Die geschichte meiner neuen gitarre :)!

roppatz

Die geschichte meiner neuen gitarre :)!

Beitrag von roppatz » Mo 02.Jan 2006, 18:52

Hallo zusammen!
Hier ist ja Platz für alles, also hoffe ich, dass es euch nicht stört wenn ich einfach mal erzähle, und zwar von meinem gitarren kauf! ich hoffe irgendjemand wird spass daran haben den eintrag zu lesen :), wenn nich is auch egal...

Also:
Wie ich es in Dennis's Eintrag schon angedeutet habe, habe ich vor einem Jahr beschlossen mir eine neue Gitarre zu kaufen. Da ich ja (ich will wirklich nicht angegebn!) seit 10 jahren gitarre spiele und jumu machen und blabla... brauch(t)e ich halt ne richtig gute vernünftige gitarre.

Ich habe eine gitarre von Armin Hanika gespielt, hat damals um die 1000 - 1100 DM gekostet. war also jetzt nicht soooooo teuer, dafür dass ich 7 jahre auf der gespielt habe. Die war/ist auch gar nicht so schlecht, ich habe immerhin 2 mal JuMu damit "gewonnen". Naja, wegen der Tatsache dass sie ja auch alt war, und eine gute gitarre eben auch seinen zweck erfüllt habe ich als erstes mal mit meinem gitarren lehrer und meiner mutter (die querfllöten lehrerin an der musikschule der stadt aachen ist, also auch was ahnung von musik hat) darüber gesprochen. (Mein Gitarrenlehrer heißt Csaba Székely, kommt aus Ungarn, vielleicht kennt ihn der ein oder andere, er ist ein wirklich brilliant guter lehrer, vielleicht, oder sogar mehr als vielleicht, besser als die an der aachener musik-uni :)). Jedenfalls hat der mir gesagt, wie ichs auch in den Threat vom Dennis gepostet, dass ich viele gitarren ausprobieren muss. ich muss mir eine meinung bilden, was ich überhaupt haben will, eher dunkel eher hell, leicht oder schwer anspiel bar usw... Ebenfalls meinte er, wie ichs jetzt vollkommen nochvollziehen habe, dass es nicht die ultimo, ultra, super, perfekte, alleskönnende gitarre gibt, die einen in allen punkten zufriedenstellt. wenn man eine gitarre gitarre mit viel lauten bässen hat, wird sie weniger höhen haben, und wenn man viel mitten hat, färbt das auf die höhen ab, dafür hat man weniger bass... das ist einfach so.
Er gab mir dann die Adresse von einem Gitarrenladen in Köln, von einem Herrn namens "Viertmann" (kennen mit sicherheit manche!). Der hat ne Homepage wenn ihr die mal besuchen wollt!: http://www.viertmann-gitarren.de . Mit der Vorwarnung, dass der "Typ" wohl ein bisschen komisch sei, und dass er die wohl größte auswahl an meistergitarren in ganz europa habe (was man als ich da war auch gesehen hat!!) bin ich da also mit meiner Mutter nach Köln gefahren. Als wir da waren, hat sich der komische Charakter wohl bestätigt, der ist echt n bisschen komisch drauf. später mehr dazu... Er wollte natürlich als erstes die Preisklasse wissen. Mein Mutter meinte, es darf ruhig n bisschen weiter nach oben gehen, und ne richtig gute gitarre sein. die oberste grenze so bei 4500€. Er hat gelächelt und uns nach hinten geführt. vorbei an dem raum mit den 500€ gitarren, vorbei an den 1000ern, und nun waren wir in einem raum, der an den wänden voll mit koffern, voller gitarren standen... daran die preisschilder... mulmig war einem schon ein bisschen, vorallem wenn man die für 25,000€ in der glasvitriene sah...
Der Viertmann hat uns also, wie viele waren es... 6 gitarren oder so raus gelegt, mich gebeten meine "Pulover-Jacke" auszuziehen weil der Reisverschluss an der Decke kratzt auszuziehen, mir einen Notenständer hingestellt, und uns alleine ausprobieren lassen. Das fand ich wohl gut, dass er uns in Ruhe gelassen hat! Das Ausprobieren sah dann so aus: is schon was länger her, ich glaub ich erinner mich nicht mehr an alle, aber ich glaub es war die erste gitarre die ich probiert habe. Sie war von einem Herrn "Eichinger", ein Meistergitarrenbauer aus Süddeutschland, die ne Zederdecke hat... ich hab mich echt in die gitarre verliebt.. ich fand die soooo klasse. die hat 4200 gekostet, und das hätten meine eltern sogar noch bezahlt, und ich hätte se am liebsten direkt mitgenommen. ich hab erstmal die anderen ausprobiert, eine mit nem ganz komischen griffbrett, das hat irgendwie so komisch na vorne geguckt (3500€), dann war eine Japanische dabei. die hatte ne doppelte Zeder Decke (wirklich 2 decken übereinander mit nem ganz kleinen hohlraum dazwischen). die war laut! die hatte wirklich nen lauten klang... aber hat mir nicht soo gefallen, meine mutter meint die würde nicht so zu mir passen, die wär eher was für leute die viel klassisches spielen (also aus der zeitepoche der klassik).. und musik aus der epoche kann/will/mag ich am wenigsten spielen... also hab ich die wieder weggelegt.
