Remi Boucher und die Dedillotechnik

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aläx
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Remi Boucher und die Dedillotechnik

Beitrag von aläx » Mi 12.Apr 2006, 13:26

Hallo Gitarristengemeinde

Hier ein Video von Remi Boucher mit beeindruckender Darstellung der sogenannten Dedillotechnik
http://www.youtube.com/watch?v=pvmvH55s ... l%20guitar

viel Spaß

Aläx

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Mi 12.Apr 2006, 13:35

Hui aläx,

was ist das denn??? :shock: :shock: :shock:
Unglaublich, muß ein digitaler Trick sein :wink:

Gruß, CWF

aläx
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Beitrag von aläx » Mi 12.Apr 2006, 13:58

Hallo cornwallfan

Nee, das ist kein Trick!!
Ich habe das schon live gesehen :shock:

zum Verständnis

die Dedillotechnik ist eng verwandt mit der Plektrontechnik, d.h. Remi spielt den Anschlag in Hochgeschwindigkeitsphasen praktisch mit einem Finger wobei jeweils der zweite mit der Nagelrückseite gemacht wird.
Wie man sieht funktioniert das bei ihm recht gut.

tschau Aläx

lautenist
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Beitrag von lautenist » Mi 12.Apr 2006, 13:58

cornwallfan hat geschrieben:Unglaublich, muß ein digitaler Trick sein :wink:
Dedillo wird schon von den Vihuelameistern beschrieben (woraus man ableiten kann, dass die Vihuela damals schon im Gegensatz zur Laute mit Nägeln gespielt wurde sowie, unter anderem wegen des vermuteten Nagelanschlags, dass die Vihuela nicht mit Chören in der Oktave sondern unison bespannt war).
Für die wechselschlag-fokussierte Gitarristenschar nach Tarrega/Llobet/Segovia ist die Idee des Dedillo natürlich recht neu, wird aber schon seit längerem von dem ein oder anderen Gitarristen propagiert.

Übrigens immitiert sie ursprünglich den Plektrumanschlag und wird auf der Vihuela auch ähnlich wie ein Tremolo auf Mandoline oder E-Gitarre ausgeführt, indem man den Nagel als Plektrumersatz verwendet. Der flachere Ansatz auf Vihuela (mit Zeigefinger fast parallel zu der Saite) erleichtert die Ausführung erheblich.

Es grüsst der
Lautenist
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes)

jahro
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Beitrag von jahro » Mi 12.Apr 2006, 14:04

Hallo Aläx,

danke für den Link.

Das Stück ist hoffentlich Public Domain (Danza Rusa - Tchaikovski??).

Da bei den YourTube-Videos oft illegale DVD-Rips verbreitet werden,
sollte man da wirklich genau darauf schauen, was es ist.

Aber hier ist ja offensichtlich alles in Ordnung.

Den Video zum download und noch mehr ders Gitarristen
findet ihr auch dern Homepage von Rémi Boucher

Ansonsten, ist es natürlich wirklich beeindruckend.

Viele Grüsse
jahro

Pierre
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Beitrag von Pierre » Di 18.Apr 2006, 18:06

kul, danke für den link
ich habe nie etwas von dieser technik gehört, wieder etwas dazugelernt :)
ich danke dir

es335
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Beitrag von es335 » Di 18.Apr 2006, 20:06

Luis Borda, ein argentinischer Gitarrist (komponiert und spielt übrigens ausgezeichneten Tango!) benutzt für schnelle Solopassagen sogar ein echtes Plektrum! :shock:
Trotz instensivster Beobachtung ist es mir jedoch nicht gelungen festzustellen, wo genau in der rechten Hand er das Plektrum beim konventionellen Fingeranschlag verstaut, denn der Wechselt zum Plektrumanschlag vollzieht sich nahezu übergangslos. :?

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Mi 19.Apr 2006, 14:43

es335 hat geschrieben:Luis Borda, ein argentinischer Gitarrist (komponiert und spielt übrigens ausgezeichneten Tango!) benutzt für schnelle Solopassagen sogar ein echtes Plektrum! :shock:
Hallo es335,

das ist ja eine interessante Information. Ganz so stockkonservativ scheint die internationale Nylonszene ja nicht zu sein. Wir hatten hier im Forum auch schonmal das Thema CG und Plektron, im Rahmen einer Eigenkomposition von Octavarius hier nachzulesen, da zeigte sich eine gewisse Intoleranz (also, von mir wenigstens 8) )
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

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Gitarren: Yamaha GC-31 C u. Ariana 6512

es335
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Beitrag von es335 » Mi 19.Apr 2006, 16:39

Hallo CWF,

so konservativ ist dieser internationale Nylonkünstler nicht gerade, zumal er auch viel improvisierte Musik spielt. Nur zur Info hier der Link zu seiner Homepage und nochmals die ernstgemeinte Empfehlung, ihn sich anzuhören, wenn sich die Gelegenheit bittet. Es lohnt sich! Tanga vom Feinsten, a la Astor Piazolla! :wink:

Bei der Diskussion mit Ocavarius gibt es eine interessante Parallele. Luis Borda setzt das Plektrum ebenfalls nur ein, um gewisse Klangeigenschaften zu erzeugen. Von seinen spielerischen Möglichkeiten hätte er all die Passagen, die ich damals von ihm gehört habe auch virtuos mit seinem Nagelanschlag gemeistert! :wink:

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c