Fuoco Roland Dyens

Musiktheorie, Notenkunde ... Sachkunde für Amateurgitarristen
frupita
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Fuoco Roland Dyens

Beitrag von frupita » Sa 03.Dez 2005, 22:56

hi leute wollt mal fragen ob ihr dieses Stück hier kennt (Fuoco-Roland Dyens), denn ich fang es gerade an zu lernen(bin schon so bei 1/5) und wollte mal fragen , wenn es einer kennt , was ihr schon für Erfahrungen damit gesammlt habt und ob ihr mit tipps geben könnt , denn das lied ist nicht ohne:)


grüße frupita
Zuletzt geändert von frupita am So 04.Dez 2005, 0:19, insgesamt 1-mal geändert.

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Sa 03.Dez 2005, 23:03

Hallo frupita,
hast du versucht, ein jpg bzw. Datei anzuhängen? Ich denke, es klappt nicht wegen der Dateibeschränkung auf 2 MB Upload, die du schon mit deinem 1,7 MB mp3-Beitrag belastet hast. Du musst entweder die Datei verkleinern (<300 kB) oder 35 Beiträge verfassen, um der 040-Gruppe beizutreten. Bin sicher, du schaffst das.
Viele Grüße, Gustaw

frupita
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Beitrag von frupita » Sa 03.Dez 2005, 23:26

ich hab hier einen link zu nem tab davon, was ich auch benutze:
http://www.classtab.org/rdls3.txt
und noch ein hörbeispiel :
http://www.gitara.art.pl/sounds/
*** Hinweis: URLs dürfen nicht direkt auf mp3-Dateien zeigen. Habe den Link so verändert, dass nach dem Klicken 'fuoco.mp3' ausgewählt werden kann. Gustaw ***
da spielt er aber meiner meinung nach viel zu schnell . Ich hab ne eigene Version wo es langsamer gespielt wird und besser klingt...



grüße frupita

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » So 04.Dez 2005, 1:04

Hallo frutipa, hallo Gustaw,

jetz will ich mich erst mal (wieder) als UNWISSENDER outen:
Roland Dyens???? :roll:
Nie gehört :oops:

Aber: was ist denn das für eine Wahnsinnsmusik :shock:

Da muß ich aber gleich mal losgoogeln 8)
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

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Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » So 04.Dez 2005, 12:45

:reflechir: Oh, Cornwallfan, da hätt ich ’nen Tipp für Dich: „20 lettres pour guitare solo“ von Roland Dyens Editions Henry Lemoine Paris

Ich bin sicher, das wird Dir gefallen! Du kannst ja mal mit dem philosophisch angehauchten, einem gewissen Jean- Sol Partre gewidmeten „lettre e le néant“ beginnen. (klasse Wortspiel: L’etre et le néant = Das Sein und das Nichts, eines der Werke von Jean- Paul Sartre). Das ist das technisch am wenigsten anspruchsvolle Stück im Heft. Lass Dich überraschen und lies die Fußnoten- der Mann hat einen sympathischen Humor!

Aber auch die übrigen Stücke mag ich sehr- für den Ideenreichtum, die Ausreizung der technischen Möglichkeiten des Instruments auf einem Niveau, das ich von Fall zu Fall noch hinbekomme. Für mich war es eine Offenbarung und der Einstieg in zeitgenössische Musik.

Und sonst: http://www.roland-dyens.com hast Du sicher schon selbst gefunden.
Hör Dir doch mal den "Tango en skai" an, wenn Du Spaß an parodistischen Sachen hast.
Viele Grüße- Anna Nyma

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Di 06.Dez 2005, 12:02

Hallo Anna,

vielen Dank für Deine Empfehlung „20 lettres pour guitare solo“, zumal Du ja auch mit dem Hinweis auf das "technisch am wenigsten anspruchsvolle Stück" meine Spielstärke treffsicher analysiert hast :wink: .

Allerdings: ich habe mir Fuoco nochmal angehört, und auch andere Sachen von Dyens. Toll, teilweise spektakulär. Aber: diese Musik spricht mich irgendwie nicht wirklich an.......ich werde mir erstmal den Berg von Partituren vornehmen, die mein Herz nicht nur technisch, sonder auch gefühlsmäßig erfreuen.
Momentan bin ich scheints noch nicht reif für zeitgenössische Musik 8), freue mich aber dennoch über evtl. zukünftige Infos.

