Lagerfeuergitarrist ?

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GitarrenMensch
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Lagerfeuergitarrist ?

Beitrag von GitarrenMensch » Sa 26.Nov 2005, 21:31

Hi seltsamer Titel , ich weis.

Ich spiele jetzt schon über längere Zeit klassiche Stücke
wie z.B Matteo Carcassi , Ferdinando Carulli , J.S Bach u.s.w
mit unter wo auch Baree Griffe dabei sind die bei mir auch ganz gut klappen .
Jetzt wollte ich fragen , was man denn so als " Lagerfeuergitarrist " können muss von Akkorden ?
Ich kann bis jetzt die Akkorde Em , Am, C-Dur , E-Dur ,G-Dur , D-Dur , perfekt greifen und auch wechseln , welche Akkorde muss ich noch greifen können und flüssig wechseln können , das ich mal spontan aus nem Songbuch was begleiten kann?

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 27.Nov 2005, 2:57

Hallo GitarrenMensch,

sorry, trotz so später Stunde, aber ich muss Dir wahrheitsgemäß antworten:

Alle.

Gustaw

PS. Ist trotzdem kein Problem. Hol Dir ein Griffakkorde-Buch, wirst sehen es ist schematisch und erlernbar. Zudem kann man die Akkorde auch selbst zusammensetzen. Schwierig wird's vielleicht, die richtigen auch zu hören. Als erstes schau dir die Dominantseptakkorde an (für C-Dur: G7, für A-Dur: E7, für G-Dur: D7 usw.), dann die verminderten Akkorde (zB. C°), die Moll-Sept- und -Sext-Akkorde (zB. Cm7, Cm6) und natürlich die großen Dur-Sept-Akkorde (zB. Cmaj7). Mit ein wenig Harmonielehre kannst Du auch jedes Stück in ein beliebiges Grundton-Schema transponieren, d.h. du machst Dich fit in den gitarrenvertretenen Tonarten C-D-G-A-E und auch F-Dur (sowie den zugeordneten Moll-Linien), z.B. durch das Begleiten eines Dir geläufigen Stücks in jeweils einer dieser Tonarten.
Es gibt neben den schon von Dir erwähnten Dur- und Moll-Akkorden insgesamt 33 Akkorde eines Grundtons von insgesamt 12. Zum Glück brauchst du die 'Exoten' ziemlich selten, und nachschlagen im Akkord-Buch ist jedem erlaubt (geht nur nicht während dem Spielen :roll:)

GitarrenMensch
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Beitrag von GitarrenMensch » So 27.Nov 2005, 14:58

Danke für deine Antowort , nur wie meinst du das mit dem Transponieren also wie kann ich paar Akkorde in ein Grundtonschema Transponieren?

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 27.Nov 2005, 15:40

Hallo Gitarrenmensch,
kleines Beispiel: man nehme ein Stück in C-Dur. Meistens kommst Du mit C-Dur, G7 und F-Dur hin (Tonika, Dominant-Sept-Akkord und Dominante).
Das verschieben wir nach D-Dur (D liegt 2 Halbtonschritte höher als C), also wird aus C-Dur > D-Dur ... aus G7 > A7 und aus F-Dur > G-Dur.
Wie gesagt: Griffakkorde-Buch holen und Harmonielehre ...
Gustaw
PS: guckst du mal ins Internet

GitarrenMensch
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Beitrag von GitarrenMensch » So 27.Nov 2005, 20:14

Ok danke für die Erklärung :)

jahro
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Beitrag von jahro » Do 01.Dez 2005, 15:08

Hallo GitarrenMensch,

also als mehrjähriger "Lagerfeuergitarrist" kann ich dir nur empfehlen dich mit dem Griffbrett gut vertraut zu machen.

Die Aussage, dass Diu alle Akkorde lernen musst, ist natürlich etwas übertrieben (Am Besten den ganzen "F. Stoppa - 1200 Barre-Akkorde für die Schlaggitarre" auswendig lernen).