Insgesamt hat das Ausprobieren so... 1-2 stunden?! oder so gebraucht. Wir haben den Viertmann geholt, und ihm mitgeteilt, dass wir die Eichinger klasse fänden (die war wiederständig, man konnte laut auf der spielen, sehr ausgewogen, nen dunkel angehauchten, dicken, räumlichen klang in den mitten und höhen). Dann kam er, und das hat uns den echt unsympatisch gemacht, "ja, die eichinger, da kam gestern schon ein interessent, und wollte die schon mitnehmen, am dienstag (wir warn annem samstag da) kommt der wieder und wird die zu 99% kaufen, ich muss ihnen sagen, wenn sie sich in eine gitarre "verlieben" und die gitarre dann nicht bekommen, dürfen sie nicht traurig sein. sie müssten sich wenn dann fast direkt dafür entscheiden."
so, und jetzt guckt mal unter http://www.viertmann-gitarren.de/ und geht unter "meistergitarren" und in der Tabelle "Meistergitarren z.Zt. lagervorrätig/Zwischenverkauf vorbehalten" der dritte von unten... "Rolf Eichinger - No. 137 - 2000 - Zeder/Rio-Palisander - 65 cm".. genau die war das.
Tjoa, da hatter pech gehabt, wir hätten ne menge geld bei dem lassen können.... selber schuld.
Dann war ne längere zeit gar nichts mehr, irgendwie.. mein lehrer hat sich leider was wenig auch gekümmert... Irgendwann hat mich dann ein anderer lehrer an der musikschule angesprochen, weil der wusste dass ich ne neue gitarre suche. der hatte eine gitarre von nem schüler von dem gitarrenbauer "sato" zu verkaufen. der preis war so um die 3000€. er meinte er könnte mir die mal ausleihen zum ausprobieren. Sato ist ein japanischer gitarrenbauer und hat sich echt einen namen gemacht. sato gitarren kennt man eigentlich. als ich die dann aber gespielt hab war ich echt, joaa ... enttäuscht, kann man fast sagen. es warn ganz neue saiten drauf, vor 2 tagen aufgezogen. wie ihr wisst, sollten dann die bass saiten wirklich metallisch brilliant klingen. dem war aber nicht so. die bässe waren zwar vorhanden abe dumpf, als ob die saiten monate alt wären... die mitten waren wohl gemekrt sehr präsent. es war ne fichten decke. es warn schon ne menge kratzer drin, und hinten auch schon ne größere macke, und insgesamt war die gitarre auch nicht so dass ich sagen würde sie wäre hübsch. obwohl man sich von dem aussehen nicht beeinflussen lassen sollten! ich hab die gitarren ausprobiert, 1-2 wochen, meinem gitarren lehrer vorgespielt, und wir waren beide nicht überzeugt. er meinte ebenfalls, dass er noch nie ne wirklich gute gitarre von sato gehört hat.
Ich wusste aber, das ein Schüler (schon mitte 20 oder so) sich eine Meistergitarre von einem gitarrenbauer namens müller gekauft hat. 4200€, zeder. Ich hab mir dann mal vor nem monat adresse und telefonnummer und name besorgt. von dem besorgt. meine mutter (ich bin nicht so gut dadrin ;)) hat den dann mal angerufen. und wir haben eine Termin ausgemacht, für den 27.12.05, um mal die gitaren auszuprobieren die er da hat. das waren 2 stück, beide zeder, eine für 3000, eine für 5200€.
Bis dahin hab ichs jedenfalls nie geschafft die gitarre von dem einen schüler meines gitarrenlehrers mal ausprobieren. Dann eines Tages hab ichs dann doch endlich nach nem schülervorspiel geschafft. Und ich kann nur sagen... klasse, geil... genau das was ich wollte. exremst! die hatte echt einen fetten, dicken, dunklen sound in mitten und höhen (leider n bisschen wenig bass, aber das war mir egal). jedenfalls war mir nach 5 minuten klar, dass ich genau die haben wollte :)! leider stand se nich zum verkauf...
ich wart also gespannt auf den 27. dezember, einen tag nach weihnachten.
Als der Tag dann eintraf sind wir morgens mit der ganzen family in das städtchen bei frankfurt am main gefahren. die werkstatt die der da hat ist einfach klasse! das ist ein teil von einem alten bahnhof. eine haus, 40 meter lang in viele räume unterteilt. ganz llinks das büro, daneben bestimmt 4 oder 5 räume alle mit werkzeugen, schleifgeräten usw. und der raum ganz rechts war das holzlager.
