Brauche Mikrofonempfehlung für PC-Aufnahme

Technik, Tips und Fragen zum Thema eigene Aufnahme (Tonabnehmer, Mikrofone, Aufnahmesoftware usw.)
lucas
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Brauche Mikrofonempfehlung für PC-Aufnahme

Beitrag von lucas » Mo 27.Feb 2006, 9:38

Hallo Gemeinde,

ich versuche zur Zeit gerade Tonaufnahmen mit dem PC zu machen, was allerdings aufgrund des vorhandenen Billigmikrofons jämmerlich klingt.

Hat jemand einen Tip für ein gutes Mikrofon, ggf. mit Vorverstärker ?
Soll natülich nichts kosten :wink:

Würde mich freuen

Dietmar

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Mo 27.Feb 2006, 17:04

Hör dir doch mal die Aufnahme von simon82 (F. Sor, Etude op.31 n°4) an! (Kneeset)

Es geht auch mit dem Webcam-micro.

...das Video kannst' ja neuerdings auch mitposten!!

:guitare:

vG Bernhard

aläx
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Beitrag von aläx » Di 28.Feb 2006, 0:32

Hallo Lucas

ich war vor kurzem in einem Musikhaus und habe mich beraten lassen. Ich habe noch immer keine eigenen Aufnahmen gemacht aber wenn ich es mache möchte ich schon eine gute Qualität.

Ich war mir darüber im Klaren, dass das Mikrofon der entscheidende Faktor bei einer Aufnahme mit einem Akkustikinstrument ist.

Kurz und gut habe ich mir ein AKG C 1000 S Mikrofon gekauft und dafür so an die 200 € bezahlt.
Ich hätte auch ein Mikrofon für 2000 € von Schoepps nehmen können.
Nicht weil ich so viel Geld habe sondern weil in diesem Bereich wie in vielen anderen Bereichen auch nach oben die Skala offen ist.
Ich möchte in Zukunft viel aufnehmen und deshalb gebe ich etwas mehr aus als ich es dir empfehlen würde.
Wie bereits gesagt hat die "Billiglösung" von Simon 1982 durchaus eine vernünftige Qualität und ist für deine Anfrage eigentlich genau die richtige Lösung.
Es gibt übrigens im Internet eine Menge darüber zu lesen wie man mit wenig Geld vernünftige Aufnahmen machen kann.

Um aber auf deine Ausgangsfrage zurückzukommen.

Der Verkäufer hat mir glaubhaft versichert, dass ein "in seinen Ohren" gutes Mikrofon nicht unter 100 € zu haben ist und es auch kein dynamisches Mikrofon sein soll wenn du nur eine klassische Gitarre damit aufnehmen willst.
Es gibt ja dann auch Perfektionisten die brauchen zwei oder idealerweise drei dieser Mikrofone um die Gitarre optimal abzunehmen aber das ist mir auch noch viel zu hoch.

Aber das kannst du dir dann ja immer noch kaufen wenn das Geld stimmt bzw. wenn es dir viel Spass macht.

tschau Aläx

lautenist
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Beitrag von lautenist » Di 28.Feb 2006, 0:57

aläx hat geschrieben:ich war vor kurzem in einem Musikhaus und habe mich beraten lassen. Ich habe noch immer keine eigenen Aufnahmen gemacht aber wenn ich es mache möchte ich schon eine gute Qualität.
Super! Da freue ich mich drauf!
aläx hat geschrieben:Ich war mir darüber im Klaren, dass das Mikrofon der entscheidende Faktor bei einer Aufnahme mit einem Akkustikinstrument ist.
Das ist eine heikle Frage - wenn Du einen PC benutzt, dann würde ich die Soundkarte viel kritischer finden.
aläx hat geschrieben:Kurz und gut habe ich mir ein AKG C 1000 S Mikrofon gekauft und dafür so an die 200 € bezahlt.
Wieviel????
Habe ich ja auch und meine 2 zusammen haben nicht soviel gekostet. Bist Du da über den Tisch gezogen worden?
aläx hat geschrieben:Ich hätte auch ein Mikrofon für 2000 € von Schoepps nehmen können.
Nicht weil ich so viel Geld habe sondern weil in diesem Bereich wie in vielen anderen Bereichen auch nach oben die Skala offen ist.
Das stimmt - aber jede Komponente hat ihren Einfluss. Es muss aber nicht zwingend teuer sein, wie Zorros oder Gustaws Aufnahmen verdeutlichen. Und eine CD-Qualität erreichst Du mit stark komprimierten MP3 sowieso nicht. Es kommt meines Erachtens sehr darauf an, was Du in welcher Qualität aufnehmen willst.
Kritische Stellen beim Homerekording sind vor allem die Soundkarte - da hat bei mir das Edirol mit seiner USB-Schnittstelle viel geholfen und vor allem die Mikrophonierung, also die passende Position für das vorhandene Mikro zu finden. Auch ein Billigmikro KANN funktionieren, wenn es passend positioniert ist.

