koyunbaba?

coolman
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koyunbaba?

Beitrag von coolman » Do 15.Dez 2005, 22:46

Liebe Gitarrenfreunde!

Ich hoffe ich steige damit niemand auf den Schlips aber ich finde trotzdem, dass koyunbaba nichts anderes als eine Aneinanderreihung von Kadenzen a la Kreisler ist und vor allem die Hervorstellung des Komponisten/Interpreten im Sinne hat!

Musikalisch kann ich da keine großartigen Dinge feststellen.
Ich denke man kann zB. jedes Stück von Bach hernehmen und findet 1000mal mehr Musikalität darin als in diesem Stück.

Ich hab mir das Stück, das ich bisher nicht kannte, dank jahro jetzt visuell und akkustisch 'reingezogen und finde das es eigentlich nichts anderes ist als eine ziemlich lange Etüde :-(

Es ist auf jeden Fall nix drin das mir die Gänsehaut auf den Buckel haut wie zB. La maja de goya, Bacarisse Gitarrekonzert in d, Beethoven KZ Nr. 5, Suite popular bresilienne, Capriccio Arab, Paganini Violinkozert Nr?, .....

So, ich hoffe das war provokativ genug um Unmengen an Antworten zu kriegen, also was meint ihr so dazu? :lol: :twisted:

lg
coolman

ps: ich hoffe wir sind alle auch nach diesem Posting noch Freunde!!!
pss: KZ heißt nicht Konzentrationslager sondern Klavierkonzert ;-)
Zuletzt geändert von coolman am So 18.Dez 2005, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Spacetoon
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Beitrag von Spacetoon » Fr 16.Dez 2005, 15:24

Hallo Coolmann,

Koyunbaba ist mein Lieblingsstück bei der klassichen Gitarre. Nur, dass nicht jeder so denkt, ist doch auch logisch. Geschmacksache :lol: !

Um konkret zu erklären, warum ich dieses Stück besonders liebe, ist es eine lange Geschichte.

Ich sehe (und höre) auch in Koyunbaba eine Herausforderung an Technik
und die Musikalität gefällt mir einfach. Ausserdem, dauert die volle Version knapp 11 oder 12 Minuten. Das muss man durchhalten!
Der Gitarrist muss fast alle Techniken beherrschen, muss seine Gitarre (Griffbrett) aus dem FF kennen und muss das Ganze Gefühlvoll rüberbringen. Gar nicht so einfach.
Wenn man Li Jie hört und spielen schaut, macht sie das wirklich hervorragend!
Wenn ich sie höre, schliesse ich die Augen und konzentriere ich mich auf ihrem Spiel. Ich habe das Gefühl, mehreren Instrumenten zu hören und nicht nur eine einzige Gitarre.

Natürlich gibt es sehr viele wunderschönen Stücken, Gott sei Dank :wink:

Ich weiss nicht ob mann bei Gitarrenspielen sich ein Ziel setzen kann, nur mein Ziel ist irgendwann mal Koyunbaba spielen zu können! :!:

Gruss,

Steph
Gitarre : Yamaha CG-90 MA

coolman
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Beitrag von coolman » Fr 16.Dez 2005, 20:41

Hallo Steph!

Du hast natürlich aus deiner Sicht völlig recht. Das ist wirklich eine rein persönliche Sache obs jemandem gefällt oder nicht. Technisch ist es sowieso ohne Frage sehr virtuos.

Vielleicht muß ich mich ja auch erst einhören und nach dem 20ten Mal gefällts auch mir ;-). Ich will damit auch nicht sagen dass es mir nicht gefällt, es reißt mich zZt. nur nicht wirklich vom Hocker.

Auf jeden Fall drücke ich die Daumen für dich, dass du es möglichst bald perfekt spielen kannst!!! :guitare:

lg
Werner 8)
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cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Fr 16.Dez 2005, 20:58

Hallo Steph, hallo Coolman,

ich habe mich bemüht, nachdem Coolman seinen Beitrag gesendet hat, mir das Stück mal so objektiv wie möglich anzuhören, habe dazu auch das Bild ausgeblendet, damit mich Ji Lie´s zugegebenermaßen atemberaubendes Spiel nicht beeinflußt.

Ich ticke wohl ähnlich wie Coolman: auch mich reißt das Stück nicht vom Hocker. Wobei ich das sehr romantische, leicht andalusische Haupt-Thema sehr schön finde. Aber trotz mehrmaligem Hören kann ichs immer noch nicht nachpfeifen.... :wink: (Ein Stück, was mich fasziniert, ist Bach´s Chaconne BWV 1004. Das möchte ich lernen, bin auch schon auf dem Weg, aber es wird noch Jahre dauern...)

