Luftfeuchtigkeit / Herkunft etc.

Alles über unsere Instrumente
MongoMan
Beiträge: 12
Registriert: Sa 18.Mär 2006, 14:55

Luftfeuchtigkeit / Herkunft etc.

Beitrag von MongoMan » So 02.Apr 2006, 15:22

hola,

ich wollt mal wissen wie ihr mit Temperatur- und Luftfeuchtigkeit-Schwankungen umgeht.
Wie oder wo lagert ihr eure Instrumente?
Was haltet ihr von so einem Humidorkoffer?

Außerdem würd mich interessieren, wie ihr zu der Herkunft der Instrumente steht.
Ich hab mal was gelesen: "Spanische Gitarren klingen in Spanien, deutsche in Deutschland".

tcm
Beiträge: 43
Registriert: Fr 17.Feb 2006, 9:49

Beitrag von tcm » So 02.Apr 2006, 15:29

Hllo MongoMan,

sehr gute Frage.

Was die Temperatur betrifft:

- Ich lasse meine Gitarren weder im Sommer noch im Winter lange im Auto liegen, sonder nehme sie immer mit.

- Wenn ich im Winter lüfte, bringe ich alle Gitarren in einen anderen Raum.



Zur Luftfeuchtigkeit:

- Es gibt sehr gute digitale Luftfeuchtigkeitsmesser, eine solchen habe ich immer im Gitarrenkoffer liegen und behalte ihn im Auge.

- Zu hause habe ich einen Luftbefeucher über der Heizung hängen, besonders im Winter ist das sehr wichtig.

- Fällt die Luftfeuchtigkeit sehr stark ab, lege ich einen feuchten Schwamm in das Aufbewahrungsfach des Koffers.

- Bei akkuten Notfällen befeuchte ich ein Papiertaschentuch und hänge es über die G-Saite ins Schalloch. Es darf jedoch nur feucht sein und darf auf keinen Fall tropfen.


Das waren meine Ratschläge, hoffe sie helfen Dir.

zorolowski
Beiträge: 204
Registriert: Mi 12.Okt 2005, 22:03
Wohnort: Heiligenhaus

Beitrag von zorolowski » So 02.Apr 2006, 16:30

Hallo MongoMan,

ich bewahre meiine Instrumente grundsätzlich im Koffer auf, so dass sie keinen schnellen Temperaturschwankungen unterworfen sind.

Die Luftfeuchtigkeit lass ich Luftfeuchtigkeit sein.
Die normalen Luftbefeuchter für Heizungen sind meiner Meinung nach ideale Brutkästen für Bakterien und Schimmelpilze (schön warm und feucht). Bei einem feuchten Schwamm im Koffer wäre ich aus dem gleiichen Grund vorsichtig.

Zu der anderen Frage: Ich hab eine spanische Gitarre (Esteve). Die scheint auch in Deutschland zu klingen. Ich halt auch nicht viel von solchen Pauschalurteilen. Was ist mit japanischen Gitarren? Klingen die dann nur in Japan?

Gruß
Zorolowski

Gustaw
Beiträge: 493
Registriert: Fr 22.Jul 2005, 21:30
Wohnort: München

Beitrag von Gustaw » So 02.Apr 2006, 17:36

MongoMan hat geschrieben:"Spanische Gitarren klingen in Spanien, deutsche in Deutschland"
Hallo MongoMan,
ich habe auch mal aufgeschnappt, die für den Export bestimmten spanischen Gitarren wären hinsichtlich der Luftfeuchtigkeit anders verarbeitet, sodass in Spanien gekaufte Gitarren nördlich der Alpen einem höheren Trocknungsschaden-Risiko unterlägen ... Ich halte dies jedoch für eine geschickt konstruierte Legende, um zu verhindern, die edlen Spanier für nicht ganz die Hälfte vor Ort zu erwerben. Natürlich wäre ein Schwundriss in der Decke das Ende, aber selbst habe ich davon bisher nichts berichtet bekommen, und wenn ich das nächste Mal wieder in Spanien bin ...

In Vorfreude, Gustaw

Intro
Beiträge: 93
Registriert: Mi 08.Jun 2005, 9:33
Wohnort: München

Beitrag von Intro » So 02.Apr 2006, 18:54

Hallo,
ich lasse mich da nicht durcheinanderbringen.

Meine Beste bleibt immer Zu Hause. Im Koffer, im gleichen Zimmer.

Zum rumreisen dient mir die Zweitbeste.

Und fürs Lagerfeuer muß die Älteste herhalten.
Praktiker wie ich halt einer bin.

Gruß Walter G.

PS. Das guter Wein in Spanien oder sonstwo anders schmeckt wie in der Heimat habe ich selbst schon erfahren.
Das dies aber auch auf Instrumente zutreffen kann das halte ich für ein neues Kapitel von Grimms Märchen.
Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Walter, Münchner, spielt gerne Gitarre

es335
Beiträge: 108
Registriert: Mo 16.Jan 2006, 16:42
Wohnort: Nettetal

Beitrag von es335 » So 02.Apr 2006, 19:27

Hallo,

ich bewahre meine Gitarren stets im Koffer auf und lasse den vor dem Spielen ca. 15 Minuten offen stehen, damit die Gitarre sich langsam "aklimatisieren" kann. Weitere Vorkehrungen treffe ich nicht. Da ich selbst recht sensibel auf zu trockene Umgebungsluft reagiere, sehe ich meine meine Gitarre da stets auf der sicheren Seite.

Bei meiner Zedernholz Alhambra habe ich durchaus Klangunterschiede bei Klimaänderungen festgestellt. Da spielt aber insbesondere schwankende Luftfeuchtigkeit oder Temperatur eine Rolle und weniger, ob es sich dabei um deutsche oder spanische Luft handelt. :wink:
Gustaw hat geschrieben:...sodass in Spanien gekaufte Gitarren nördlich der Alpen einem höheren Trocknungsschaden-Risiko unterlägen...
....aber selbst habe ich davon bisher nichts berichtet bekommen...
Ich kenne schon einige solcher Problemfälle aus den 70iger, wo es en vogue war, sich seine Ramirez direkt beim Meister in Spanien zu holen und einige von diesen Gitarren haben sich dann in Deutschland sehr überraschend "entwickelt". Krumme Hälse, Risse in Zargen und/oder Decke usw.! Da das aber in eine Periode fällt, in der die Spanier generell mit großen Qualitätsproblemen zu kämpfen hatten, würde ich das aus jetziger Sicht in die Rubrik "Geschichten aus den alten Zeiten" einordnen. Beim heutigen Stand der Technik, sollte das weitgehend ausgeschlossen sein.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c