Bis bald mal wieder.
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

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lautenist
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Beitrag von lautenist » Mi 07.Dez 2005, 18:24

Hi Cornwallfan,

schau Dir doch mal etwas von Kleyjans an! Da ist sicher etwas schönes für Dich dabei. Ich könnte Dir die Heftchen "Modern Times" empfehlen. Weiss jetzt auswendig leider nicht, wo die erschienen sind, aber da sind ganz reizende, kleinere Stücke drin und grade die Kleyjans habe ich sehr gerne gespielt - sind so eine Art moderne, anspruchsvollere Caffeehausmusik ...

Der von alten Zeiten träumende Lautenist

frupita
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Beitrag von frupita » So 18.Dez 2005, 21:09

hehe wies scheint ist roland dyens hier noch nicht so ganz bekannt frage mich aber trotzdem , ob die die ihn schon kennen auch das lied fuoco kennen?

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mo 19.Dez 2005, 16:32

lautenist:
Die "modern times" Hefte sind in verschiedenen Schwierigkeitsstufen im Chanterelle-Verlag erschienen (http://www.chanterelle.com).

frupita:
also ich find r. Dyens auf jeden Fall klasse. Wenn sich die Möglichkeit ergiebt unbedingt live anscheuen (mein CD-Tipp: R. Dyens - "Nuages")

Brink
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Beitrag von Brink » Mi 08.Feb 2006, 3:01

Hallo erstmal!

Fouco ist der III. Satz aus der Libra Sonatina von Roland Dyens. Wenn ich mich nicht täusche 1980 entstanden. Meiner Meinung nach eines der grössten Werke der modernen Gitarre.
Libra Sonatina:

1. India
2. Largo
3. Fouco

Dabei ist Fouco wie der Titel schon sagt extrem rasant und insbesondere der erste Teil mit dem gebundenen Läufen technisch sehr Anspruchsvoll. Ich finde das Stück deswegen so interessant, weil die meisten grossen Gitarristen es auf sehr unterschiedliche Weise eingespielt haben. Einerseits eignet es sich hervorragend, um es in irrsinnigem Tempo zu spielen (ich kenne eine Aufnahme bei der das Vierteltempo bei 172 ist), andererseits ist es auch in Tempi zwischen 90-120 sehr schön.
Wen das Stück interessiert, dem kann ich zwei Aufnahmen empfehlen, die sich sehr voneinander unterscheiden und doch beide auf ihre Weise brillant interpretiert sind.
Die eine ist von Aniello Desiderio. Sie befindet sich auf einer CD, auf der 4 Sonaten des 20. Jahrhunderts gespielt werden. Brouwer, José, Ginastera und eben Dyens. Diese Aufnahme ist technisch unglaublich präzise und mit hohem Tempo gespielt(ca. 168)
Die 2. ist mein persönlicher Favorit. Sie stammt vom münchener Gitarristen Walter Abt und ist auf der CD "Agua i vinho", auf der zeitgenössische südamerikanische Gitarrenmusik gespielt wird.

Grüsse Brink

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Beitrag von Brink » Do 09.Feb 2006, 20:21

Hallo Frupita!

Ich hab das Stück vor 2 Jahren gespielt und es vorgestern wieder ausgepackt, nachdem ich diesen Thread hier gelesen hab :D

Dein Post ist zwar schon 2 Monate her, aber vielleicht arbeitest du ja immer noch dran...Zumindest ich hab ca. 3 Monate gebraucht, bis ich es wirklich spielen konnte. Ich schreib einfach mal meine Erfahrungen zu dem Stück auf. Vielleicht ist ja was hilfreiches dabei.