er arbeitet mit einem mann zusammen, der meisterlauten, und nicht ganz so teure gitarren baut, und er selber baut mit einem mitarbeiter, der für die beiden bestimmt die ganze drecksarbeit macht ;), meistergitarren, sowohl klassisch-konzert, als auch stahlsaitengitarren!. Er führt uns in sein Büro, und mir ist direkt aufgefallen dass es ein total netter typ ist, meinen eltern bot er sofort das "du" an usw. Er packt die beiden gitarren aus und stellt sie in einen gitarrenständer. (ich muss vorerst sagen, dass ich mit dem gefühl dahin gegangen bin, dass die 5200erter um längern besser ist als die 3000ender und ich schon versucht hab meinen eltern einzuflößen dass ich die teurere will :).) bevor ich ausprobiert hab, sagt er uns, dass die beiden von der klangfarbe änhlich sind, und dass die teurere besser verarbeitet sei, und dass sie in großen räumen noch beesser klingen würde.
Gespannt nehm ich dann erstmal die für 3000€. spiele einige minuten darauf und fand sie suuuuperbe, vorallem als ich sie mit meine alt verlgichen hab.. unglaublich. sie hat einen unglaublich ausgeglichenen ton, in allen lagen auf allen saiten. der sound in den höhen is nicht ganz so dick, wie die vom andern schüler meines lehrers. dafür zusätzlich noch sehr brilliante bässe. die Flageoletts sind unglaublich präsent, total laut. sie hat eine leichte anspreche, ich kann laut auf ihr spielen ohne das sie irgendwie scheppert, leicht vom gewicht...mir ist aufanhieb und auch später wirklich nichts aufgefallen was mir in irgendeinem sinne negativ an diesem instrument sein könnte.
dann nehm ich mir die teurer und denk nur, wie geil muss die dann sein... wie er schon gesagt hatte, war sie von der klangfarbe aber genau so... auch konnte man sie nicht so laut auf ihr spielen, sie scheppert leicht, es kam mir so vor als ob die töne viel zu früh aufhören zu klingen und sich ausdämpfen (vorallem beim 1. satz von la catedral). man hat wohl gemerkt dass mehr an der gitarre dran war, weil sie vom gewicht her schwerer war, aber ich bezahl doch keinen kilo preis... die hat mir echt nicht so gefallen! Was einem an der gitarre sofort aufgefallen ist, ist, dass der kopf oben nicht ein wenig nach außen ging, sondern eher nach innen geht, als begründung, dass die saiten wenn sie über den sattel gehen, nicht nach außenverzogen gehen, sondern gerade hinen gehen... hier ein bild dazu
(beide gitarren übrigens mit schelllack lakiert! der lack ist so empfindlich, da musste nur einmal leicht mit einem fingernagel drauf klopfen und schon is ne macke drin (hab ich noch nicht gemacht ;) aber gehört^^)
Als ich fertig ausprobiert habe, bietet er uns einen kaffee an, wir essen ein stück kuchen den wir mitgebracht haben, er führt uns durch seine werkstatt erklärt wie alle vonstatten geht. War sehr interessant, und im gegensatz zum viertmann echt ein sympathischer typ. Der Müller kannte den viertmann übrigens, und hält genau das selbe von dem wie wir, und weigert sich dem gitarren zu liefern. er meint dass der viertmann früher sehr große erfolge hatte, und jetzt aber keine aktuellen gitarren mehr hat, die aktuellen sound haben. mit der eichinger gitarre hatten wir aber wohl ein gutes händchen, weil er uns erzählt hat dass er den eichinger sehr gut kennt und er ne ganze menge von dem gelernt hat, der eichinger ihm persönlich aber zu spanisch klingende gitarren baut. er ist deutscher und baut wie die deutsch, hat der müller gesagt...
nunja, ich hab ihm aufjedenfall gesagt, dass ich die 3000€ gitarre sehr in anbetracht ziehe, ich aber nichts kaufe, ohne dass mein gitarrenlehrer die nicht gehört hat. wir haben ihm angeboten anzuzahlen, oder den ganzen preis in rechnung zu stellen, damit wir sie zum ausprobieren mit nehemn dürfen er meint aber, es reicht wenn er ne rechnung schreibt und dazu schreibt, dass die gitarre 10 tage ausgeliehen ist. fertg unterschrieben, fahren wir nach hause.
nen hiscoxkoffer hat er übrigens umsonst noch dazu gelegt, den selben hat mein lehrer auch, damals hat der 500 DM gekostet, und günstiger ist der mit sicherheit nicht geworden.. eher teuerer ;).
Zuhause, ich bei meinem gitarren lehrer, vergleichen wir die gitarre mit seiner, und der seiner frau (beide von nem schwedischen meister gitarrenbauer) und noch n paar anderen.. im endeffekt fand er die gitarre echt klasse, er meint fast das selbe dazu wie ich auch und meinte noch dass die gitarre viel "verzeiht". versteht ihr was er damit meint?. er war einverstanden. jetzt vergleich ich die gitarre morgen nochmal direkt zu der anderen müller von seinem andern schüler, und probier se innem saal aus... und dann bin ich zwar um 3000€ ärmer, aber dafür um eine suuuper klasse gitarre bereichert und gaaanz glücklich. die gitarre ist echt klasse!!!!!

