Klassische Standardkadenzen?

Musiktheorie, Notenkunde ... Sachkunde für Amateurgitarristen
qminusi

Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von qminusi » Mi 07.Dez 2005, 21:44

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Zuletzt geändert von qminusi am Di 14.Feb 2006, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.

Bernd C. Hoffmann
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Re: Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von Bernd C. Hoffmann » Mi 07.Dez 2005, 22:51

Hallo Karl,

mit populären Strukturen habe ich mich kaum befaßt. Gelegentlich gibt in diatonischer Musik strukturen mit Fragmenten aus dem Quintenzirkel, z. B. Dominate der Dominante als Sprung in eine vorübergehend neue Tonika. Bei atonaler Musik fällt mir als feste Struktur nur die 12tonmusik ein.

Im Flamenco ist man heute deutlich weiter. Das von Dir aufgezeigte Soleá-Gerüst hat heute vermehrt nur noch traditionellen Grundcharakter. Insofern ist das heute nicht mehr unbedingt ganz zutreffend. Als Beispiel kann man auch andere Toques wie moderne Alegrías anführen, exemplarisch "Jazzmenco" von Adam del Monte. Man geht über "Umwege" zur Tonika.
Liebe Grüße
Bernd

qminusi

Re: Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von qminusi » Do 08.Dez 2005, 0:19

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lautenist
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Re: Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von lautenist » Do 08.Dez 2005, 0:28

qminusi hat geschrieben:
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Worüber improvisiert ein Flamenco Gitarrist? Worüber hat Sor improvisiert? Tarrega?
So als Lesetipp für die in Englisch etwas bewanderten :-)
http://musicintime.co.uk/Some%20introdu ... s%20PI.pdf
und
http://musicintime.co.uk/some%20intro%20PII2.pdf

Rob beschreibt das ganz gut, finde ich.

Beste Grüsse vom Lautenist

Bernd C. Hoffmann
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Re: Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von Bernd C. Hoffmann » Do 08.Dez 2005, 11:04

qminusi hat geschrieben:
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Hallo Karl,

mit populären Strukturen habe ich mich kaum befaßt. Gelegentlich gibt in diatonischer Musik strukturen mit Fragmenten aus dem Quintenzirkel, z. B. Dominate der Dominante als Sprung in eine vorübergehend neue Tonika. .
Na ja, die diatonische Musik besteht ja nur aus Strukturen, bis hin zur Nicht-Diatonischen Musik (Was es eigentlich gar nicht geben kann, sofern man den Begriff Musik etwas enger fasst und damit Geräusche nicht mitzählt. Selbst indische Musik mit den Vierteltönen (Shruti/Sruti) ist im modalen Konzept diatonisch (durch die Tonleiter, im Sinne des Wortes) doch dort ergeben sich, eben bedingt durch das modale Spiel mehr rhythmische als harmonische Strukturen.) Westliche Harmonielehre egal welcher Couleur befasst sich ja ausführlich mit den der Diatonik innewohnenden Strukturen.
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Bei atonaler Musik fällt mir als feste Struktur nur die 12tonmusik ein..
Was dort aber weniger eine Struktur als vielmehr ein Konzept darstellt.

Ich meinte eigentlich etwas anderes. Als Beispiel möchte ich mal die 24. Caprice von Paganini erwähnen. Dieses 'Stück' besteht aus verschiedenen Variationen die auf demselben Grundmuster aufbauen. Paganini wird damit wohl wundervoll improvisiert haben. Und darum geht’s: Um harmonische Strukturen die auch/vor allem verwendet werden um Fantasien zu spielen. Eine Fantasie ist ja wohl in der Klassik das Synonym für Improvisation, es klingt einfach etwas romantischer
:ouioui:
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Im Flamenco ist man heute deutlich weiter. Das von Dir aufgezeigte Soleá-Gerüst hat heute vermehrt nur noch traditionellen Grundcharakter..
Wusste gar nicht dass es einen Namen dafür gibt. War ja auch nur als Beispiel gedacht. Aber sowas in der Art meine ich, auch wenn die Dinger Namen haben 8)
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben:Insofern ist das heute nicht mehr unbedingt ganz zutreffend. Als Beispiel kann man auch andere Toques wie moderne Alegrías anführen, exemplarisch "Jazzmenco" von Adam del Monte. Man geht über "Umwege" zur Tonika.
Die da wären?

Worüber improvisiert ein Flamenco Gitarrist? Worüber hat Sor improvisiert? Tarrega?(..)
Sor hatte (glaube ich) hauptsächlich über Themen improvisiert, zu denen er seine Variationswerke komponierte. Mit Tárregas Biographie habe ich mich nicht befaßt. Aber ein Flamencogitarrist improvisiert als erstes nur über den Rhythmus - sofern es kein toque libre ist. Die Harmonien folgen heute nicht mehr unbedingt einem allgemein festgelegten Schema. Am besten schaust Du bei einigen modernen Flamencogitarristen vorbei:
www.adamdelmonte.com
www.tomatito.com
www.vicenteamigo.com
Liebe Grüße
Bernd

lautenist
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Re: Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von lautenist » Do 08.Dez 2005, 12:13

qminusi hat geschrieben:
Bernd C. Hoffmann hat geschrieben: Eine Fantasie ist ja wohl in der Klassik das Synonym für Improvisation, es klingt einfach etwas romantischer
Fantasien und auch "Tänze" (genauer Bassschemata) wie Passacalia oder Chaconne wurden schon im Barock improvisiert. Auch in der Renaissance gab es genügend Raum zur Improvisation, in England zum Beispiel in Form von "Divisions". Improvisation ist vermutlich so alt wie die Musik.

Worum geht es bei einer Improvisation?
Es gibt "freie" Formen wie in der (barocken) Fantasie oder dem Renaissance Recercare oder Variationen über ein Thema. Dies kann eine Diminuition sein, die die Vorlage noch sehr ernst nimmt (in einer barocken Diminuition muss eigentlich das Thema locker mitgespielt werden können) oder es kann sich auch um rythmische oder harmonische variationen handeln. Die "Klassiker" haben so ziemlich alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Und so ähnlich wird heute auch im Jazz oder Flamenco verfahren. Natürlich muss bei der Variation über einen Tanz der Tanz erkennbar bleiben während bei einer "konzertanten" Form das nicht ganz so wichtig ist, aber prinzipiell gibt die Vorlage die Grenzen der Improvisation vor - diese zu erweitern oder auszuloten bleibt letztendlich jedem selbst überlassen, oder?

Nur ein paar wirre Gedanken des ollen
Lautenisten

qminusi

Re: Klassische Standardkadenzen?

Beitrag von qminusi » Di 07.Feb 2006, 10:45

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