Aber mal Spass beiseite.

Mit den Grundakkorde, welche Du z.T. erwähnt hasst, kommst Du schon mal ziemlich weit.

Prinzipiell helfen dann auch die Barre-Akkorde vom Typ E A und Em Am

schon ziemlich, um das Akkord-Spektrum erheblich zu erweitern.

Also ich mich um ca. 1980 mit Akkorden beschäftigt haben, hat mir das Buch "Mike Eulner & Jacky Dreksler 1000 Tipps für die Gitarre" sehr gute Dienste geleistet.

Darin findest Du alles zum Thema Akkorde, Begleitung, Lieder nach Gehör begleiten, und vieles mehr. Das Büchlein müsste es auch heute noch geben

MfG

Rolf

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Do 01.Dez 2005, 15:54

Hallo jahro, hallo GitarrenMensch,

ja, dieses kleine Buch "1000 Tipps für die Gitarre" ist echt gut gemacht.

Noch ein Tipp: setz Dich hin, schnapp Dir die Grundakkorde einer Tonart in der Du gut singen kannst, (zB. in CDur wären das dann C, dm, em, F, G, am, h°) und spiele die Akkorde (in verschiedenen Kombinationen) und probiere dazu eigenen Melodien zu erfinden oder Dir bekannte Lieder damit zu begleiten (ohne Vorlage!)

Das ist bestes Gehörtraining!

jahro
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Beitrag von jahro » Mo 05.Dez 2005, 0:43

Hallo Schnecke,

dein Vorschlag mit der harmonisierten Tonleiter (am Beispiel C-Dur) wird GitarrenMensch sicherlich weiterbringen.

Da hast Du schon recht. Die Übung setzt aber schon etwas Theorie-Kenntnis voraus.
Ich fand auch den CAGED-Ansatz, wie er in einigen amerikanischen Büchern (in deutschen habe ich das so noch nie gesehen) beschrieben wird sehr effizient um über das gesamte Griffbrett die Akkorde zu lokalisieren.

Gruss Rolf
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Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Mo 05.Dez 2005, 14:22

Hallo jahro,

sei doch bitte so lieb, und erklär`mir den CAGED - Ansatz, da weiß ich im Moment nichts mit anzufangen. Bin sehr gespannt!

Gruß Moni

jahro
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Beitrag von jahro » Mo 05.Dez 2005, 15:24

Hallo Moni,

ich habe unter :

we we we .ronsplace.net/Chords.htm

ein bisschen was zum Thema gefunden.

Bei C A G E D, handelt es sich um die Grund-Akkordformen, welche sich via Barré-Akkorde dann in andere Tonarten transponieren lassen (dies ist denke ich nix Neues).

Hier eine kleine modellhafte Skizze.

1. Wir beginnen mit dem C-Typ in der Standardposition (1. Lage)
2. Als nächstes käme dann im 3. Bund der A-Typ (wieder C-Dur)
3. Dann im 5. Bund (G-Typ) ist wieder der C-Dur-Akkord.
4. Im 8. Bund E-Typ (=C-Dur-Akkord)
5. und im 10. Bund D-Typ (Ist wieder ein C-Dur-Akkord)

Also alles schän verteilt über den Gitarre-Hals

Du kannst natürlich auch die Reihenfolge ändern

z.B. A G E D C oder G E D C A

Es geht immer in der gleichen Weise weiter.

Hier vielleicht als Diagramm besser ersichtlich:

G = Grundton X = Anderer Akkordton

Code: Alles auswählen

----|----|----|----|-----|-----|----|--G-|-----|----|----|--X-|----|----
-G--|----|----|----|--X--|-----|----|----|-----|----|----|----|--G-|----
----|----|----|----|--G--|-----|----|----|--X--|----|----|--X-|----|----
----|--X-|----|----|--x--|-----|----|----|-----|--G-|----|----|----|----
----|----|--G-|----|-----|-----|--X-|----|-----|--X-|----|----|----|----
----|----|----|----|-----|-----|----|--G-|-----|----|----|----|----|----
  1.    2.    3.    4.   5.   6.    7.    8.   9.   10.  11.  12.  13.  14.

