Ensemblespiel

sebastian
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Ensemblespiel

Beitrag von sebastian » So 11.Dez 2005, 13:20

Hallo zusammen,

mich würde interessieren, in welchen Ensembles ihr spielt und was nach eurer Meinung am schönsten klingt: Sind es reine Gitarrenensembles, oder spielt ihr in Kombinationen mit anderen Instrumenten?



Mich würde auch interessieren, welche Instrumentenkombination ihr am liebsten hört. Anknüpfungspunkt für meine Frage war, dass mir im englischsprachigen Forum ein Nutzer schrieb, dass er die Kombination Blockflöte-Gitarre besonders liebe. Obwoh ich mittlerweile beide Instrumente lerne, habe ich (noch?) keine Präferenzen.

Grüße von

Sebastian

:elec: :chitarrista: :guitare: :serenade:

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 11.Dez 2005, 15:19

Hallo Sebastian,
als reiner 'Klassiker' kann ich mir nur ein Gitarrenensemble vorstellen, das es bereits gibt: ein Duo; zudem spielt ja jeder noch Solo. Sobald du dein Ensemble um andere Instrumente erweiterst, muss natürlich die Stückeauswahl entsprechend vorgenommen werden. Da würde ich 3 Gruppen ausmachen: a. Klavier b. restliche Instrumte c. Gesang
Mit a. habe ich zwar keine Erfahrung, kann es mir aber gut vorstellen, da sowohl Klavier und Gitarre Melodie führen oder begleiten können; bei b. sehe ich die Gitarre als Begleitstimme, denn egal ob Geige, Flöte, Trompete oder Triangel, diese Instrumente können nur Melodie führen; bei c. wiederum ist es sicher sehr reizvoll, vorausgesetzt, der Sänger / die Sängerin kann es.
Bei Flötentönen geht es mir ehrlich gesagt wie meiner Katze: nix wie weg (leider ist unter dem Sofa nicht genug Platz für uns beide :wink: ). Ansonsten würde ich raten: ausprobieren! Wie in so vielen Bereichen des Zusammenwirkens: die Chemie muss stimmen, sonst es besser bleiben lassen, der Schmerz geht bis ins Mark.
Gustaw

cowgirl
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Beitrag von cowgirl » So 11.Dez 2005, 15:51

hallo
gitarrenensembles und duos ist meiner meinung nach ziemlich eintönig (hab selber duo gespielt). der gitarre fehlen eben doch irgendwo die hohen, brillanten töne...
da hör und spiel ich lieber mit mandoline zum beispiel. das ist ganz toll. weil da hin und wieder auch die gitarre die melodie ein wenig übernehmen kann. sonst ist die gitarre wirklich (wie gustaw auch schreibt) eher begleitinstrument, vorallem bei alter und älterer musik.

nun versuch ich mal kammermusik mit klavier und freu mich schon tierisch darauf! hab auch endlich einen pianisten gefunden, denn vielen ist das zu heikel und sie haben ein wenig angst, sich zu fest zurücknehmen zu müssen. aber mir gefällt es unglaublich gut... und es gibt doch einige literatur...
grüsse

coolman
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Beitrag von coolman » So 11.Dez 2005, 15:59

Hallo Sebastian!

Ich spiele ab und zu (früher sehr viel) mit meinem Brunder zusammen Gitarre-Duos, das macht einen Heidenspaß vor allem wenn einer einen Fehler macht. Ich hab noch irgendwo eine Tonbandaufnahme, da spielen wir 15 min und dazwischen wird 45 gelacht. Das hält jung ;-)

@cowgirl: vielleicht hast du einen langweiligen Partner gehabt ;-)

Sehr schön finde ich auch Gitarre + Klavier oder Gitarre + Querflöte, das klingt wunderbar und es gibt auch einiges an Literatur dafür.

lg
coolman 8)
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GitarrenMensch
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Beitrag von GitarrenMensch » So 11.Dez 2005, 16:41

Mir gefallen alle Mischungen^^

z.B Klavier ( oder Keyboard ) + Gitarre , Sinfonieorchester, Gitarrenduo oder halt ne typische Metalband

E-Gitarren + E-Bass + Schlagzeug und Keyboard .


Mir gefallen aber auch viele andere Mischungen

hein blöd
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Re: Ensemblespiel

Beitrag von hein blöd » So 11.Dez 2005, 17:30

sebastian hat geschrieben: mich würde interessieren, in welchen Ensembles ihr spielt und was nach eurer Meinung am schönsten klingt: Sind es reine Gitarrenensembles, oder spielt ihr in Kombinationen mit anderen Instrumenten

Grüß Dich Sebastian,

also, ich spiele gelegentlich mit meiner Frau zusammen sogenannte Stubenmusik, für Hackbrett und Gitarre.

Gerade in der stillen Adventszeit macht das besoneren Spaß.

Weitere gute Kombinationen wären vielleicht: Zither, Harfe und Kontrabass.