Koyunbaba plätschert mir zusehr dahin....Jeder einzelne Part für sich ist toll, aber ich vermag in dem Stück nicht so sehr den Zusammenhalt festzustellen, dass ich sagen kann: das ist toll, das muß ich immer wieder hören, das will ich spielen können, egal wie lange es dauert.

Aber: wie gut, dass auch unser aller Ohren verschieden ticken. Vorstellen, lieber Steph, kann ich mir schon, dass Dich dieses Stück fasziniert. Und wenn Du es wirklich in einigen Jahren spielen kannst, dann werde ich es mir anhören, werde es auch genießen, werde stolz darauf sein, dass wir uns kennen, - und ich werde mir die Finger wundklatschen :P
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

-------------------------------
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Schnecke
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Re: koyunbaba, pah!

Beitrag von Schnecke » Fr 16.Dez 2005, 22:56

coolman hat geschrieben: "Musikalisch kann ich da keine großartigen Dinge feststellen]
Mag sein, dass dies zutrifft. Aber ich stelle da mal provokativ die Frage: Wofür?
Mir gefällt dieses Stück sehr, als ich mir das Video von Li mit Koyunbaba das erste mal angesehen/angehört habe, musste ich sogar flennen! :o Obwohl ich das Stück vorher schon kannte. Sie spielt es einfach klasse.
coolman hat geschrieben: Ich denke man kann zB. jedes Stück von Bach hernehmen und findet 1000mal mehr Musikalität darin als in diesem Stück
Kompositorisch sind diese Stücke z.T. sehr anspuchsvoll und einige schlichtweg genial. Doch wer außer uns Musikern kann damit wirklich etwas anfangen?
Muss Musik kompliziert sein, um "gut" zu sein?
Ich finde nicht. Wenn man mit einfachen Mitteln eine starke Wirkung hervorrufen kann, dann ist das in meinen Augen auch schlichtweg genial!

Ich finde es nicht entscheidend, ob ein Musikstück einfach aufgebaut ist oder kompliziert, genausowenig, ob es schwer oder leicht zu spielen ist.
Ich finde es auch nicht gut, einfach aufgebaute Musik irgendwie abzuwerten.
Entweder das Stück spricht mich an oder auch nicht.
coolman hat geschrieben: Es ist auf jeden Fall nix drin das mir die Gänsehaut auf den Buckel haut wie zB. La maja de goya, Bacarisse Gitarrekonzert in d, Beethoven KZ Nr. 5, Suite popular bresilienne, Capriccio Arab, Paganini Violinkozert Nr?, .....
Glaub`ich Dir gern. Ist reine Geschmackssache.

Jedenfalls habe ich mehr als eine Gänsehaut bei diesem Stück, allein schon der Klänge wegen. Aber warum das bei mir so ist und bei Dir nicht, weiß nur der liebe Gott.

larypeter
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Beitrag von larypeter » Sa 17.Dez 2005, 1:05

Hallo Coolman,

vielleicht hast Du ja vollkommen Recht mit Deiner Analyse, da kenn ich mich theoretisch nicht so gut aus. Koyunbaba find ich allerdings sehr genial und ich hätte es mir wahrscheinlich schon längst einstudiert, wenn nicht diese unsägliche Scordatur wäre, sodas man eine gute zweite Gitarre braucht, und die habe ich nicht. Vielleicht ist das Stück wirklich nicht besonders und letztlich nur eine Etude, aber vielleicht ist es genau die Etude, die man vorher gespielt haben muß, um danach die Ciaconna (BWV 1004) spielen zu können.

larypeter

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Beitrag von cornwallfan » Sa 17.Dez 2005, 1:28

larypeter hat geschrieben: aber vielleicht ist es genau die Etude, die man vorher gespielt haben muß, um danach die Ciaconna (BWV 1004) spielen zu können.
:shock:
Das will ich aber nicht hoffen, sagt ein besorgter
Cornwallfan

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Sa 17.Dez 2005, 1:41

... eigentlich wollte ich mich ja aus der Koyunbaba-Diskussion heraushalten, aber soviel muss sein: ich würde es nicht spielen, da ich es mir nicht merken könnte, ich vermisse die Struktur.
Hilft das der Debatte?

Gustaw

jahro
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Beitrag von jahro » So 18.Dez 2005, 3:11

Hallo Zusammen,

auch ich wollte mich ursprünglich nicht in diesem Posting zu Wort melden.
An anderer Stelle hier im Forum diskutieren wir über Ignoranz. bzw. Unverständnis gegenüber der Klassischen Musik.