    C-Typ           A-Typ           G-Typ     E-Typ            D-Typ

Das Bildchen ist leider etwas verschoben :( , aber ich hoffe man kann die Idee dahinter erkennen (Aussschneiden und in den Notepad einfügen, dann wirds wieder normal dargestellt).

Das System bezieht sich nicht nur auf die Akkorde, sondern auch auf Skalen.

Wenn Du in die Suchmaschinen deiner Wahl z.B. die Begriffe CAGED und Guitar eingibst wird Du mit Sicherheit noch mehr und eventuell bessere Erläuterungen finden.

Ich hoffe, ich konnte dir etwas behilflich sein.

Gruss Rolf
Zuletzt geändert von jahro am Mi 29.Mär 2006, 23:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von jahro » Di 06.Dez 2005, 11:31

Hallo qminusi,

vielen Dank für deinen Tipp.

Wer lesen kann ist ganz klar im Vorteil. :lol:

Ich habe mir jetzt mal die Formatierungsbuttons angeschaut.
Man lernt halt nie aus.

Also nochmals vielen Dank für Deine Unterstützung.

Gruss Rolf
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Beitrag von Schnecke » Di 06.Dez 2005, 12:27

Hallo GitarrenMensch,

als angehender Lagerfeuer - Gitarrist solltes Du natürlich außer Akkorde spielen auch einigermaßen singen können. Vor allem:

singe lauter als Du spielst! Es gibt nichts flacheres, als wenn einer die Melodie nur haucht und man nur Begleitung hört. Die Melodie, also das Lied, ist viel wichtiger herauszubringen als die Klampferei. Selbst wenn Du Dich mal ein bischen vergreiftst auf der Gitarre, es wird kaum jemand merken, wenn Du selbstbewusst weiter singst.

Ich kenne Typen, die können echt nur 5 Akkorde und machen eine Bombenstimmung damit, nur weil sie super singen können, und die sind auf jeder Party gefragt - außerdem können sie etliche Texte auswendig.

telefon
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Beitrag von telefon » Do 08.Dez 2005, 14:24

hallo Gitarrenmensch!

was ist denn ein lagerfeuergitarrist?

ich dachte immer, der gewöhnliche lagerfeuergitarrist tut nichts weiter, als auf der gitarre auswendig gelernte akkordfolgen zu spielen (so kenn ich das zumindest). dazu muss man die akkorde zwar auswendig können, aber man braucht dazu eigendlich garkeine harmonielehre. harmonielehre braucht man fürs improvisieren, aber das tun lagerfeuergitarristen, meiner erfahrung nach so gut wie nie! mit nur 3 akkorden - zb. C F G (vielleicht noch G7) oder D G A (A7) + kapodaster - kann man schon fast alle lieder dieser erde spielen, zwar auf niedrigem niveau, aber mehr will der lagerfeuergitarrist (nach meiner auffassung) ohnehin nicht.

viele grüße

telefon

ps: nicht erschrecken! (das avatar)

telefon
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Beitrag von telefon » Do 08.Dez 2005, 14:37

hm achso! ich seh gerad du willst spontan was begleiten können. dann musst du leider auch harmonielehre büffeln.
:cry:
gruß

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Do 08.Dez 2005, 14:42

Hallo Telefon,

ich geb Dir bis auf zwei Punkte recht:
1. Lagerfeuergitarrist muß außerdem noch E-Dur und A-moll können, sonst kann er/sie nicht Lady in Black spielen.
2. Zum Improvisieren brauch ich keine Harmonielehre.

Gruß
Zorolowski