Holdrio

Hein

Mowgli
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Re: Ensemblespiel

Beitrag von Mowgli » So 11.Dez 2005, 23:47

hein blöd hat geschrieben:also, ich spiele gelegentlich mit meiner Frau zusammen sogenannte Stubenmusik, für Hackbrett und Gitarre.

Gerade in der stillen Adventszeit macht das besoneren Spaß.

Weitere gute Kombinationen wären vielleicht: Zither, Harfe und Kontrabass.


Holdrio

Hein
8) Nix gegen die gute alte Volksmusik... Ich wurde früher von meiner ur-allgäuer Musikschullehrerin auch zu Volksmusikabenden verdonnert... Allerdings hab ich echt gemerkt, dass man gerade mit Hackbrett schöne barocke Stücke spielen kann. Auch mit Flöten und immer wieder zusammen gespielt. Leider war's bisher grundsätzlich so, dass ich mit der Gitarre meistens buchstäblich die 2. Geige gespielt habe... :wink:

Liebe Grüße
Mowgli

hein blöd
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Beitrag von hein blöd » Mi 14.Dez 2005, 2:58

Liebes Mowgli,

Volksmusik?

Ich mag das weltweite Spektrum so es "ethno" ist und keine "-tümelei".

Und dann tausche doch mal den Begriff "Stubenmusik" mit "Hausmusik"
Merkst Du da was?

Danke für Dein Echo,

Hein (Holdriöh)

jotschiebel
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Re: Ensemblespiel

Beitrag von jotschiebel » Mi 14.Dez 2005, 12:59

Anknüpfungspunkt für meine Frage war, dass mir im englischsprachigen Forum ein Nutzer schrieb, dass er die Kombination Blockflöte-Gitarre besonders liebe. Obwoh ich mittlerweile beide Instrumente lerne, habe ich (noch?) keine Präferenzen.

Hallo Sebastian!
Ich teile die Vorliebe für Gitarre und Flöte mit deinem englischen Gesprächspartner. Ich finde die beiden Instrumente passen vom Charakter her gut zusammen und bewegen sich auch was die natürliche Lautstärke angeht in ähnlichen Dimensionen. Im Vergleich dazu sind Arrangments etwa für Trompete und Gitarre ohne Einsatz von Technik denkbar unausgewogen. Meine Vorliebe hat aber, wie könnte es auch anders sein, auch einen ganz persönlichen Grund. Ich habe als Kind als erstes Instrument Blockflöte gespielt und habe auch immer noch eine Zuneigung zu dem Instrument...
Zudem hängt es sicher vor allem auch von dem Stück ab, wie es die Instrumente zur Geltung bringt. So dass man in jedem Fall neu entscheiden muss.

Viele Grüße,
Johannes

larypeter
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Beitrag von larypeter » Sa 17.Dez 2005, 11:30

Hallo Sebastian,

also ich finde die Kombination Gitarre - Blockflöte auch ganz reizvoll und spiele ab un zu mit jemanden, der Altblockflöte spielt Stücke von Händel oder Telemann, da ist die Gitarrenstimme nicht nur eine Begleitstimme der Flöte, sondern schon recht anspruchsvoll. Desweiteren spiele ich in zwei verschiedenen Gitarrenduos, eins ist rein klassisch und das andere geht mehr in die südamerikanische Richtung. Getestet habe ich auch mal mit Oboe, was sich sehr gut angehört hat, nur hat der Kollege mit Oboe aufgehört. Zusammen mit Chello ging die Gitarre ein wenig unter, desgleichen mit Klavier, da müßte man wahrscheinlich zum Ausgleich verstärken.


larypeter

Silvius
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Beitrag von Silvius » Mo 19.Dez 2005, 18:31

gitarrenensembles und duos ist meiner meinung nach ziemlich eintönig (hab selber duo gespielt). der gitarre fehlen eben doch irgendwo die hohen, brillanten töne...
Hallo Cowgirl,

meiner Meinung nach klingt Gitarrenmusik in reinen Gitarrenensembles, egal wie groß sie sind, schon ziemlich gut. Es kommt natürlich immer auch auf die spielerischen Fähigkeiten der Mitspieler an. Viele Gitarristen tun sich schwer, mit anderen zusammenzuspielen.
Ich habe schon in vielen reinen Gitarreensembles gespielt, am besten gefiel mir eine Quartettbesetzung mit zwei normalen Gitarren, Oktavgitarre und Bassgitarre.

