Wer darf unterrichten?

Benjamin
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Beitrag von Benjamin » So 26.Mär 2006, 23:10

Ich hab zwar erst das erste Semster meines Gitarrenstudiums hinter mir, aber ich hab auch schon 3 Schüler.

Warum denn nicht? Ich bin der Meinung, dass man unterrichten darf, wenn

- man selbst auf einem recht guten Niveau spielen kann
- man gut erklären kann und gut mit Menschen umgehen kann
- Wert auf Grundlagen setzt! Das ist ein Punkt, den auch viele "professionelle" Lehrer nicht richtig beachten und schampig unterrichten!
- es einem spaß macht =)
- sicher noch vieles weitere...
Gitarren:
- Hanika 59 PF
- Nicolaus Wollf - Fichte - Sandwich

aläx
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Beitrag von aläx » Mo 27.Mär 2006, 17:33

Hallo
Ich bin zwar kein ausgebildeter Lehrer aber ich vertrete auch die These, dass man nicht unbedingt eine Ausbildung braucht um anderen Menschen das Gitarrespielen beizubringen.
Ich sachs mal so!
Ich habe schon in Musikschulen unterrichtet und so meine Erfahrungen gsammelt!!

Ich hatte mal einen Lehrer der war echt gut und hat nach 1 Jahr festgestellt, dass ich einen weiterführenden Unterich brauche.

Das hat er zugegeben obwohl er stellvertretender Leiter eines grossen ML Verbandes war,

Mein nächster Lehrere war null ausgebildet aber perfekt in seinem Spiel und auch seiner Art.
Vor Allem

der konnte wirklich spielen.

tschau Aläx

Octavarius
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Beitrag von Octavarius » Mo 27.Mär 2006, 23:37

Hallo...

Eine interessante Diskussion. Ich muß Zorolowski hier zustimmen. Eigentlich hat er mir aus der Seele gesprochen.
Ich spiele seit knapp neun Jahren (ohne Unterbrechungen) Gitarre. Angefangen hats, wie Zoro das schon beschrieben hat. Man lernt von Leuten, die mehr wissen, als man selbst und die auf einer gleichen Wellenlänge liegen. Diplom oder nicht ist hier irrelevant. Man entwickelt sich meiner Meinung nach dann in die richtige Richtung, wenn man "sich selbst folgt". Ich weiß, daß das viele sicherlich nicht verstehen werden.Wenn man als Jüngling anfängt Gitarre zu lernen dann sind die Stilrichtungen meistens Rock/Pop/Metal. Einfach weils dem Zeitgeist mehr entspricht als Klassik. Und weils sicher einfacher ist am Anfang Akkorde zu lernen als den "idealen Fingersatz". Wenns mir auch ohne den schon Spaß macht, dann brauch ich den optimalen Fingersatz nur dann, wenn das, was ich spiele technisch nur so zu spielen geht.
Eigentlich bringt einen das zu der philosophischen Frage, was ideal ist und was nicht. Und da scheiden sich die Geister sowieso. :o)

Mittlerweile entdecke ich Stück für Stück Tarregas zeitlose Musik ohne auch nur eine Stunde Unterricht (bei einem Lehrer) gehabt zu haben. Ich spiele seit Weihnachten 2005 Konzertgitarre und spiele Stücke wie Adelita, Marieta und Capricio Arabe.
Worauf will ich raus? Das der "aufmerksame" Gitarrist mit einer gewissen Portion an Einfühlungsvermögen für sein Instrument auch von alleine zum (s)einem idealen Fingersatz findet, ohne das ein Lehrer ihn in eine bestimmte Richtung drängt. (vgl. zorolowski ;o) Wenn ich nach Stunden des Tremolo-Übens zu einer ähnlichen Handhaltung finde, wie Tarrega... so be it... wenn nicht, hab ich eben eine eigene Handhaltung, die auch funktioniert.

Der "Lehrer" ist die Sache, die einen motiviert und voranbringt. Für mich kann ein Mensch genauso ein Lehrer sein, wie ein Stück, dem ich verfallen bin und es unbedingt spielen können möchte. Oder in meinem Kopf ist eine Melodie, die ich umsetzen möchte... dann ist die Melodie mein Lehrer.. auch ohne Diplom :o)

Octavarius

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Mi 29.Mär 2006, 18:28

Hallo Octavius,

sehr schön geschrieben! Ich kann das gut nachvollziehen, "wenn man sich selbst folgt". Das ist letztendlich entscheidend!

Gruß Schnecke