Nur meine 2-Eurocent zu diesem Thema
Es grüsst der
Lautenist

simon82
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Beitrag von simon82 » Di 28.Feb 2006, 1:04

Hallo,
weil ich bald auch mal ein paar gescheite Aufnahmen machen will, hab ich mich in letzter Zei mal rumgeschaut. Ein paar Aufnahmen hab ich schon mit einem (geliehenen) 1000€ Mikrofon und Mischpult gemacht.
Das Klangspektrum und Tonvolumen sind natürlich gewaltig, aber ich war schon entäuscht weils im Hintergrund ziemlich gerauscht und gepfiffen hat,
- mehr als beim Headset.(ist es meine schlechte Soundkarte????)

Ich kenn mich natürlich nicht aus und bin auch noch am Probieren, aber
man sollte vieleicht auch eine gute Soundkarte haben bevor man viel Geld für Equipment ausgibt.
Gibts nicht geht nicht

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Di 28.Feb 2006, 1:06

simon82 hat geschrieben: aber man sollte vieleicht auch eine gute Soundkarte haben bevor man viel Geld für Equipment ausgibt.
Simon, dem ist nichts hinzu zu fügen :D Du bringst es auf den Punkt.

Gruß,
CWF

jahro
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Beitrag von jahro » Di 28.Feb 2006, 1:15

Hallo Zusammen,

ich kann dem Aspekt der Soundkarte auch nur zustimmen.
Sonst nützt euch das beste Mikro nichts.

Wenn dann das Resultat noch mit einer Bitrate von 64kBit
komprimeiert wird, ist das Ergebnis spätesten dann
nicht mehr von den Anderen zu unterscheiden.

Ich denke, dass man für unsere Belange nicht so viel Geld
investieren muss.

Nach dem AKG hab ich mal gegoogelt.
Also 175 € waren ein Durchschnittspreis.

Da hat der Lautenist noch zu DM-Zeiten eingekauft ;-)

Viele Grüsse
jahro

aläx
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Beitrag von aläx » Di 28.Feb 2006, 1:19

Hallo Lautenist

Ehrlich gesagt war ich auch ein bißchen erstaunt über den Preis denn als mir das Mikrofon vorgestellt wurde stand da ein Schild mit 119 € und daneben eins mit 199€ (es war sehr eilig am Schluss weil das Geschäft schon geschlossen hatte).
Ich werde das mal nachprüfen. Rechnung habe ich ja noch.

Zur Soundkarte. Ich habe mir dazu noch ein USB Interface von Edirol gekauft (UA 25) und denke, dass das gut ist als Soundkarte.
Für einen Computerneuling ist das erst mal ein bißsschen Arbeit bis man sich auskennt. Ich habe jetzt aber bald Urlaub und werde mich dann konkret in diese Aufgabe stürzen.

Als Software hatte ich ja Cubase VST aber bei dem Edirol lag bereits eine Software, genannt Sonar Le vor die ich jetzt erst mal teste denn im Internet habe ich recherchiert, dass diese Software absolut in Ordnung ist.

Dann auf gutes Gelingen

tschau Aläx

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Di 28.Feb 2006, 9:28

Hallo,
Aläx hat geschrieben:Der Verkäufer hat mir glaubhaft versichert, dass ein "in seinen Ohren" gutes Mikrofon nicht unter 100 € zu haben ist und es auch kein dynamisches Mikrofon sein soll wenn du nur eine klassische Gitarre damit aufnehmen willst.
Da muß ich doch mal widersprechen.
Ich find meinen Sound eigentlich nicht so fürchterlich schlecht (genügt nicht unbedingt professionellen Ansprüchen, aber ich wollte auch keine CD-Produktion von zu Hause aus starten). Die zwei Mikros die ich habe sind 't.bone M55', sind dynamisch und haben das Stück 19,90€ gekostet. Man braucht allerdings einen Vorverstärker. Hier tut es mein alter Technics-Kasettenrekorder aus dem Jahr 1979. Und als Soundkarte hab ich mir eine gebrauchte Soundblaster Live für 15€ ersteigert.
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man einen guten Sound auch zu attraktiven Preisen erreichen kann.

