Probleme beim Umstieg von Folk- auf Konzertgitarre

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lucas
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Probleme beim Umstieg von Folk- auf Konzertgitarre

Beitrag von lucas » Di 14.Feb 2006, 20:54

Hallo Gitarrenfreunde,

ich spiele jetzt seit über 30 Jahren Gitarre und habe sogar mit der Klassikgitarre angefangen. Allerdings habe ich bis vor Kurzem hauptsächlich Folk gespielt.

Nun habe ich meine Liebe zur Klassik wieder entdeckt, habe aber gleich ein nerviges Problem: Das Griffbrett meiner "klassischen" ist deutlich breiter als das der Folkgitarre. Und daraus ergeben sich Greifprobleme, schnarrende Saiten und sonstiges Ärgerliche mehr.

Mein Problem: Kaum habe ich die Klassikgitarre "im Griff" habe ich Probleme mit der Folkgitarre und umgekehrt.

Ich möchte auf keinen Fall mit der Folkmusik aufhören und habe mir deshalb überlegt eine Konzertgitarre mit relativ schmalem Griffbrett zu kaufen.

Kennt jemand von euch ein solches Instrument ? Das wäre schlichtweg toll.

Dietmar :wink:

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Di 14.Feb 2006, 22:13

Hi Lucas!

Noch'n Saarländer, schön!

Mir ist es so ähnlich ergangen, ich hab vor ein paar Jahren nur Fingerstyle gespielt (Franco Morone, Pierre Bensusan..ect.)
Durch die Gitarren-AG meiner Tochter in der Grundschule bin ich dann nach und nach wieder auf den Geschmack der kl. Gitarre gekommen. (mit der hab ich ja auch angefangen)
Heute spiele ich nur noch auf der Klassischen.
Das Problem mit der Griffbrettbreite und dem anderen Spielgefühl kenne ich, aber ich wüsste nicht, das es die Gitarre gibt, nach der du suchst.

vG Bernhard

lucas
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Na da muss ich dann wohl durch ...

Beitrag von lucas » Mi 15.Feb 2006, 8:54

Hallo Bernhard,

danke für deine Antwort. Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig als meine Fingerchen etwas umzugewöhnen.

Es ist ja kein unlösbares Problem, der Wechsel von einer zur anderen Gitarre wäre aber etwas einfacher gewesen.

Schönen Tag noch.

Dietmar

P.S.: Ich komm übrigens aus Neunkirchen.

lautenist
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Re: Na da muss ich dann wohl durch ...

Beitrag von lautenist » Mi 15.Feb 2006, 10:06

Hallo Dietmar,

vielleicht wäre eine Biedermeier das richtige für Dich?
Die hat ein schmaleres Griffbrett und Klassik lässt sich schön darauf spielen.

Beste Grüsse vom
Lautenist

Octavarius
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Beitrag von Octavarius » Mi 15.Feb 2006, 10:50

Hallo Lautenist,

Stichwort Biedermeiergitarre: Was muß man denn für solch ein Instrument einplanen? Wo kann man sowas noch kaufen? Hast Du da Infos?

viele Grüße... Octavarius

lucas
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Hab was gefunden !

Beitrag von lucas » Mi 15.Feb 2006, 11:34

Hallo,

danke für den Tip mit der Biedermeier-Gitarre. Eine Recherche im Internet ergab jedoch daß ein solches Instrument mein Budget sprengen würde.

Ich habe aber beim "Musikhändler meines Vertrauens" soeben ein Instrument entdeckt daß ein etwas schmaleres Griffbrett als meine Konzertgitarre hat. Sind zwar nur ein paar Millimeter, macht aber deutlich was aus.

Und vor allem ist der Preis erträglich ...

Schönen Tag noch !

Dietmar

Mothman
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Beitrag von Mothman » Mi 15.Feb 2006, 11:39

hallo!!

Ich kann dazu leider keine antwort geben, aber hab ebenfalls wie octavius ne frage zu Biedermeiergitarre: ich als neuling auf dem bereich der klassischen gitarre würde einfach mal gerne wissen, was ein solches instruument überhaupt ist und was so ne gitarre denn ausmacht.......... vielleicht etwas an der eigentlichen frage vorbei, aber ein kleiner verweiß, wo man darüber was findet, würde mir auch schon reichen!!

grüße

tobias

es335
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Beitrag von es335 » Mi 15.Feb 2006, 11:39

Hallo Lucas,

es gibt solche Gitarre mit schmaleren Griffbrettern, die auch genau für diese Fälle gemacht sind von z.B. Martin, Takamine oder Ovation (Dies ist nur eine kleine Auswahl! Da gibt es sicher noch weitere!).

Du wirst da aber eher in "konventionellen" Musikläden fündig als in einem Laden, der auf klassische Gitarren spezialisiert ist, was durchaus nachzuvollziehen ist, denn bei diesen Instrumenten muß man im Vergleich zu einer "richtig erwachsenen" Konzertgitarre meist mehr oder weniger starken klanglichen Kompromiß hinnehmen.

Andererseits nützt auch die schönste Konzertgitarre nichts, wenn du spieltechnisch damit nicht klarkommst. :wink:

Gruß es335

PS: Diese Erfahrung habe ich übrigens mit meinem Wechsel von der Alhambra zur Kohno gerade hinter mir. Nur 2mm Unterschied in der Halsbreite am Sattel aber in Punkto Bespielbarkeit Welten voneinander entfernt!
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

lucas
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schmales Brett

Beitrag von lucas » Mi 15.Feb 2006, 12:22

Hallo es335,

danke für deinen Hinweis. Wie ich schon schrieb hab ich in einem Musikgeschäft eine Gitarre gefunden (übrigens eine Martin).

