Alpenländische Volksmusik

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Silvius
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Alpenländische Volksmusik

Beitrag von Silvius » Mi 28.Dez 2005, 22:44

Wer sich für diese Art von Musik interessiert sollte auf der Seite von Rene Senn vorbeischauen. Es gibt dort einige Musik-und Notenbeispiele.
Die Seite ist aber auch für Gitarristen anderer Stilrichtungen empfehlenswert.

http://www.renesenn.de/indexia1.htm

Silvius

pasinger-gitarrenmusik
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Beitrag von pasinger-gitarrenmusik » Fr 30.Dez 2005, 13:34

Hallo Silvius und alle anderen,

beim Rene Senn ist auch ein recht netter Landler in A-Dur für Gitarren-Trio zum herunterladen. Nicht sehr schwer, läßt sich aber gut ausgestalten.

Wer Lust hat kann sich hier auch mal umsehen:

http://www.esn-verlag.de/

Dort gibt es einige interessante klassische Bearbeitungen und für die möglichen Freunde richtig anspruchsvoller alpenländischer Gitarrenmusik unter "Guitarra Nuevo" das Heft "Baierische Gitarrenmusik" vom Martin Kern zu kaufen.

Silvius,

kennst du die Erbacher Gitarrentage (Näche Ulm, geographisch zwischen uns beiden gelegen)?

Viele Grüße
Dieter
Pasinger-Gitarrenmusik

Silvius
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Beitrag von Silvius » Fr 30.Dez 2005, 15:03

Hallo Dieter,

dass Santiago Navascués einen eigenen Verlag gegründet hat, wusste ich nicht. Die Bairische Gitarrenmusik von Kern würde ich gerne mal spielen. Leider kenne ich hier in meiner Gegend niemanden, der sich für diese Art Musik begeistern lässt.
Vom Erbacher Kurs habe ich noch nichts gehört--gibt es Informationen im Internet?

Viele Grüße
Silvius

pasinger-gitarrenmusik
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Beitrag von pasinger-gitarrenmusik » Sa 31.Dez 2005, 10:53

Hi Silvius,

hat er nicht, der Herr Navascues. Das haben die Gitarrenlehrer M. Kern und R. Kleinmaier (irgendwie in Zusammenarbeit mit Navascues) getan. H. Kleinmaier ist Inhaber des Verlages.

Schade, dass du keine Mitspieler hast, ich würde dir sonst ein interessantes Trio, das eigentlich von einem Klarinettenstück kommt, senden. Es ist von unserem Volksmusikarchiv, darf also kopiert werden und hat schon technischen Anspruch.

Den Erbacher Kurs organisiert ein dortige Gitarrelehrer namens Woog. Mehr unter

http://www.woogit.de/Erbach_Gitarrentag ... ntage.html

Viele Grüße
Dieter
Pasinger-Gitarrenmusik

lautenist
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Beitrag von lautenist » Sa 31.Dez 2005, 14:20

Hi Dieter,

ich lese diesen Thread jetzt schon die ganze Zeit und wage es nun mal, eine Frage zu stellen.
Wie klingt denn das, was Ihr so als "Alpenländische Volksmusik" macht? An Volkskunst bin ich ja sehr interessiert ... ich weiß allerdings nicht, inwieweit hier das Forum der geeignete Ort ist, meine Neugier zu befriedigen. Kannst es mir ja auch mailen, wenn Du magst.

Danke!

Beste Grüße vom
Lautenist

Silvius
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Beitrag von Silvius » Sa 31.Dez 2005, 15:35

Hallo Lautenist,

wahrscheinlich denken viele die diesen Thread lesen an die Wildecker Herzbuben, Karl Moik oder Maria Hellwig
Es gibt im Alpenraum traditionell aber durchaus auch sehr anspruchsvolle Musik u. a. für Gitarre. Ich finde die Musik interessant und schön, spiele sie deshalb ab und an gerne, obwohl ich mich als "Klassiker" bezeichnen würde.
Aus den o.g. Gründen habe ich auch keine Probleme damit, spanische oder südamerikanische Volksmusik zu spielen.
Ich weiß ja nicht, ob die Statuten es erlauben (Gustaw??), schön wäre es jedoch, wenn Dieter hier mal eine Kostprobe abgeben könnte!
Viele Grüße
Silvius

pasinger-gitarrenmusik
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Beitrag von pasinger-gitarrenmusik » Sa 31.Dez 2005, 15:53

Hi Lautenist,

wie es klingt, kann ich dir hier nicht vorstellen. Offizielle Stücke kann ich nicht ins Web stellen und von uns gibt es keine Aufnahmen. Wir spielen ja ständig irgendwo öffentlich. Gute Aufnahmen im Ensemble erfordern einiges an Aufwand.