als tipp an alle die sich eine neue gitarre, die vielleicht ein höheres niveau haben soll kaufen wollen, probiert die gitarre folgendermaßen aus:
-lasst euch zeit
-spielt eher die langsamen sätze, schnelle sätze hören sich überall irgendwie drauf an
-flageoletts ausprobieren
-jedeneinzelnen ton an spielen, von der ersten bis zur letzten lage, von der 1. bis zur 6. saite, und gucken wie das verhältnis ist, wie die töne klingen wie lange sie halten.

sooo das war meine geschichte, ich hoffe irgendein schwein wird sich die durchlesen ^^. sonst war halt alles umsonst.. auch egal. ich hoffe dass ich euch vielleicht beim gitarrenkauf einwenig geholfen habe.

ich hab jetzt keine lust den ganzen text nochmal durchzulesen, ein paar vielleicht nützliche absätze zumachen, und auf rechtschreibung zu achten ;).... is was lang geworden

zum abschluss noch die seite von der gitarrenbau werkstatt...
http://www.albert-mueller.de/

... und ein paar bilder meiner noch unbezahlten gitarre (ich hab sie was kleiner gemacht, damit sie nicht solang zum laden brauchen):
Hiscox - koffer
Gitarre im Koffer
Gitarre im Koffer 2
Gitarre im Koffer umgedreht
Gitarre im Ständer
Gitarrenkopf
Gitarrencorpus
Vegleich neu (links) - alt (rechts)

schönen abend noch!
gruß
roppatz!

PS.: ihr dürft auch ruhig was dazu sagen, wenn ihr lust habt :)!