Klanglich gefällt sie mir durchaus und reicht für meine Zwecke auch vollkommen.

Nochmals Danke

Dietmar

jahro
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Beitrag von jahro » Mi 15.Feb 2006, 12:42

Hallo Zusammen,

um Euch mal ein paar Biedermeier-Gitarren anzusehen,
gibt es hier einen Link (wobei ich denke, dass die Modelle auch euere Budgets deutlich übersteigen werden. :wink:)

Weissgerber Modell Biedermeier
auf der Hauptseite der obigen Links gibt es noch ein paar andere schöne Gitarren.

Viele Grüsse
jahro
Gitarren:
CUENCA 60P
AMALIO BURGUET "LUNA El Mediterraneo"
Ortega M5

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Mi 15.Feb 2006, 16:38

Hi!

Weiss eigentlich jemand, warum das Griffbrett bei der Konzertgitarre so breit ist im Vergleich zur Westerngitarre?
Liegt's vielleicht an dem unterschiedlichen Schwingverhalten der Stahl-u. Nylonsaiten?
(..ich finde übrigens, das sich die Vor-und Nachteile etwas aufheben, da bei der Westerngitarre die Saitenspannung wesentlich höher ist, ich hätte jetzt wieder Probleme, mich umzustellen)

Da gab's wohl früher kein Norm-maß.

Übrigens ist's bei den E-gitarren so ähnlich, die Les Paul von Gibson hat ein schmaleres Griffbrett als die Stratocaster von Fender und man hat sich bis heute nicht auf ein Einheitsmaß geeinigt.


vG Bernhard

es335
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Beitrag von es335 » Mi 15.Feb 2006, 18:04

Hi Bernhard,

nicht schmunzeln, aber bei der Paula und der Strat kann ich dir vielleicht weiterhelfen. (Kann meine Wurzeln halt nicht verleugnen :) )

Leo Fender hat mit seiner Telecaster und dann der Strat das "Normmaß" für die Griffbrettbreite vorgelegt, das Gibson mit seiner späten Antwort, der Paula, mit 42mm um nur (!) 1 mm schmaler als bei der Strat, übernommen hat.

Neben der Griffbrettbreite und der Mensur (Strat 648mm / Paula nur 628mm!) ist aber vor allem eine leichte Wölbung des Griffbrettes das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal zu den Konzertgitarren, deren Griffbrett in der Regel flach ist. (Ramirez z.B. hatten in den 70igern ein auf der Bassseite in den hohen Lagen abfallendes Griffbrett!)

Diese Wölbung soll das Barreespiel erleichtern und ist daher auch bei den akustischen Stahlsaitern zu finden. Daß diese Wölbung dann einmal das Saitenziehen über 2+ Halbtöne bei den E-Gitarren stören würde, konnte man zur damaligen Zeit, wo man regular gauge Saiten mit einer 0.013" hohen E-Saite spielte, noch nicht ahnen, denn mit diesen Brechern gab's nicht viel zu ziehen. :wink:

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

Johannes
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Beitrag von Johannes » Mi 12.Apr 2006, 16:38

Hallo lucas und Ihr anderen alle,

das Problem gibt es auch anders herum; vielleicht bin ich da noch nicht mal der Einzige.
Ich habe mir vor ein paar Jahren eine Stahlsaiten-Gitarre gekauft, weil ich das Loch in der Banane (Dank an Ulli Bögershausen!) gerne mal richtig klingen lassen wollte.
Eigentlich eine schöne Gitarre, sieht gut aus, klingt auch gut (was ich halt so davon verstehe), aber der Hals, der Hals! So was von schmal (klassisch spiele ich eine 52er und eine 54er), das zischt und quietscht und scheppert, dass es ein wahrer Graus ist. Wenn ich dann ein paar Tage regelmäßig drauf gespielt habe, wird es schon besser, aber Freude macht es nicht.
Ich habe mal daran gedacht, mich umzusehen, ob es nicht Stahlsaiter mit einem breiten, klassischen Griffbrett gibt, habe den Gedanken dann aber nicht mehr weiterverfolgt.

Viele Grüße
Johannes

jahro
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Beitrag von jahro » Mi 12.Apr 2006, 17:53

Hallo Johannes,

ein Freund von mir hat eine Lakewood.
Dort gibt es u.a. Modelle mit breitem Hals.

Ich habe die mal gespielt. Da kommt schon mehr Freude auf für den
Klassikgitarrengewöhnten.

Aber die Gitarren sind nicht ganz billig.

Viele Grüsse
jahro

Johannes
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Beitrag von Johannes » Mi 12.Apr 2006, 18:43

Hallo jahro,

vielen Dank für den Tip!
Ja, bei Lakewood wollte ich mich schon mal umsehen,
hat bisher einfach noch nicht geklappt.
Ich habe auch unlängst in der Akustik-Gitarre Artikel / Leserbriefe (?) zu diesem Thema gelesen, ich glaube, Stoll baut auch auf Wunsch breite Hälse. Bestimmt würden sich noch andere Gitarrenbauer finden lassen, die so etwas im Rahmen der Sonderwünsche machen, und das das nicht billig wird, ist klar.

Im Moment habe ich die Sache (fast) schon abgehakt, weil ich all meine Zeit in meine klassischen Lieblinge investiere, und seit ich das Forum entdeckt habe, steigt die Motivation schier ins Unermessliche ...

Wer weiß, was die Zukunft noch alles bringt.
(Lakewood sind klasse, hab ich schon öfter gehört, ich meine, wenn schon Ulli Bögershausen ...)

Liebe Grüße
Johannes