Meiner Meinung nach ist das was ich als alpenländische Musik verstehe und Klassik aus Sicht des Gitarristen gleich. Ohne Lagenspiel und das Erlernen der klassischen Technik geht es nicht. Die Noten sind die gleichen, die Gitarre ist die gleiche, die praktizierenden Menschen sind die gleichen und mit Karl Moik oder wie die Herrschaften heißen, hat das nun wirklich nichts zu tun. Wir hier in der Alpenregion haben eben die Vorteil noch mehr Musikauswahl zu haben, die aber jedem zugänglich ist wenn er nur will und kann.

Als alpenländische Musik bezeichnen wir im allgemeinen die bis zu 200 Jahre alten Notationen, die keinen bekannten Verfasser haben. Viele dieser anonymen Stücke wurden in früherer Zeit in Klöstern aufgeschrieben und in jüngerer Zeit wiedergefunden und wiederbelebt. Anderes wurde in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts von kulturbeflissenen Menschen (teils gegen Entlohnung, teils aus Engagement) durch Hören aufgezeichnet (Sammlungen Ritter von Spaun, Horak und Zoder aus Österreich z.B.). Der Regierungsbezirk Oberbayern unterhält dafür eigene Archive und Beratungsstellen. Die Konservatorien hier und in Österreicht bieten entsprechende Abschlussprüfungen an. Zugegebenerweise ist die Gitarre erst durch Tobi Reiser (d.Ä.) aus dem Klampfenstadium wirklich entwachsen.

Diese Musik zeichnet sich im allgemeinen dadurch aus, dass sie mit relativ einfachen Harmonien und Grundstrukturen auskommt, was ihrer Vielfältigkeit und Qualität aber keinen Abbruch tut. Der Sepp Eibl (der übrigens am Mozarteum in Salzburg im Fach Gitarre abgeschossen hat) hat mal so schön gesagt: "Man sollte dieser vermeintlich einfachen Musik mit dem entsprechenden Respekt begegnen." Von ihm gibt es einige Gitarrentranskripitionen, an denen sich der eine oder andere die Zähne ausbeißen und die Finger verdrehen würde.

Das soll für dieses Forum genügen. Meine am besten erreichbare E-Mail-Adresse ist:

dieter.stattenberger@exorbyte.com

Darüber können wir uns gerne ausführlichst austauschen. Selbstverständlilch ist jeder gerne mit seinem Instrument zu einem Besuch eingeladen. Wir besuchen auf Einladung ggf. auch.

Viele Grüße
Dieter
Pasinger-Gitarrenmusik

lautenist
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Beitrag von lautenist » Sa 31.Dez 2005, 15:55

Silvius hat geschrieben:Hallo Lautenist,

wahrscheinlich denken viele die diesen Thread lesen an die Wildecker Herzbuben, Karl Moik oder Maria Hellwig
Es gibt im Alpenraum traditionell aber durchaus auch sehr anspruchsvolle Musik u. a. für Gitarre. Ich finde die Musik interessant und schön, spiele sie deshalb ab und an gerne
Mir ist schon bekannt, daß es da eine sehr anspruchsvolle Tradition des Musizierens gibt, die aber, wenn ich richtig informiert bin, langsam ausstirbt und durch Maria Hellwig-Kitsch ersetzt wird.
In der Klassik wurde schon immer Folkore aufgegriffen und künstlerisch verarbeitet. Und Volkskunst ist noch einmal etwas anderes. Das Thema ist sicher nur am Rande für die Klassiker interessant, aber mich persönlich interessiert es schon (habe jahrelang in so einem Folkloreensemble mitgespielt, das eben hessische Musik gespielt hat, aber eben auch diesen Hellwig-Quatsch).

Beste Grüße vom
Lautenist

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Beitrag von pasinger-gitarrenmusik » Sa 31.Dez 2005, 16:01

Hallo Silvius,

danke für deine Schützenhilfe. Das hat sich jetzt überschnitten.

Wenn es anderen Teilnehmern besser tut, kann ich mich auf unsere auch recht vielfältigen Klassikaktivitäten beschränken.

Viele Grüße
Dieter
Pasinger-Gitarrenmusik