Gruß
Zorolowski

lautenist
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Beitrag von lautenist » Di 28.Feb 2006, 10:08

jahro hat geschrieben: Da hat der Lautenist noch zu DM-Zeiten eingekauft ;-)
Das ist nicht unmöglich, weil ich die Teile schon ziemlich lange habe. Aber die haben damals 69,- (irgendwas) gekostet und das kommt mir dann doch deutlich entfernt von den 175,- Euronen im Durchschnitt vor. Habe ich wohl ein Schnäppchen gemacht (und das im Musikladen um die Ecke!)

grüsst der Lautenist

es335
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Beitrag von es335 » Di 28.Feb 2006, 21:47

Da ich mich eine Zeit lang sehr intensiv damit auseinandergesetzt habe, kann ich vielleicht ein wenig zu diesem verwickelten Thema beitragen.

Soundkarten:
Die Wandler aktueller Soundkarten, auch die der Onboard Soundchips, sind durchweg ausreichend für "unsere" Zwecke!
Allein der Mikroeingang ist sogar bei hochwertigen Soundkarten i.d.R. grottenschlecht. Zu unempfindlich und rauscht in der Regel fürchterlich. Hier ist zumindest ein externer Vorverstärker (ca. 35€) erforderlich.

Mirkophone gibt es als:

Dynamisches Mirko mit geringem Pegel, sehr robust und daher fast nur noch als Gesangsmikro mit ausgeprägtem Nahbesprechungseffekt erhältlich. Um das zu kompensieren, wird der Frequenzgang "verbogen" ("Präsenzanhebung" in einem für die Gitarre unvorteilhaften Frequenzbereich!) und welches damit für Instrumentenaufnahmen eigentlich ungeeignet ist.

Elektretmikro, ein "vorgeladenes" Kondensatormikro das mit Batterien (typischerweise 1,5V Mignon) gespeist werden kann. Akzeptabler Ausgangspegel und Rauschen, recht guter Frequenzgang und das Mikro der Wahl für preisbewußte Homerecorder. Die sogenannten Multimedia Mikros sind z.B. Elektretmikros, wobei die jedoch meist im Frequenzbereich/-verlauf beschnitten sind, da sie i.d.R. "nur Sprache" übertragen sollen, weshalb ich solche Mikros nicht uneingeschränkt empfehlen würde! Kauft euch lieber ein klassisches Aufnahmemikro und da es bei den Mikrokapseln kaum Unterschiede gibt, ist die Preisspanne auch erfreulich gering (30 - 50€) !!!!

Kondensatormikro. Die Oberklasse benötigt eine Phantomspeisung von 48V (das AKG C1000 ist eine der wenigen Ausnahmen, die auch alternativ mit einer 9V Blockbatterie betrieben werden kann!), haben einen hohen Augangspegel, geringes Rauschen, aber deren Preisskala nach oben offen ist. Es gibt zwar mittlerweile auch preiswerte Vertreter (ca. 50 - 100 €) die auch ganz ordentlich sind, aber die richtige Musik spielt erst in höheren Regionen und da wird jedes Mikro so differenziert betrachtet, wie Meistergitarren z.B, weshalb GUTE Aufnahmestudios auch stets mit einer großen Auswahl unterschiedlicher Kondensatormikro's wie Neumann, Schoeps, Gefell, AKG usw. ausgestattet sind. Das mag wie Snobismus aussehen, liegt aber darin begründet, daß z.B. nicht jedes Mikro nur weil es teuer ist auch zu jedem Instrument paßt.

Bevor ich aber jetzt auf audiophile Abwege komme, hier der Versuch einer Auflistung zur PC-Aufnahme mit Audiacity und für verschiedene (Finanz-)Szenarien, aber unter der Prämisse, daß einem die Mühen beim Proben und Aufnehmen, doch ein gewisses Mindestmaß an Aufnahmequalität wert sein sollten:

Alternative 1:
Soundkarte, Elektretmikro (30 - 50 €) am Mikroeingang.

