Grüße aus Bonn

Um andere Mitglieder ein bisschen besser kennen zu lernen.
hsbonn
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Grüße aus Bonn

Beitrag von hsbonn » Di 25.Apr 2006, 8:44

Hallo allerseits,
ich habe zwar schon ein paar Beiträge geschrieben, aber jetzt wird es doch Zeit das ich mich kurz vorstelle.
Ich habe vor ca. 30 Jahren das erste Mal eine Gitarre in die Hand genommen und auch fleißig geübt. Leider wurde ich in meinen Bemühungen durch einen Arbeitsunfall jäh unterbrochen. Bei diesem Unfall habe ich zwei Endglieder (Daumen und Zeigefinger) sowie das halbes Endglied vom Ringfinger der rechten Hand verloren. Ich hatte dann eine Zeitlang versucht mit Fingerpicks zu spielen, was aber sehr frustrierend war (kein Gefühl, schlechter Ton).
In den Jahren danach habe ich es immer wieder mal probiert, habe aber aus den oben genannten Grund auch immer wieder aufgegeben.
In diesem Jahr bin ich auf Fingerpicks für klassische Gitarre gestossen, hab' die Dinger auch gleich ausprobiert. Was soll ich sagen: ich bin begeistert. Die Dinger sehen aus wie Ringe, d.h. die Fingerbeeren bekommen Saitenkontakt, der Metallring ersetzt die Fingernägel. Das einzige Manko ist zur Zeit noch der Daumen. Hier muss ich mit einem Daumenpick spielen, d.h. ich kämpfe hier mit den bekannten Nachteilen. Es schnarrt halt bei Saitenkontakt.
Nichts desto trotz, es macht wieder Spaß, ich nehme wieder Stunden (dieses mal bei einem Profi) und mache auch richtig Fortschritte.

So das war's erst einmal.

Viele Grüße aus Bonn
hsbonn

Johannes
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Beitrag von Johannes » Di 25.Apr 2006, 9:25

Guten Morgen, hsbonn!

Deine Vorstellung nötigt mir allen Respekt ab!
Hut vor denen, die allen Widrigkeiten zum Trotz nicht aufgeben!
Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen pathetisch :wink: , aber ich meine es wirklich so: bloß nicht aufgeben :!:
Darf ich mal ganz blöd fragen: wenn Dir am Zeigefinger das erste Fingerglied komplett fehlt, wie machst Du das mit dem Längenausgleich, der Mittelfinger ist doch dann elend zu lange, oder?
Übrigens: ich kenne einen Menschen (Rechtshänder), der bei einem Unfall an der linken Hand den kleinen und den Ringfinger verloren hat und nach der Reha umgestiegen ist auf linkshändig spielen. Sagenhaft!

Und natürlich: herzlich willkommen im Forum :lol: !

Gruß
Johannes

hsbonn
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Beitrag von hsbonn » Di 25.Apr 2006, 10:18

Hallo Johannes,
dank Dir für die nette Begrüßung.
Johannes hat geschrieben: Darf ich mal ganz blöd fragen: wenn Dir am Zeigefinger das erste Fingerglied komplett fehlt, wie machst Du das mit dem Längenausgleich, der Mittelfinger ist doch dann elend zu lange, oder?
Stimmt, er ist ca 2cm länger als der Ringfinger und ca. 2,5cm länger als der Zeigefinger. Wechselschläge übe ich deswegen auch gerne mit Zeige- und Ringfinger, was auch hier und da empfohlen wird. Ansonsten muss ich den Mittelfinger stark beugen. Das würde aufgrund der unterschiedlichen Anschlagwinkel zur Saite einen anderen Ton erzeugen. Da ich aber mit Metallpicks spiele, kann ich die Dinger so biegen das der Anschlagwinkel der Picks bei allen Fingern ungefähr gleich ist.
Das klappt ganz gut.
Hey, das Ganze hat auch Vorteile; ich muss mir keine Gedanken zur Nagelpflege machen.......javascript:emoticon(':lol:')
Laughing

Viele Grüße
hsbonn

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Di 25.Apr 2006, 10:30

Hallo hsbonn,

na dann mal ein Herzlich Willkommen im Forum der Gitarrenverrückten :D
Ich finde es auch beeindruckend, dass du dich trotz der schlimmen Handverletzung auf die Suche nach einer Lösung gemacht hast. Die Tatsache, dass du (mit kleinen, aber letztendlich akzeptablen Einschränkungen) weiterspielen kannst, und jetzt sogar mit einem Lehrer durchstartest, ist großartig, und sicherlich der gerechte Lohn dafür, dass du nicht aufgegeben hast.
Ich wünsche dir hier viel Spaß, interessante Notenfunde in der Schatztruhe, viele Infos, und regen Austausch :lol:
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

-------------------------------
Gitarren: Yamaha GC-31 C u. Ariana 6512

Johannes
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Beitrag von Johannes » Di 25.Apr 2006, 10:33

Hallo hsbonn,

o Mann, ja, ich hab Jahre gebraucht, bis ich kapiert hatte, wie ich die Fingernägel feilen muss, damit ein halbwegs anständiger Ton aus der Gitarre rauskommt :roll: ! Und ständig bricht einer ab …
Kriegst Du mit den Metallpicks einen guten Klang? Da gibt es doch auch Kunststoffteile oder vielleicht auch ganz andere Materialien, die eventuell einen weicheren, wärmeren Klang erzeugen können?
Mit dem Wechselschlag, klar, da gibt’s Alternativen. Ich übe auch immer mal wieder die entsprechenden Übungen im Tárrega (Sämtliche technische Studien) mit allen möglichen (und unmöglichen) Kombinationen.

