zwei Fragen : Bedeutung 8vb und Besaitung

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hein blöd
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zwei Fragen : Bedeutung 8vb und Besaitung

Beitrag von hein blöd » Di 31.Jan 2006, 19:51

Guten Abend allerseits,

in Ermangelung eines fachkundigen Beistandes in meinem näheren Umfeld, wende ich mich mal mit zwei Fragen an die fachkundigen Mitglieder des Forums.

Frage 1: Welche Bedeutung hat die Markierung "8vb", z.B. bei Robert Johnson`s Alman VII?

Frage 2: Welche Bewandtnis hat es mit dem einseitig flexiblen Ende der Basssaiten, bzw. mit der einseitigen farblichen Kennzeichnung der
Diskantsaiten auf sich?
Ist hierbei auf eine bestimmte Spannrichtung zu achten?

MlG

Hein

Tobias
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Beitrag von Tobias » Di 31.Jan 2006, 20:13

Hallo Hein Blöd,

Frage 1 kann ich Dir leider nicht beantworten.
Frage 2: ich denke mit einseitig flexibel meinst Du, daß die Metallspirale hinten ausgedrieselt aussieht. Das ist zum leichteren Einfädeln der Saiten durch die Löcher im Steg. Die einseitige Farbkennung ist wahrscheinlich rot und ist eine Verstärkung der Saite um diese mit etwas Druck, ohne daß diese gleich knickt ebenfalls durch die Löcher am Steg zu kriegen.
Gruß Tobias
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jahro
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Beitrag von jahro » Di 31.Jan 2006, 20:16

Hallo Hein,

ich bin etwas unter Zeitdruck.

Zu Frage 1.

vb -> ital. ottava bassa: „tiefe Oktave
siehe hier


Frage 2
Einmal
Zweimal
und zuletzt...


Viele Grüsse
jahro
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hein blöd
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Beitrag von hein blöd » Do 02.Feb 2006, 20:12

Hallo,

vielen Dank für die Hinweise!

Zu Frage 1: Die Markierung "8vb" kann also auf einer 6-saitigen Gitarre zumindest ab dem eingestrichenen "d" nach unten hin nicht umgesetzt werden ?

Zu Frage 2: Eine besondere Spannrichtung muß also nicht beachtet werden?

MlG

Hein

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Do 02.Feb 2006, 20:33

Hallo Hein!

1.)
8 vb bedeutet, das die Noten im System eine ganze Oktave tiefer klingen.
Ist bei den Gitarrennoten so gemacht, wegen besserer Darstellung. (die hohe E-Saite müsste ohne "8 vb" also im System auf der untersten Notenlinie dargestellt werden. (hoffentlich hab ich´s nicht zu kompliziert erklärt)

2.)
ich fädle normalerweise das glatte Ende der Basssaiten durch den Steg, das locker umsponnene Ende an die Wirbel (sonst haben die Saiten doch keinen richtigen Halt am Steg, und vestimmen schneller)

vG Bernhard

Tobias
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Beitrag von Tobias » Do 02.Feb 2006, 22:45

Hallo Bernhard,

zu 2.: wenn man allerdings das locker umsponnene Ende am Steg benutzt, kann man die Saite leichter fixieren, weil dann das Ende beim Wickeln um die Saite nicht so starr ist.
Gruß Tobias
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hein blöd
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Beitrag von hein blöd » Do 02.Feb 2006, 23:33

Guten Abend Bernhard,

danke für Deinen Hinweis.

Ich war der Ansicht, dass ein vorgegebener oktavierter G-Schlüssel , auf den von Dir genannten Umstand ausreichend hinweist.

Vielleicht hast Du mal Zeit und Muse, im Archiv (Robert Johnson-Alman VII-Stufe 5) nachzusehen um das o.a. zu interpretieren?

Hoffentlich nerve ich (noch)nicht.

MlG

Hein

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Do 02.Feb 2006, 23:47

Hallo Hein Blöd,

also ich habe mir die Stelle angesehen und würde hier Flageolet auf der A-Saite / 5. Bund spielen (alternativ 19. Bund).

Gustaw

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Fr 03.Feb 2006, 6:41

Hallo,

es gibt auch eine schöne Einspielung des Stücks im engl.-sprach. Forum.
-Ich hab mir die Noten auch mal angeschaut, kann eigentlich nur, wie Gustaw schon schrieb, ein Flageolet sein.
Ansonsten müsstest du an den betreffenden Stellen die A-Saite jedesmal eine Oktave herunterstimmen (und gleich darauf wieder hoch).-kleiner Scherz. :grire: :grire: :grire:

@Tobias: machst du das so?
Hast du dann keine Probleme mit Verstimmungen der Saiten?

vG Bernhard

lautenist
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Beitrag von lautenist » Fr 03.Feb 2006, 10:16

Gustaw hat geschrieben:Hallo Hein Blöd,

also ich habe mir die Stelle angesehen und würde hier Flageolet auf der A-Saite / 5. Bund spielen (alternativ 19. Bund).

Gustaw
... was den eigentlichen Effekt (tiefer Bass) aber umkehrt.

Flageolett sehe ich auf der Laute erst sehr spät (genau in einem Stück von Rust 1792).

Johnson hatte ja auch eine Laute mit tiefen Bässen (also 7 oder 9-chörig) und da gibt es halt Töne, die auf der Gitarre einfach nicht drauf sind. Diese Töne sollte man korrekterweise schon 8va-notieren, damit der Gitarrist weiss, dass er hier "mauschelt", aber selbst die alten Lautenbücher aus dieser Zeit weisen darauf hin, dass man ruhig oktavieren soll.

Grüsst der Lautenist

jahro
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Beitrag von jahro » Fr 03.Feb 2006, 11:17

Hallo Hein,

nochmal zum Thema Saitenwechsel.

Also ich behandle die Bass-Saiten so wie Bernhard es erwähnt hat.

Das starre Ende unten und das flexiblere oben.
Dieses flexiblere Ende kann man dann wie auf dem Link von mir
ersichtlich oben noch einfädeln.

Tobias hat geschrieben: ...wenn man allerdings das locker umsponnene Ende am Steg benutzt, kann man die Saite leichter fixieren, weil dann das Ende beim Wickeln um die Saite nicht so starr ist
Kann man auch machen siehe hier.

oder wer mal ganz was anderes ausprobieren möchte. :shock:

Viele Grüsse
jahro
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Tobias
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Beitrag von Tobias » Sa 04.Feb 2006, 16:15

Hallo Bernhard,

Probleme mit dem Verstimmen der Baßsaiten habe ich nicht. Ich klemme die Saite aber auch nicht einmalig am Steg ein sondern umwickle die Baßsaiten wie die Nylonsaiten zweimal. Es hat auch keine Stabilitätseinbuße, wenn man öfter von E auf D und A auf G und natürlich zurück stimmt.

@jahro: den Hinweis, den Du unter "siehe hier" verknüpft hast, verstehe ich nicht. Zieht der beim Beispiel "lockeres Ende" die gesamte Baßseite durch den Steg? Er fängt ja von hinten an, die Saite einzufädeln. Es ist im übrigen nicht "sehr schwierig" - vielleicht ungewöhnlich.
Gruß Tobias
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Beitrag von hein blöd » Sa 04.Feb 2006, 20:53

Guten Abend allerseits,

vielen Dank für Eure Recherchen, Ansichten und Antworten!

Habe wieder gehörig daraus gelernt.

Uns Lautenist bringt zudem das "8vb"-Problem offensichtlich auf den Punkt, und das fast ohne Konjunktiv.

Ich bin stolz auf uns!

MlG

Hein