich und unterhaltsam zu lesen. Zudem finde ich daß als Musiker ein paar akustische Grundlagen nicht schaden können.

Gruß,

Steffen

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Fr 09.Dez 2005, 0:11

Phantastisch, unser Bücherregal füllt sich langsam! :cafe:

@Gustaw
Toll, klingt nach groß angelegter Synthese. Die prophezeiten Risiken und Nebenwirkungen sehe ich auch…
Irgendwie suchen wohl viele große Geister den Bezug verschiedener Wissenschaften zur Musik. Pythagoras ging mathematisch ran und setzte auf seiner Tonskala Zahlenverhältnisse mit resultierenden Frequenzen bzw. Intervallen in Verbindung (nutzen wir ja täglich: z. B. 1/2 = Saite halbieren = Oktave).
Kepler hat aus Winkelgeschwindigkeiten von Planeten Intervalle abgeleitet und daraus eine Theorie der „Harmonice mundi“ entwickelt. Lenny Bernstein war in einer Harvard- Vortragsreihe "Musik - die offene Frage" ISBN: 3442330521 den Zusammenhängen von Musik und Linguistik auf der Spur.
Und nicht zuletzt fällt mir Milan Kundera ein, der in seiner Essaysammlung „Verratene Vermächtnisse“ ISBN: 3596129885 streitbare Parallelen zwischen 1000 Jahre Musik- und 500 Jahre Romangeschichte zieht.

*** Steffen
Klasse, wenn ein Akustiker Gitarre spielt- was könnte überzeugender für das Instrument sprechen?!
„Zudem finde ich daß als Musiker ein paar akustische Grundlagen nicht schaden können.“
Das glaube ich auch. Flageoletts lassen sich besser verstehen, wenn man von der Obertonreihe schon mal was gehört hat.
Psychoakustik :shock: - was es nicht alles gibt!
Vielen Dank, ich hoffe, es ist noch ein Plätzchen frei auf meinem Weihnachtswunschzettel…

*** qminusi
Danke Dir für die Paganini- Empfehlung! Magst Du Revanche?
Peter Härtlings Romanbiografien „Schumanns Schatten“ ISBN: 3423125810 und „Schubert“ ISBN: 3423131373 habe ich mit Genuss gelesen. Sachlicher, aber ebenso berührend finde ich Pablo Casals Portrait „Licht und Schatten auf einem langen Weg“ ISBN: 3596214211

Viele Grüße! Anna Nyma

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Beitrag von Gustaw » Fr 09.Dez 2005, 0:17

Hallo Anna Nyma,

verrate uns bitte endlich, wie das Buch heißt, an dem du unzweifelhaft gerade schreibst ...

Bewundernd, Gustaw :contrat:

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Fr 09.Dez 2005, 0:51

:oops:

Keine Zeit, schreibe Forumsbeiträge...

lautenist
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Beitrag von lautenist » Fr 09.Dez 2005, 11:58

Ich könnte noch "die verlorene partitur" von Roberto Cotroneo
empfehlen. hat zwar mehr mit Klavier (dem bösen Feind 8) :wink: ) zu tun, ist aber trotzdem gut

sebastian
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Beitrag von sebastian » Fr 09.Dez 2005, 19:37

Hallo,

*** Anna Nyma und die anderen:

Eine gute Musiklehre ist auch "ABC Musik. Allgemeine Musiklehre" von Wieland Ziegenrücker. Zumindest mir war es eine große Hilfe.

Grüße von

Sebastian

mtw
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Beitrag von mtw » Sa 10.Dez 2005, 9:59

Hallo,
in meinen Augen unverzichtbar:
Lee F. Ryan: The Natural Classical Guitar;
The Princples of Effortless Playing;
ISBN 0-9332224-50-8
The Bold Strummer Ltd, USA 1991

noch ein zweites MUSS:

Thomas Heyn; Gitarren-Harmonik;
Das Handbuch für Gitarristen;
Harth Musik Verlag; Leipzig 1989
leider keine ISBN
Lizenz-Nr. 496-230/D 1/89
German Democratic Republic

Es handelt sich um eine sehr gute Harmonielehre speziell für Gitarristen.
Ich weiß nicht, ob ein Verlag das Buch nach der Wende in seinen Katalog aufgenommen hat, bin aber sicher, daß es über ein Internetantiquariat zu bekommen ist.

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Sa 10.Dez 2005, 13:56

Hallo, mtw :bye: , einen gleich doppelten Einstieg über die Bücherrubrik finde ich toll! Willkommen hier in dieser Runde und hab’ Dank für Deine Tipps aus so weit auseinander entfernt stammenden Quellen.

Die Musiklehre- Nachschlagewerke haben eindeutig die Nase vorn: Sebastian, Danke auch für Deinen Favoriten!
lautenist hat geschrieben:Ich könnte noch "die verlorene partitur" von Roberto Cotroneo
empfehlen. hat zwar mehr mit Klavier (dem bösen Feind 8) :wink: ) zu tun, ist aber trotzdem gut
Hallo, Lautenist, die Ankündigungen dazu klingen verlockend, die Prioritäten auf der Leseliste noch einmal neu festzulegen!
Und seien wir dem bösen Feind gnädig: Ganz tief in seinem Innersten hat auch so ein Klavier Saiten… :wink:
Anna