Ich habe zu Beginn das Stück erstmal in viele Einzelteile untergliedert. Die habe ich einzeln geübt (und erst gegen Ende wieder zusammengefügt).
Dann habe ich mir zu diesen Einzelteilen Begleitstücke gesucht. Diese waren meist Etüden. An diesen Etüden habe ich die nötige Technik so lange geübt, bis ich sie auf das Stück übertragen konnte. Dadurch war es mir möglich gleich am Ausdruck zu arbeiten.
Der Anfangspart, also das Thema mit den gebundenen Läufen habe ich beginnend mit einem Tempo von 60 Tag für Tag langsam gesteigert. Begleitend zu diesem Teil habe ich viel improvisiert, um Sicherheit in Läufen zu bekommen. Z.B. habe ich die Solostimmen der Rumbas von Paco de Lucia gespielt (entre dos aguas, rio ancho,...). Schon bei Tempo 60 habe ich darauf geachtet, dass ich die richtigen Noten betone und das Tempo erst dann erhöht, wenn ich mit dem Ausdruck zufrieden war. Ich persönlich habe eine Tempolücke, in der ich den Anfang nicht mit exaktem Timing spielen kann. Das ist das Tempo 112-120. Langsamer geht, schneller auch, aber in dieser Lücke ändert sich meine Technik von kontrolliert zu fliessend. Diese beiden Techniken vermischen sich bei diesen Tempi. Das ist vielleicht ähnlich wie Bauch-, und Kopfstimme. Zwischen beiden liegt meist ein "toter" Bereich.
Mein 2. Teil war der Bereich, in dem i, m und a e-dis-h-g wiederholen und der Daumen darüber rythmisch das fis spielt. Begleitend dazu hat mir der 2. Satz der Saudade No.3 von Dyens geholfen. Darin gibt es einen sehr ähnlichen Teil, der aber etwas einfacher zu spielen ist. Ich habe wieder mit 60 angefangen und besonders auf 3 Dinge geachtet:
1. Das fis des Daumens hebt sich stark von den übrigen Tönen ab.
2. Die Begleitung der übrigen Finger ist leise und immer gleichmässig.
3. Der Daumen wird dynamisch gespielt.
Dieser Teil hat mich VIEL Mühe gekostet, obwohl ich ihn bei meiner Anfangsbetrachtung als den leichtesten eingeschätzt habe.
Anschliessend kommt der zerlegte e-moll Akkord. Begleitend dazu habe ich den ersten Teil von Asturias gespielt. Darin sind die 16tel Triolen hilfreich. Beim rythmischen Durchschlagen des Akkords habe ich darauf geachtet, dass die Schläge exakt und laut waren und sich somit richtig abheben. Natürlich ist das Geschmackssache. Bei den Aufnahmen, die ich besitze scheiden sich da die Geister :D
Als nächstes kommt der lange arpeggierte Teil. Begleitend dazu habe ich insbesondere 2 Stücke gespielt.
1. Die 5. Etüde von Brouwer in den unterschiedlichsten Tempi
2. Die 1. Etüde von Villa-Lobos so schnell wie mir möglich.
Beide sind reine Arpeggioetüden und wirklich schön. Ehrlich gesagt bin ich mir bis heute nicht sicher, was ich in diesem Teil als wichtiger empfinde. Die Betonung der beiden höchsten Noten oder die Betonung des Basses. Beides gleichzeitig bekomm ich leider nicht hin. Ich bemühe mich im Grunde nur es so fliessend wie möglich klingen zu lassen, sodass sich ein Klangteppich bildet. Meiner Meinung nach braucht es dazu aber eine bestimmte Grundgeschwindigkeit von mindestens 112.
Der nächste Teil hat sich für mich als der schwerste erwiesen. Eine fliessende Bassbegleitung über klaren hohen Tönen mit vielen Griffwechseln. Hier muss ich mich wirklich anstrengen das Tempo zu halten und stosse an meine Grenzen. Sauber bekomm ich`s nur jedes 2. Mal hin. Wie man diesen Teil üben soll kann ich nicht genau sagen. Ich hab einfach wie immer sehr langsam angefangen und dann das Tempo gesteigert.
Für den Schlussteil habe ich mich wieder an Brouwer gehalten. Ich weiss jetzt nicht genau welche Etüde es ist. Ich glaube die achte. Diesen Teil find ich den leichtesten (wenn man bei diesem Stück überhaupt von leicht reden kann. Wahrscheinlich sollte man sagen den am wenigst-schwierigen).
Dann habe ich die Stücke langsam zusammengesetzt und das Stück 2-3 Wochen gespielt, bis ich die nötige Sicherheit hatte.

Zum Thema Tempo. Wenn du dieses Stück spielst, dann bist du ja schon mindestens fortgeschritten und kannst dir dein Tempo selbst aussuchen. Die Frage des Tempos ist allgemein nicht zu beantworten. Jeder hat da zum Glück eigene Vorstellungen und Vorlieben. Für mich ist dieses Stück einfach dazu prädestiniert es schnell zu spielen. Es lebt von seiner Virtuosität und dem dabei entstehenden Ausdruck. Natürlich darf Geschwindigkeit nicht auf Kosten von technischer Sicherheit gehen. Aber mir erschliesst sich der Charakter des Stücks erst ab einer gewissen Geschwindigkeit. Deshalb handhabe ich es so: Ich spiele in einem Tempo, das knapp unterhalb meiner persönliche Leistungsfähigkeit liegt. So bewahre ich mir die Sicherheit und verliere nicht Ausdruck zugunsten von Geschwindigkeit.

Vielleicht konntest du ja etwas aus meinen Ausführungen mitnehmen...

Ich wünsch dir viel Spass mit dem Stück. Es lohnt die harte Arbeit!

Brink