Und was tun wir hier????
Ich z.B. mag das Stück auch und bei mir ensteht auch das Gänsehautgefühl.
Ist dies der Fall, dann ist es mir wirklich egal wie kompliziert, bzw.
technisch anspruchsvoll das entsprechende Stück ist.
Ich geniese es einfach.

Diese Diskussion ist glaube ich ein Stück weit überflüssig.
Prinzipiell ist es O.K., wenn @coolman diese These in den Raum stellt (Ich hätte vielleicht einen weniger abwertenden Thread-Titel gewählt :wink: ).
Man kann hier ja über alles diskutieren und das ist gut so.

Musik ist letztendlich wie @Schnecke das schon schön beschrieben hat Ansicht, Geschmacks- und Gefühlssache. Und das ist gut so.

lg jahro
Zuletzt geändert von jahro am So 18.Dez 2005, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.
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CUENCA 60P
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Beitrag von coolman » So 18.Dez 2005, 11:48

Hallo Gitarrenfreunde!

Auf mehrfachen Hinweis und bei näherer Betrachtung habe ich den Titel jetzt angepaßt! Ich glaube so ist er korrekter für das was ich eigentlich wissen wollte!

Ich wollte das Stück ja nicht miesmachen :!: :kap:

Der Grund für diesen Thread ist eigentlich ein ganz anderer. Ich habe nicht nur hier, sondern auch auf einigen anderen Foren darüber so viele Lobeshymnen gelesen (ohne das Stück je gehört zu haben), dass ich einfach wissen wollte, was den nun so wirklich dran ist.

Als ich es dann das erste mal hörte war ich, warscheinlich durch die vorherigen Lobeshymnen, etwas enttäuscht. Da es mich nicht wirklich anspricht und ich mir irgendwie mehr (möglicherweise zuviel) erwartet habe. Das ist aber natürlich eine Geschmackssache!

Mir kommt vor es ist so ähnlich wie bei Robby Williams, ua: Alle lieben ihn und keiner kann so wirklich sagen warum.

In diesem Sinne hoffe ich ihr seid mir nicht böse und sprecht trotzdem noch mit mir!

lg
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Beitrag von jahro » So 18.Dez 2005, 12:07

Hallo coolman,

Wer ist Robbie Williams? :wink:
Danke, dass Du den Titel geändert hast. :D

Ich denke, dass Dir keiner irgendetwas diesbezüglich nachträgt.
:pace: .

lg jahro
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CUENCA 60P
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Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 18.Dez 2005, 12:14

Hallo jahro,
jahro hat geschrieben:Wer ist Robbie Williams?
Ich glaube, es handelt sich um den amerikanischen Schauspieler, der immer in den Disney-Produktionen eine Hauptrolle bekommt (zB. Mrs. Doubtfire). Keine Ahnung, was er mit Gitarre zu tun hat, denn wenn schon nur der: John!

Gustaw :wink:

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Beitrag von coolman » So 18.Dez 2005, 12:20

Hallo Gustaw, Jahro!
Gustaw hat geschrieben:Hallo jahro,
jahro hat geschrieben:Wer ist Robbie Williams?
Ich glaube, es handelt sich um den amerikanischen Schauspieler, der immer in den Disney-Produktionen eine Hauptrolle bekommt (zB. Mrs. Doubtfire). Keine Ahnung, was er mit Gitarre zu tun hat, denn wenn schon nur der: John!

Gustaw :wink:
@gustaw: der den du meinst heißt Robin Williams ;-)

Wenn du B3 aufdrehst hörst du RW sicher 2x pro Stunde, das ist zZt. der Pop-King (nachdem Michael Jackson jetzt ja lieber vor Gericht singt). Du hast aber recht: er singt und spielt nicht Gitarre ;-)

lg
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Beitrag von Gustaw » So 18.Dez 2005, 12:40

Ach so? Tut mir leid, da hab ich wohl etwas falsch verstanden ...
coolman hat geschrieben:Wenn du B3 aufdrehst
... aber mein Lieber, was ist jetzt bitte B3? Soweit ich weiß heißen die Flugzeuge B2. Und dieser Robin ist übrigens Sänger gewesen bei dieser amerikanischen Musikkapelle ... hießen die nicht Bi Tschis ... keine Ahnung

Gustaw

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Beitrag von jahro » So 18.Dez 2005, 13:06

Gustaw hat geschrieben: Und dieser Robin ist übrigens Sänger gewesen bei dieser amerikanischen Musikkapelle ... hießen die nicht Bi Tschis ...
ÄÄhhh. War das nicht die Hüpfgruppe "Nimm Dies" anstatt Bi Tschis? :roll:

Nun denn, wir werdens wohl nie richtig geklärt kriegen.

lg jahro