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Mo 02.Jan 2006, 19:21

Hi, Roppatz!
Was für eine spannende Geschichte! Schön, dass Du uns so ausführlich an diesem Abenteuer mit Happy End teilhaben lassen hast. Meines liegt noch nicht so lang zurück, als dass ich Deine Aufregung nicht genau nachverfolgen konnte. Glückwunsch zu Deiner Schönen! Ich hoffe, Ihr habt viel Spaß zusammen und Du erreichst damit alle Deine großen Ziele.
Eine tolle Honeymoonzeit wünscht Dir
Anna
Lass uns nicht zu lang auf eine Hörprobe warten!

roppatz

Beitrag von roppatz » Mo 02.Jan 2006, 19:25

wow, schon gelesen :). danke danke.

ich versuch die woche was aufzunehmen!

gruß roppatz

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Mo 02.Jan 2006, 19:57

Hallo roppatz!

Toll, dass Du uns Deine Geschichte erzählst! Gitarrenkaufen ist immer Superspannend!
Ich kann`s Dir echt nachfühlen, wie glücklich Du jetzt bist.
Herzlichen Glückwunsch zu Deiner neuen Gitarre!
Du wirst sicher mal ein großer Meister werden.
Ich wünsche Dir viel Spaß damit!

Gitarero
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Beitrag von Gitarero » Di 03.Jan 2006, 15:02

Hi Roppatz,

ich hab mir soeben deine Geschichte durchgelesen und bei mir, als ich meine neue Gitarre letztes Jahr gekauft habe, war es sehr sehr ähnlich.
Ich war auch zuerst bei Viertmann, um einen Überblick zu bekommen. Also es lohnt sich auf jeden Fall dort hin zu fahren und einfach viele Gitarren auszuprobieren, da die recht viele und verschiedene Meistergitarren haben und man so ohne viel rumzufahren vieles ausprobieren kann. Ich habe sogar eine mitgenommen, ihm gesagt das ich sie meinem Lehrer zeigen möchte usw. und sie sehr wahrscheinlich nehmen möchte, da ich ein verdammt gutes Gefühl bei der Gitarre hatte. Es war auch eine japanische glaube ich, eine Asturias, allerdings ein höheres Model, handgefertigt usw sollte meine ich 2500€ kosten. Mein Lehrer allerdings hat mir abgeraten, bei Viertmann eine Gitarre zu kaufen, da er ein gnadenloser Abzocker sein soll. Also er sagt wenn man Glück hat und eine Gitarre direkt bei einem privatem Verkäufer findet, kann man sie bis zur Hälfte billiger bekommen, ist ja auch ganz logisch so.
Und so habe ich angefangen Anzeigen zu suchen, in Zeitschriften, im Internet und auch Angebote bei eBay. Ich hab auch viele Gitarren ausprobiert, mir bestimmt 2-3 Monate Zeit genommen und bin viel rumgefahren. Dann hab ich ein Angebot bei eBay gesehen, es handelte sich um eine Hannika 1A. Gut, das hört sich eigentlich nicht besonders an, doch Hanika Gitarren sind keine schlechte Gitarren und das ist das hochwertigste Model. Davon werden nur 4-5 Exemplare im Jahr hergestellt und in der persönlichen Werkstatt Hanikas gebaut. In der Werkstatt arbeitet der gute Armin Hanika und 2 seiner Helfer. Ich hab die Gitarre natürlich nicht bei eBAy gekauft, sondern, weil die Auktion eh keine Bieter gefunden hat, diesen Typen kontaktiert ihm gesagt das ich sie ausrobieren möchte usw und bin hingefahren.. und in der Preisklasse, ich habe 2500€ bezahlt, habe ich echt nichts besseres gefunden. Ist schon eine ganz ordentliche Gitarre und der Preis ist auch sehr gut, wenn man bedenkt das sie neu 4500€ kosten soll.. Also Viertmann hätte sie bestimmt für 3500€ in seinen Laden gestellt. Naja ist auch egal, was ich sagen wollte ist nur, dass es sich auf jeden Fal lohnt private Anzeigen anzuschauen, da man so eher Schnäppchen erzielen kann.. ist aber natürlich auch viel Zeitaufwendiger.

