Meistergitarre - Geldanlage?

Alles über unsere Instrumente
sniggl
Beiträge: 29
Registriert: So 19.Mär 2006, 16:23
Wohnort: München

Meistergitarre - Geldanlage?

Beitrag von sniggl » Mo 03.Apr 2006, 9:41

Hallo zusammen,


wie entwickelt sich eigentlich der Wert einer Meistergitarre von einem bekannten oder bedeutenden Gitarrenbauer? Das hat wahrscheinlich damit zu tun wie sich Gitarren über die Jahre halten. Von Geigen weiß ich, dass die teuren und guten immer teurer werden, bei Pianos ist es umgekehrt, deren Qualität nimmt mit den Jahren ab. Aber wie ist das bei der Gitarre?

Gitarrenbär
Beiträge: 4
Registriert: Fr 14.Apr 2006, 17:48
Wohnort: Bruchsal

Preisentwicklung der Gitarre

Beitrag von Gitarrenbär » So 16.Apr 2006, 22:22

Aus meiner Sicht ist dies bestimmt wie bei den Malern.
Der Gtarrenbauer welcher einen guten Laden bzw. Verkäufer hat, kann e den Verkaufspreis sicher hoch ansetzen.
Dies vor allem bei gleicher Qualität z.B. verglichen zu einem Japanmodel.

Ich habe übrigens ein solches Instrument das sicher schon 30 Jahre ist, echt super klingt und toll spielbar ist. Aber eben aus Japan.

Nach meinen eigenen Erfahrungen werden in Fachgeschäften Meinungen gebildet und somit eben auchPreispolitik gemacht.

Es gibt Gitarrenbaumeister die ihren Namen für die Fabrikate anderer Gitarrenbauer hergegeben haben. Hier geht der Wert sicher in den Keller. Wie soll auch festgestellt werden, wer das Instrument tatsächlich gebaut hat.
Fazit:
Sicher sind die Instrumente von gestorbenen Meistern, die sicherste Anlage bezogen auf eine mögliche zukünftige Wertsteigerung.
Mit Grüßen der Gitarrenbär

hsbonn
Beiträge: 20
Registriert: Do 06.Apr 2006, 16:37

Beitrag von hsbonn » Do 20.Apr 2006, 10:01

Hallo sniggl,
ich glaube nicht, dass man bei Meistergitarren generell mit großen Wertsteigerungen rechnen kann. Außer vielleicht, Du hast eine Original-Torres für 5€ auf dem Flohmarkt erworben ud lässt sie wieder herrichten. Sobald Du eine Gitarre, ob Meistergitarre oder nicht kaufst und Du verlässt den Laden, hast Du per se schon enmal einen Wertverlust. Bei einer Meistergitarre vielleicht weniger als bei einer Seriengitarre, auch bei einer Robert Ruck oder einer Matthias Dammann oder wie sie alle heißen. Neulich ist eine Robert Ruck in sehr gutem Zustand bei ebay für 4500 € über den Tisch gegangen, dass ist glaube ich gerade mal der halbe Neupreis. Und dabei hat Robert Ruck seine Warteliste gerade geschlossen, da er sie bis zu seinem Lebensende vermutlich kaum abarbeiten kann.
Kurz vorher, ebenfalls bei ebay, ist eine makellose Code Hermanos Meistergitarre (Neupreis 7500€) für knapp 2500€ über den Tisch gegangen. Politiker sagen dazu Negativwachstum.... :)
Ich denke, der mutmaßliche Wertzuwachs ist nicht der Grund sich eine Gitarre zu kaufen. Du solltest Dir eine Gitarre suchen, die Dir gefällt. Und wenn Du die Wahl zwischen mehren Gitarren hast, die Dir zusagen kannst Du als letztes Kriterium vielleicht noch mit einem eventuellen Wertzuwachs eine Entscheidung herbeiführen, mehr auch nicht.
Bei Geigen ist das anders. Der Klang einer Geige wird mit dem Alter besser. Bei einer Gitarre ist das wie ebenso wie bei Flügeln konstruktionsbedingt nicht so. Eine vielgespielte Gitarre läßt mit zunehmenden Alter, so sagt man im Klang nach. Wenn ich allerding Wulfin Lieske mit seiner 150 Jahre alten LA LEONA von Torres höre, kann ich das nicht feststellen (siehe auch unter
*** direkte Links auf Audio- oder Video-Dateien sind nicht erlaubt - Gustaw ***
Viele Grüße
hsbonn