Alternative 2:
Soundkarte, Elektretmikro (30-50€), Mikrovorverstärker (ab 40€) am Line-in Eingang.

Alternative 3
USB Soundadapter mit Mikrovorverstärker (ab 80€), Elektretmikro (30-50€)

Alternative 4
USB Soundadapter mit Mikrovorverstärker und Phantomspeisung (ab 150€), Kondensatormikro (ab 60€, besser >100€)

Ich nehme z.B. mit einem Notebook, einem M-Audio Duo USB Adapter und einem SPL Nugget (wenn's denn mal endlich wieder von der Reparatur zurück ist :cry: ) auf.

Und warum klingt Simon82 mit einem billigen Headsetmikro schon so gut?
Die Antwort ist so einfach wie entwaffnend. Eine gute Gitarre klingt auch über ein schlechtes Mikro, wobei die guten Hände ihr übriges dazutun. Ich hoffe, daß das jetzt nicht irgendwie mißverstanden wird, aber diese Erfahrung habe ich mit meiner neuen Kohno ebenfalls machen müssen, was mich nach langen Jahren tontechnischer Klimmzüge mit meiner Alhambra auch ehrlich ein wenig erschüttert hat.

in der Hoffnung, euch ein wenig Licht in's dunkel gebracht zu haben
Gruß es335

PS: Die so bequemen, mobilen MP3 Aufnahmegeräte habe ich bewußt ausgelassen, da sie zum einen mit einem Einstiegspreis ab 300€ recht teuer sind und ich mich mit der MP3 Komprimierung bereits auf dieser Stufe einfach nicht anfreunden kann. Sie sind halt eben nur irre bequem!
Zuletzt geändert von es335 am Di 28.Feb 2006, 22:59, insgesamt 10-mal geändert.
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Di 28.Feb 2006, 22:32

Hallo es!!

Ich bin jedesmal fasziniert von deinen fachkundigen und auch für den Laien verständlich erklärten Beiträgen.

...ich glaub, die Headset-mikro's klingen teilweise gar nicht schlecht, weil sie auf die Eigenarten des Rechners abgestimmt sind (bei Spracherkennungs-oder Fremdsprachentrainern kommt's z.B. auf die Qualität der Aufnahmen an, damit die Software auch feine Ausspracheunterschiede erkennen kann. (wenn die Hersteller wollen, können sie auch billig)

vG Bernhard

es335
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Beitrag von es335 » Di 28.Feb 2006, 22:36

Hi Bernhard,

das ist ein Trugschluß. Die Headsetmikro's für Spracherkennung sind alles andere als hochqualitative Mirkophone. Es sind einfache Elektretmikro's, die gezielt klanglich "kastriert" sind, damit die Software zur Spracherkennung nicht zu viele Fehler macht!

Genauer gesagt werden gezielt Höhen und Bässe weggeschnitten, was andererseits auch einen nicht unangenehmen, mittigen Klang produziert, der dem Klangspektrum der Gitarre durchaus entgegenkommt!

Gruß
es335
Sakurai-Kohno PR-JS
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Vincent
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Beitrag von Vincent » So 26.Mär 2006, 11:07

Hallo, zusammen,

ich kann es335 nur beipfichten: Ich betreibe Spracherkennung seit mehr als 10 Jahren, habe in dem Zusammenhang auch zahlreiche Mikrofone auf Tauglichkeit für Spracherkennung getestet. Die Headsets sind vom Frequenzspektrum, Charakteristik, Richtwirkung (Abschirmung von Nebengeräusche etc.), Aufnahmeentfernung (sie sollen fingerbreit vom Gesicht entfernt sein) speziell auf den Zweck abgestimmt. Ich würde sie für Gitarrenaufnahmen deshalb auch nicht einsetzen.
Gruß
Vincent

Lenni
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Beitrag von Lenni » Do 30.Mär 2006, 21:16

Ich habe mir auch mal ein Kondensatormikro (Fatty) plus das Interface US 122 gekauft. Vorteil bei dem US 12 ist, dass es an jeden PC angeschlossen werden kann und auch Phantomspannung für das Mikro liefert. Bin sehr zufrieden damit.