P.S: der Viertmann ist wirklich ein etwas komischer kerl, aber auf seine eigene Weise vll auch ganz nett. Er hat zumindest für mich und meinen Vater den Laden eine Stunde später zu gemacht, da wir es nicht geschafft haben, so früh dazu sein und wir nicht genug Zeit hatten.. am Ende hat sich noch ein nettes Gespräch ergeben und er hat uns in seinem Buch Unterschriften von den Leuten gezeigt, die bei ihm im Laden waren oder die er kennt.. u.A Leo Brouwer, David Russell, Julian Bream und er hatte sogar einen Brief von Segovia, an ihn adressiert allerdings auf spanisch... was verdammt peinlich war, ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht wer Segovia ist und er hat mich ganz schön schief angeguckt^^ naja als ich dann zu Hause war hab ich mir ne CD von ihm bestellt und was fasziniert^^
Meine Gitarre und Bach und ich bin glücklich;-)

roppatz

Beitrag von roppatz » Di 03.Jan 2006, 15:09

mit dem laden später zu machen, so war das bei uns auch :).
wie gesagt, er hatte seine höhepunkte, wo wirklich solche leute gitarren bei dem gekauft haben.... jetzt kaufen eher wenige leute gitarren bei dem, weil wir du recht hast, es die biem gitarrenbauer sofort günstiger gibt, und er ist was arrogant ;).
find ich cool dass du dir das durchgelesen hast.
übrigens, gebrauchte gitarren kaufen hat einen großen vorteil. wenn die ein paar jahre alt sind, ist das holz vollständig getrocknet, und es ist ein kleineres risiko, dass irgendwas reist oder so, meine jetztige gitarre ist erst 2 monate oder so fertig gestellt, und jetzt im winter, muss ich damit echt aufpassen!
gruß

telefon
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Beitrag von telefon » Di 03.Jan 2006, 15:26

hier ist meine geschichte,

eines tages sprang der steg von meiner uralten gitarre ab, den ich dann erst geklebt hatte, dann aber merkte ich plötzlich, dass die gitarre nun bundunrein war, weil ich den steg nicht genau an die selbe stelle jeklebt hatte. da half nix und ich machte mich dann auf den langen weg zum gitarrengeschäft. als ich dann nach drei wochen ankam, kaufte ich eine k. yairi für 1400 steine (= ca. 700 kröten).

zugegeben, meine gitarrengeschichte gibt nicht so viel her, aber die wirklich spektakulären dinge, dir mir dabei wiederfahren sind, will ich hier nicht rauslassen, denn (bei allem respekt) ich will dem roppatz seiner geschichte ja nicht die schau stehlen.

telefon

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Di 03.Jan 2006, 17:11

Hallo Roppatz,

die Story war echt spannend. Und deine Tips zum Gitarrenkauf sind goldrichtig.
Dann wünsch ich Euch beiden viel Spaß und viel Erfolg! :guitare:

Gruß
Zorolowski

Joachim
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Beitrag von Joachim » Di 03.Jan 2006, 21:55

Hallo Roppatz,

eine nette Geschichte. Dieses Vertretergehabe von Viertmann hört sich ja nicht gut an.

Ich wünsche Dir viel Spaß mit Deiner Gitarre.
Gruss
Joachim

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Mi 04.Jan 2006, 0:55

Hallo David,

ich hab´deine ganze Geschichte jetzt sogar 2mal jedes Wort gelesen.
Klasse, das war unheimlich interessant! Die Fotos haben mich ganz hibbelig gemacht, -ein sehr schönes Instrument (sogar mit 20tem Bund, für Sueno en la floresta z.B. :shock: )

Abgesehen davon, dass du dich in das Instrument verliebt hast, kannst du (bzw. deine Eltern als Sponsoren, wenn ich das richtig verstanden habe) vom Preis/Leistungsverhältnis her auch nicht moppeln. Das kommt mir nicht zu teuer vor, wenn ich bedenke, dass meine Hanika, die ich mir im Oktober gekauft habe, auch mit 1.300 € in der Liste steht (inclusive Hiscoxx-Case),
und das ist keine Meistergitarre ("nur" Oberklasse, dazu noch nicht mal lackiert, nur gewachst... :? )

Jetzt bin ich natürlich, wie die anderen auch, gespannt auf den Klang. Vielleicht schaffst du´s ja mit einem MP3. Wäre toll :D

Also: viel Spaß mit deiner "Neuen", laß´mal was hören!
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