simon82
Beiträge: 39
Registriert: Fr 10.Feb 2006, 0:26

Beitrag von simon82 » Do 20.Apr 2006, 12:40

Eine vielgespielte Gitarre läßt mit zunehmenden Alter, so sagt man im Klang nach.
Sagt man das? Ich glaube eher dass Gitarren,und zwar solche mit Fichtendecke, sich bei entsprechender Zuwendung klanglich verbessern. So sagte es mir ein Gitarrenbauer (Fichte bleibt auch nach der Verarbeitung "aktiv", nimmt z.B. Feuchtigkeit auf. Zedernholz dagegen altert und wird spröder.)
Gibts nicht geht nicht

lautenist
Beiträge: 252
Registriert: Mo 14.Nov 2005, 17:39
Wohnort: CH-Aadorf

Beitrag von lautenist » Do 20.Apr 2006, 14:12

simon82 hat geschrieben:Ich glaube eher dass Gitarren,und zwar solche mit Fichtendecke, sich bei entsprechender Zuwendung klanglich verbessern. So sagte es mir ein Gitarrenbauer (Fichte bleibt auch nach der Verarbeitung "aktiv", nimmt z.B. Feuchtigkeit auf. Zedernholz dagegen altert und wird spröder.)
ich kann Simon82 nur zustimmen (und verfüge über etwas Erfahrung, da ich eine alte Gitarre besass. Baujahr 1819 und die war top. Auch alte Lauten (Baujahre 1580, 1610 und 169_) habe ich schon gespielt - klanglich werden Gitarren mit Fichtendecken nicht schlechter. Werden sie aber nicht gespielt, dann sind Fichtendecken auch etwas zickig insofern, dass sie im Klang nachlassen. Werden sie dann aber wieder regelmässig gespielt "wachen sie auf". Ein tolles Erlebnis!
Zederndecken werden aber, wie Simon82 sagt, tendentiell schlechter. Allerdings ist die älteste Zederndecke, die ich gespielt habe keine 100 Jahre lang auf der Gitarre.
Der Wertverlust von Gitarren hängt nicht mit dem Klang zusammen sondern folgt den Gesetzen des Marktes - und da gibt es für alte Gitarren keinen im gegensatz zu ollen Violinen oder Cellos etc.

informiert der
Lautenist
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes)

hsbonn
Beiträge: 20
Registriert: Do 06.Apr 2006, 16:37

Beitrag von hsbonn » Mo 24.Apr 2006, 8:45

simon82 hat geschrieben: Sagt man das? Ich glaube eher dass Gitarren,und zwar solche mit Fichtendecke, sich bei entsprechender Zuwendung klanglich verbessern. So sagte es mir ein Gitarrenbauer (Fichte bleibt auch nach der Verarbeitung "aktiv", nimmt z.B. Feuchtigkeit auf. Zedernholz dagegen altert und wird spröder.)
Ich hatte da auch meine Zweifel angemeldet, wenn auch nicht so deutlich.
Im Faden "Fichte oder Zeder" läuft übrigen eine ähnliche Diskussion, wobei die Meinung des altersbedingten Klangverlusts unter Berufung auf Gitarrenbaumeister vertreten wird.
Ich glaube da auch nicht generell dran, insbesondere wenn ich mir so Leute wie Wulfin Lieske anhöre, der mit historischen Gitarren auftriitt (unter www.wulfin-lieske.de ist ein Videoclip zu sehen).

Viele Grüße
hsbonn
Zuletzt geändert von hsbonn am Mo 24.Apr 2006, 11:34, insgesamt 1-mal geändert.

lautenist
Beiträge: 252
Registriert: Mo 14.Nov 2005, 17:39
Wohnort: CH-Aadorf

Beitrag von lautenist » Mo 24.Apr 2006, 9:06

hsbonn hat geschrieben:Ich glaube da auch nicht generell dran, insbesondere wenn ich mir so Leute wie Wulfin Lieske anhöre, der mit historischen Gitarren auftriitt
aber alle hysterischen - aeh historischen Gitarren haben doch eine Fichtendecke!
Zeder wurde ja wegen der "vordergründigen Lautstärke" eingeführt. Das meint, dass eine Zederndecke für den Spieler (also hinter dem Instrument) lauter wirkt. Ausserdem ist sie grundtöniger.

Grüsse vom
Lautenist
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.
(René Descartes)