Was spielst Du denn zur Zeit so?

Gruß aus Hessen in die ehemalige Bonndeshauptstadt :wink:
Johannes

coolman
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Beitrag von coolman » Di 25.Apr 2006, 10:46

Hallo hsbonn!

Donnerwetter, alle Achtung!!!

Ich finde es absolut toll, daß du es trotz des Handycaps immer wieder und vor allem jetzt mit Erfolg probiert und geschafft hast. :bravo:

Herzlich willkommen bei den Gitarreentusiasten :delcamp_ cool:

lg
coolman 8)
Der Schnee, den du in Flocken siehst
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Gepäckträger, tun sie diese Koffer auf die leichte Schulter nehmen! (Kurt Tucholsky)

jahro
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Beitrag von jahro » Di 25.Apr 2006, 11:01

Hallo hsbonn,

schön, dass Du dich hier so ausführlich vorgestellt hast.
Dass Du trotz der Wirdrigkeiten weiter spielst, finde ich auch ganz toll.
Was sind da schon ein paar Nebengeräusche.

Das mit den Klassikpicks finde ich auch interresant.
Wie heisst dir Firma, welche diese Puicks herstellt?

Auf alle Fälle wünsche ich dir viel Spass und Austausch im Forum.
An was für einem Stück bist Du gerade dran?

Viele Grüsse
jahro

hsbonn
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Beitrag von hsbonn » Di 25.Apr 2006, 11:11

Hallo cornwallfan, hallo Johannes
cornwallfan hat geschrieben: na dann mal ein Herzlich Willkommen im Forum der Gitarrenverrückten Very Happy

Ich wünsche dir hier viel Spaß, interessante Notenfunde in der Schatztruhe, viele Infos, und regen Austausch
Dank Dir, den Spaß habe ich und die Schatztruhe ist ebenfalls reichlich gefüllt.
Johannes hat geschrieben: Kriegst Du mit den Metallpicks einen guten Klang? Da gibt es doch auch Kunststoffteile oder vielleicht auch ganz andere Materialien, die eventuell einen weicheren, wärmeren Klang erzeugen können?
Der Klang ist ein wenig härter als mit Nägeln, wobei ich das variieren kann. Es klingt in keinem Fall metallisch. Diese Art von Picks habe ich bislang nur in der Metallausführung gesehen. Die Metallpicks haben auch den Vorteil, dass man sie sehr gut auf die eigenen Bedürfnisse/Finger zurechtbiegen kann. Bei Kunststoffpicks ist das nicht so einfach.
Johannes hat geschrieben: Mit dem Wechselschlag, klar, da gibt’s Alternativen. Ich übe auch immer mal wieder die entsprechenden Übungen im Tárrega (Sämtliche technische Studien) mit allen möglichen (und unmöglichen) Kombinationen.
Da hilft nur üben, üben, üben.....javascript:emoticon(':)')
Smile
Johannes hat geschrieben: Was spielst Du denn zur Zeit so?
Zur Zeit übe ich zwei Stücke von Carcassi (Op. 60, die 24 Übungsstücke, glaube ich) und ein Stück von Sor, Op. 6, Nr. 11.

Letzteres ist recht knifflig, vielleicht nehme ich es mal auf, wenn ich es akzeptabel hinbekomme. Das wird aber wohl noch ein Weilchen dauern.

Viele Grüße aus der Bundesstadt
hsbonn

hsbonn
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Beitrag von hsbonn » Di 25.Apr 2006, 11:32

Hallo jahro,

[quote="jahro"]
Das mit den Klassikpicks finde ich auch interresant.
Wie heisst dir Firma, welche diese Puicks herstellt?
[/quote]

Die Dinger gibt es bei www.tone-toys.de von der Firma ProPik und heißen ProPik Finger-Tone

Für den Daumen verwende ich von der gleichen Firma den ProPik Metal-Plastic Thumb. Gerade beim Daumen-Pick ist das noch nicht der Weisheit letzter Schluss.

Viele Grüße
hsbonn

Johannes
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Beitrag von Johannes » Di 25.Apr 2006, 11:42

Hallo hsbonn,

fein, fein – Carcassi op 60 spiele ich auch immer wieder, da gibt´s jedes Mal was zu Verbessern, und sie klingen eigentlich alle auch nicht so sehr technisch, sondern schön musikalisch. Das gilt für die meisten Sor-Etüden ja auch, und Sor op 6, 11 würde ich gerne so richtig gut können, mit singender Melodiestimme und gleichmäßigen Triolen … Manche Umgriffe haben es ja ganz schön in sich, besonders im Dur-Teil.
Wie war das: üben, üben, üben … :roll:
(Dabei dachte ich, hier treffe ich endlich jemanden, der weiß, wie die das im Fernsehen immer machen: haben tausend Jahre nicht gespielt, setzen sich ans Klavier, und dann rauscht der Chopin nur so runter … :wink: )

Na denn: Üben macht Spaß :lol: !!!

Viele Grüße
Johannes

hsbonn
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Beitrag von hsbonn » Di 25.Apr 2006, 11:48

Hallo Johannes,
Johannes hat geschrieben: Das gilt für die meisten Sor-Etüden ja auch, und Sor op 6, 11 würde ich gerne so richtig gut können, mit singender Melodiestimme und gleichmäßigen Triolen … Manche Umgriffe haben es ja ganz schön in sich, besonders im Dur-Teil.
ohne meinen Gitarrenlehrer, der mich durch die Umgriffe lotst wäre ich auch aufgeschmissen. Die Griffe klappen jetzt einigermaßen, an der Melodiestimme arbeite ich noch.

Viele Grüße
hsbonn