-------------------------------
Gitarren: Yamaha GC-31 C u. Ariana 6512

roppatz

Beitrag von roppatz » Mi 04.Jan 2006, 1:01

:) hach ja, ist echt schön.
das preis leistungsverhältnis ist echt brilliant! da hast du vollkommen recht... ich muss euch wohl warnen. inner mp3 kann man so eine gitarre immer nich so dolle darstellen, leider.... genau sowenig wie in den bildern (obwohl ich auch sagen muss, dass die schon schöne ist!;)). das soll jetzt keine ausrede sein.. weil die echt klasse ist. nun ja, ich versuchs zu deichseln noch was aufzunehmen die tage, es sind ja ferien, noch....

gruß
david

michael
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Beitrag von michael » Mi 04.Jan 2006, 9:06

Hallo robatz

eine tolle Geschichte die ich mit großem Interesse gelesen habe auch deine Tipps zum Gitarrenkauf find ich klasse da ich im moment auf der Suche nach einer neuen Gitarre und für die Tipps dankbar bin.

Viel Spaß mit deiner neuen Gitarre

Gruß Michael

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mi 04.Jan 2006, 10:21

Hallo,
find ich klasse daß Du mit Albert & Müller die gleichen Erfahrungen gemacht hast wie ich. Ich spiele 2 Gitarren von Ihnen - eine Stahlsaiten (S 3) die ich mir hab bauen lassen, und meine klassische CL 2 mit Fichtendecke. Die habe ich zufällig in Frankfurt in einem Musikgeschäft (Coura) entdeckt und mich gleich in sie verliebt. Es handelt sich bei ihr um eine "Custom-Made"-Gitarre - eine Mischunf zwischen Klassisch & Flamenco (Fichte/Palisander).
Wenn ch heute noch irgendwo Toni Müller treffe hat er immer Zeit für eine nette Unterhaltung. Zudem bauen sie tolle Instrumente, die meiner Meinung nach für die Qualität nicht zu teuer sind.
Für den dens intressiert, ein paar ausgesuchte Musikgeschäfte führen die Instrumente, bei uns im Süden zB "Coura in Frankfurt" oder die Zupfgeige in Karlsruhe (http://www.zupfgeige.com)

Übrigens, die Zupfgeige in Karlsruhe hat früher Rolf Eichinger gehört. Dort sind auch immer Gitarren von ihm vorrätig. Er wohnt ja jetzt in Spanien. Bei uns im Süden eigentlich "Die Adresse" für klassische Gitarren. Von der Auswahl bestimmt so gut wie Viertmann. Sehr nette und sehr gute Beratung.

Also, viel Spaß mit Deiner neuen Gitarre

Steffen


michael: wenn Du eine neue Gitarre suchst würde ich auf jeden Fall mal nach #karlsruhe zur Zupfgeige fahren, ist ja nicht so weit von Heidelberg

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 08.Jan 2006, 17:09

Hallo roppatz,

vielen Dank für deinen ausführlichen Kaufbericht. Die Schellackoberlächen sind übrigens nicht nur gegen Fingernagelattacken empfindlich; selbst das Berühren mit der Fingerkuppe mögen sie nicht, denn Schellack lässt das Fett-Schweiß-Gemisch durch, was das Holz in seiner Klangqualität negativ beeinflusst. Daher sieht man die Konzertgitarristen ihr Instrument immer nur am Hals haltend, und die Decken zeigen keine Fingerabdrücke - never ever.
Das weiß ich auch erst, seit mich Senor Havenstein einmal auf seiner Nicholas Ioannou spielen ließ, die ich fast wie gewohnt angefasst hätte ...

Viel Spaß mit der Albert & Müller wünscht: Gustaw

karlo henne
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Registriert: Sa 21.Jan 2006, 21:03
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Beitrag von karlo henne » So 22.Jan 2006, 21:16

Hallo roppatz,
ich gehöre normalerweise nicht zu denen, die im Web lange Texte lesen.
Deine Geschichte habe ich aber bis zum letzten Wort gelesen. Hatte manchmal das Gefühl, ich wär dabei. Deine Begeisterung ist auf jeden Fall rübergekommen. Viel Spass mit der Neuen.
Gruß Karlo