Flageolett

Musiktheorie, Notenkunde ... Sachkunde für Amateurgitarristen
Alexander
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Flageolett

Beitrag von Alexander » Fr 03.Mär 2006, 9:55

Moin, nun bin ich bei meinen Versuchen Asturias zu spielen an die Stelle gekommen, wo offensichtlich ein Flageolett Ton gespielt werden soll.
Der Kammervirtuos H. Albert hat recht, es gibt wohl die verschiedensten Schreibweisen hierzu?
Ich lese nun bei Asturias eine viereckige Note , darunter steht: ar 8° und darüber eine 16 und darüber noch: ia.
Was will mir das alles sagen ?
Gleichzeitig versuche ich mich an Carullis Grande Sonate und auch hier Flageolett Töne: Hier werden mir die Bünde mit römischen Ziffern angegeben, in Kreisen darunter soweit ich das nachvollziehen kann die Saiten. Aber was bedeuted: 8va? Wie kann ich mir das auszählen /-rechnen, dass das im 5.Bund auf der 2. Saite ein h (Flageolett) in der ich weiß nicht wievielten Oktave ist? :?:

lautenist
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Re: Flageolett

Beitrag von lautenist » Fr 03.Mär 2006, 10:47

Hoi Alexander,

erst einmal um Asturias.
Ich habe zwar gestern noch in die Noten geschaut, aber ich habe wohl eine andere Ausgabe ... ich vermute, die Notation weisst auf ein sogenanntes "künstliches Flageolett" hin (also eines, dass nicht in den "natürlichen" Flageoletts auf der Gitarre vorkommt). Desdewegen das "ia": Dort greift Du den Ton, der notiert ist, legst den Zeigefinger leicht über den Bund eine Oktave höher und schlägst die Saite mit a an (also bei f, 1.Bund, 1.Saite auf den 13.Bund auf der 1.Saite) . Schau Dir mal Llobets "Testament" an - da kommt das recht exzessiv vor :-)

Die eckigen Noten bezeichnen das Flageolett - ja - und die Zahlen in Kreisen die Saiten, die empfohlen werden. da hast Du ganz recht.
Um zu erklären, wo welcher Flageolett liegt müsste man etwas in die Physik und die olle Geschichte mit Pythagoras und seinem Komma (also Stimmungen etc) gehen. Das will ich nun niemandem antun (der geneigte Leser könnte beim Studieren des Themas mit einem lauten Schnarchen :russa: in die Tastatur fallen und dafür will ich nun wirklich nicht verantwortlich sein).
Natürliche Flageoletts kommen an der Oktave und der Quit am stärksten. Schwächer kommen noch die Quarte und mit etwas Glück (wenn Du eine vernünftige Terz haben solltest) eben auch diese. Du findest die starken Oktaven immer an der Hälfte und auf 2/3 der Saite. Also am 12.Bund sollte die Hälfte der Saitenlänge sein (sonst ist sie nicht Bundrein), dort findet sich eine Oktave und auch ein Flageolett. Die Oktave schwingt genau doppelt so schnell wie der Originalton.
Nun ist am 5.Bund die Hälfte dieser halbierten Strippe (Du merkst - nicht ganz symetrisch, weil die ersten Bünde etwas breiter sind). Dort findest Du ebenfalls eine Oktave zur Saite. Am 7.Bund (2/3 der Saitenlänge) hast Du einen weiteren starken Flageolettton, der die Quit zur leeren Saite ist. Warum? da schicke ich besser einen Link. Gleich auf der zweiten Seite findest Du den Hinweis zur Verteilung auf der Gitarre.

http://www.hib-wien.at/leute/wurban/phy ... skalen.pdf
Da sind auch verschiedene gängige Stimmungen erklärt, mit denen sich der Gitarrist nicht herumschlagen muss (dank fixierter Bünde), der Lautenist aber sehr wohl :cry:

Ich hoffe, das hilft Dir weiter?
meint der Lautenist (der sich heute durch den Schnee kämpfen musste)

Alexander
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Beitrag von Alexander » Fr 03.Mär 2006, 10:59

Lieber Lautenist
Vielen Dank für diese Informationen. Ich werde mich heute abend damit genauer auseinandersetzen / verdauen /versuchen zu verstehen .

jahro
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Beitrag von jahro » Fr 03.Mär 2006, 11:00

Hallo Alexander,

welches Ausgabe von Asturias verwendest Du?
Die aus dem Forum.

Eine Takt-Angabe bei Fragen zu Partituren und die Ausgabe wäre nicht
schlecht.
Dann könnte man Dir auch helfen.

Also ich habe mich mal durch die 7 Seiten der Delcamp-Ausgabe von
Austurias durch gelesen. Ich finde da auf die Schnelle keine Stelle,
wo ein Fageolett-Ton vorkommt.

Schau dir mal das
letzte Notenbeispiel auf dieser Seite an.

Da ist die übliche Schreibweise für Flageoletts (harmonics) dargestellt.
UNd beschrieben, wie sie ausgeführt werden (in Englisch)
Man unterscheidet zwischen artifical harmonics (künstliche Fageoletts)
und natural harmonics (natürliche Fageoletts)
Zu diesm Thema hat Gustaw übrigens in der Rubrik "Gitarrenlektionen Onine" einen Artikel geschrieben.


Ich hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter.

Viele Grüsse
jahro

Alexander
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Beitrag von Alexander » Fr 03.Mär 2006, 11:16

Hallo Jahro
Erstmal vielen Dank für die Antwort. Übrigens möge keiner glauben, dass ich Asturias ansonsten spielen kann. Ich brauche die ersten beiden Seiten ungefähr so lange, wie das ganze Stück auf meiner CD dauert.. Aber es ist ein schönes Ziel. Außerdem nutze ich es gerne sozusagen als Fingerdehnübung - bis die Hand schmerzt- aber danach fallen ir die anderen stücke leichter.
Ich habe die Gitarrenbearbeitung von Jose de Azpiazu (sagt mir aber sonst ehrlich gesagt nichts) Wenn ich richtig gezählt habe kommen hier die ersten Flageoletttöne in den Takten 57 und 60 vor. Meine obigen Angaben bezogen sich auf Takt 60.

Viele Grüße,
Alexander

jahro
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Beitrag von jahro » Fr 03.Mär 2006, 11:32

Hallo Alexander,

da mir die Noten nicht vorliegen, kann ich dir dazu leider
auch nix sagen.

Du müsstest also schon einen Auschnitt einscannen und im Beitrag einfügen.

Oder ein anderer Forumsteilnehmer hat die Ausgabe und kann
dir dazu was schreiben.

Viele Grüsse
jahro