Frage zu Notation

Musiktheorie, Notenkunde ... Sachkunde für Amateurgitarristen
Thomas_HD
Beiträge: 3
Registriert: Mo 23.Jan 2006, 11:09

Frage zu Notation

Beitrag von Thomas_HD » Mo 23.Jan 2006, 11:13

Was bedeuten kleine diaglonale Kreuze im Notationssystem, statt des Notenkörpers. Wie muß ich diese Noten spielen?

lautenist
Beiträge: 252
Registriert: Mo 14.Nov 2005, 17:39
Wohnort: CH-Aadorf

Re: Frage zu Notation

Beitrag von lautenist » Mo 23.Jan 2006, 11:28

Thomas_HD hat geschrieben:Was bedeuten kleine diaglonale Kreuze im Notationssystem, statt des Notenkörpers. Wie muß ich diese Noten spielen?
das meint in der Regel Perkussion, also Klopfen des Rythmus auf dem Corpus der Gitarre - im Gran Jota meint es aber "Tambura" - eine Technik, die mir bis jetzt nur dort untergekommen ist.
Ueblicherweise wird die gedachte Art der Aufführung irgendwo in den Hinweisen des Herausgebers erwähnt.
Im Flamenco könnte das auch ein Hinweis auf Golpe sein (eine spezielle Technik, ebenfalls mit Klopfen - gibt's auch in Südamerika, wird dort aber anders ausgeführt).

Ich hoffe, das hilft
Der Lautenist

Octavarius
Beiträge: 66
Registriert: Mi 14.Dez 2005, 12:23
Wohnort: Chemnitz

Beitrag von Octavarius » Mo 23.Jan 2006, 11:43

Hallo...

Im Reich der E-Gitarren könnte das auch einen Hinweis auf "palm muting" bedeuten. Also ein Spielen von Noten/Akkorden mit durch den rechten Handballen abgedämpften Anschlag. Oder die Saiten werden mit der Greifhand gedämpft... dann isses nur ein "muting" ohne "palm" :)

Kommt nun nur noch drauf an, was für Noten Dir vorliegen... ich nehm mal an klassische (das hier is ja ein Forum für klassische Gitarre)
hehe... also hör auf den Lautenisten :lol:

Grüße von Octavarius

Thomas_HD
Beiträge: 3
Registriert: Mo 23.Jan 2006, 11:09

Beitrag von Thomas_HD » Mo 23.Jan 2006, 12:08

Danke für die Antworten. Das Stück ist von Baden Powell: Berimbau, was schon auf was Persussives hindeutet. Das Problem ist nur, daß die Kreuzchen eine Tonhöhe haben und zusammen einen Akkord bilden. Also ist Klopfen auf den Korpus nicht so günstig. Abdämpfen käme mir schon eher wahrscheinlich vor.

Was hat es mit der Golpe denn genauer auf sich?

Wie ist das eigentlich hier im Forum, gehört Baden Powell noch dazu? Oder geht es hier nur um Klassik im strengen Sinn?

lautenist
Beiträge: 252
Registriert: Mo 14.Nov 2005, 17:39
Wohnort: CH-Aadorf

Beitrag von lautenist » Mo 23.Jan 2006, 12:27

Thomas_HD hat geschrieben:Danke für die Antworten. Das Stück ist von Baden Powell: Berimbau, was schon auf was Persussives hindeutet. Das Problem ist nur, daß die Kreuzchen eine Tonhöhe haben und zusammen einen Akkord bilden. Also ist Klopfen auf den Korpus nicht so günstig. Abdämpfen käme mir schon eher wahrscheinlich vor.

Was hat es mit der Golpe denn genauer auf sich?

Wie ist das eigentlich hier im Forum, gehört Baden Powell noch dazu? Oder geht es hier nur um Klassik im strengen Sinn?
Ich denke, Baden-Powell ist okay - das ist wohl ein "moderner Klassiker" :-)
In dem von dir geschilderten Fall müsste es so sein, dass du den Akkord greifen sollst und dann klopfen - dadurch entsteht neben dem Klopfgeräuch ein zartes Klingen des Akkords.
Du kannst bei Baden-Powell auch südamerikanisches Golpe spielen, bei dem Du mit der Faust auf die Saiten schlägst. Erst einmal denkt man: "Barbarisch", aber das funktioniert überraschend gut und ist für die Decke besser als das Flamenco-Golpe (dabei wird auf den Korpus geklopft - das müsste ich zeigen. Jedenfalls haben Flamencogitarren nicht umsonst eine Golpeador!).

Grüsse vom
Lautenist

larypeter
Beiträge: 45
Registriert: Di 30.Aug 2005, 19:27
Wohnort: Ruhrgebiet

Beitrag von larypeter » Mo 23.Jan 2006, 12:32

Hallo Thomas_HD,


wenn Du die Fassung von der www.brazil-on-guitar.de Website meinst, dort sind als Kreuze sogenannte ghost-notes gemeint. Man zupft die notierte(n) Saite(n) an und dämpft sie mit der Greifhand so ab, das keine erkennbare Tonhöhe entsteht, sondern nur ein percussiver Effekt.


larypeter