Silvius

lautenist
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Beitrag von lautenist » Mo 19.Dez 2005, 18:41

Also ich finde die Kombi Querflöte (oder Traverso) und Gitarre sowie Violine und Gitarre genial. Früher konnte ich mit Violinen nichts anfangen, aber inzwischen bin ich da toleranter (die aber leider nicht - es gibt Instrumentengattungen, denen kann man nur mit gewissen Vorurteilen begegnen :-))

Bezüglich Blockflöten wollte ich mal nachfragen, ob Ihr auch festgestellt habt, dass die niemals stimmen ;-)
Der Klang von Gitarre zusammen mit Blockflöte kann ganz schön sein, aber einmal finde ich die Stimmung problematisch und dann kommt irgendwann dazu, dass die Blockflötisten den Ton nicht modulieren können; sie können ihn weder dynamisch noch sonst (klanglich) verändern, was schnell eintönig wird. Klingt jetzt arg negativ und ist nicht so gemeint, aber das sind Punkte, die man im Zusammenspiel mit Blockflöten meiner Meinung anch immer im hinterkopf haben muss.[/list]

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Mo 02.Jan 2006, 11:17

Hallo, Sebastian,
für mich haben alle Anstrengungen des Übens erst dann einen Sinn, wenn ich mir vorstellen kann, dadurch dem Musizieren im Ensemble irgendwann besser gewachsen zu sein.

Trotzdem ist das Gitarrenquartett das einzige, was aktuell regelmäßig läuft. Der Ensembleleiter dirigiert sehr zwingend und mit ganz konkreten Vorstellungen vom Endergebnis, führt die Proben ausgesprochen konsequent, fängt konzentrationsschwache Phasen mit Anekdoten zum Komponisten ab, gibt musikgeschichtlich untermauerte Einführungen. Besser kann man es sich nicht wünschen und es macht riesigen Spaß. Die Einzelstimmen sind selten kompliziert angelegt, die wahre Herausforderung liegt im Zusammenspiel: zu viert einen richtig geschlossenen Akkord oder lupenreinen Einsatz zu produzieren, ist bei Tonerzeugung durch Saitenanschlag eben nicht wirklich einfach.

Alles andere gehört in die Schublade Geschichte oder Gelegenheitsduo.
Bundinstrumentorchester: 4-stimmige Sätze für Gitarren und Mandolinen. Hab ich nicht so toll in Erinnerung, was am Repertoire gelegen haben mag oder an den Prioritäten der Lebensphase als Teenager…
Gitarrenduos: hm. Bisher war ein echtes Pendant einfach nicht zu finden: Leistungsdifferenzen nach oben und unten, Entfernungen, Interessendivergenzen, die schon weiter oben erwähnte fehlende Übereinstimmung in der Chemie bis hin zu … - das kann ich höchstens mal anlässlich eines Delcamp- Treffens erzählen… :?
Also spiele ich, bis die weitere Suche von Erfolg gekrönt sein wird, vorerst wieder im Duo mit PC und CD.

Klavier: Die Übernahme des Parts für die rechte oder linke Hand durch die Gitarre beim Üben von Bachinventionen hat ganz gut funktioniert, vor allem, wenn das Klavier über Lautstärkenregler und Cembaloklangfarbeneinstellung verfügt. Versuche mit Diabelli und de Call.

Blockflöte: Die sehr speziellen hausmusikalischen Probleme gehören nicht hierher…
Querflöte: die bisher am meisten befriedigende Kombination. Hier harmonieren nicht nur die Instrumente, hier gibt es auch den vielbeschworenen gemeinsamen Draht über die musikalische Ebene hinaus. Ich finde es gut mit einem Melodieinstrument zusammenzuspielen, das die Töne „richtig“ aushalten kann. In der Silvesternacht wieder bestätigt: mein aktueller Favorit.
Mit Violine würde es sicher ähnlich gut funktionieren, aber das habe ich in der Reaktivierungszeit mal wegen zu wenig Duo- Erfahrung vergeigt.

Cello: Seit einem Konzerterlebnis stelle ich mir das ausgesprochen schön vor. Das Instrument hat viel von der menschlichen Stimme – über deren Wirkung ja in Zusammenhang mit Schütz gerade ausführlich diskutiert wurde. :wink: Vage Pläne lassen hoffen, dass von einem versuchsweisen Treffen noch vor 2010 zu berichten sein wird…

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Di 10.Jan 2006, 9:55

Gustaw hat geschrieben: Bei Flötentönen geht es mir ehrlich gesagt wie meiner Katze: nix wie weg (leider ist unter dem Sofa nicht genug Platz für uns beide ).
Da muss man doch was machen! Wie wär's mit:

Rp.: Anaka
1x zunächst umtägig in ansteigender Dosierung quantum satis

Mal sehen, wie das der musikalischen Katze bekommt.
Wenn das nix nützt, hilft dann nur noch der Umstieg auf ein Sofa der Marke „Bigfoot“.

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Di 10.Jan 2006, 13:04

Anna Nyma hat geschrieben:Mal sehen, wie das der musikalischen Katze bekommt.
Obwohl Quer- schon besser als Block-, die Flöte erzeugt offensichtlich Frequenzen, die der Spezies Felis Chartreuxensis :roll: irgendwie Angst macht. Maximale Beschleunigung und Fluchtverhalten können beobachtet werden. Wenngleich die anaka's das sicher sehr gut machen.

Meint der Gustaw