Frage zur " -Hardware" - einer Konzertgitarre

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sunny
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Frage zur " -Hardware" - einer Konzertgitarre

Beitrag von sunny » Di 24.Jan 2006, 18:59

Ich habe (nur) meine alte Konzertgitarre, die ich u.a. aus sentimentalen Gründen weiterhin verwenden möchte.
Schon früher hatte ich den Eindruck, die Saiten seien etwas weit von den Bundstäbchen entfernt und erschweren dadurch das Greifen.

Nun die Frage: Wie weit sollten die Saiten von den Bundstäbchen entfernt sein? z.B. im ersten und 12ten Bund.

LG aus Hamburg

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Di 24.Jan 2006, 19:20

Hallo Sunny,

hier gibt es keine pauschale Antwort. Sind die Saiten zu nahe über dem Griffbrett, schnarren sie, zu weit weg, Probleme beim Greifen. Durch verschiedene Einsätze an Steg und Halsende kann man den Abstand verändern. Normalerweise sind diese Einsätze bei einer guten Gitarre die richtigen. Probiere doch mal in Läden andere Gitarren aus, ob es dort anders ist, dann kannst du das Abstandsthema ja einer Korrektur zuführen.

Rät der Gustaw

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mi 25.Jan 2006, 10:00

Hallo sunny,
Gustaw hat deine Frage ja eigentlich schon beantwortet, eine Pauschallösung gibt es nicht. Ich persönlich habe mir zB vom Gitarrenbauer bei meinen Gitarren so nach ca 1/2 Jahr die Saiten "tiefer" legen lassen. Ich habe im Grund genommen die Einstellung gesucht, so flach wie möglich, aber nicht zu tief. Das lief aber nur durch ausprobieren, das heißt er hat etwas weggenommen, dann habe ich gespielt - obe es ok ist, dann haben wir wieder korrigiert usw bis es passte.

Nur eine Empfehlung, fange nicht selbst an zu feilen, sondern gehe zu einem Gitarrenbauer oder eine gutes Musikgeschäft daß mit einem Gitarenbauer zusammenarbeitet. Dann hast Du nachher auch die Gewissheit dass alles ok ist.

Viele Grüße,

Steffen

lautenist
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Beitrag von lautenist » Mi 25.Jan 2006, 10:20

Steffen hat geschrieben:Nur eine Empfehlung, fange nicht selbst an zu feilen, sondern gehe zu einem Gitarrenbauer oder eine gutes Musikgeschäft daß mit einem Gitarenbauer zusammenarbeitet. Dann hast Du nachher auch die Gewissheit dass alles ok ist.
:-) ... und ich wollte grade das "Selber feilen" empfehlen :-)
Für den Sattel könnte ein halbwegs guter Laden (oder ein Gitarrenbauer) fixfertige Einsätze haben (die sind oft ja nur eingelegt und nicht geleimt. Wenn doch geleimt, dann bekommt man die trotzdem sehr leicht heraus).
Ich hatte nur mal das Problem mit einem zu flachen Sattel (bei meiner Flamencogitarre). Dort habe ich dann etwas Pappe untergelegt und dann ging das problemlos. Bei meinem Gitarrenbauer habe ich dann gesehen, dass er die Teile "im Sack" herumliegen hatte, so dass auch ein flacheres kein Problem gewesen wäre.
Aber mit >Steffens Rat bist Du auf der sicheren Seite. Da schliesse ich mich lieber an bevor Du auf mich schimpfst :-)

meint der Lautenist

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mi 25.Jan 2006, 15:28

Hallo Lautenist,
ich denke Du hast im Laufe Deiner Gitarren- & Lautenzeit schon die verschiedensten Saitenlagen in den Fingern gehabt - so vom Gefühl her hätte ich da bei Dir keine Bedenken. Doch ich denke wenn man da noch keine Efahrungen mit hat, dann wirds evtl. heikel - dnn doch lieber zum Fachmann 8)

viele grüße in die Schweiz,

steffen

coolman
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Beitrag von coolman » Mi 25.Jan 2006, 15:33

Hallo sunny!

Also ich hab' das mit dem selber abfeilen mal vor Jahren probiert, weil ich mir dachte das kann doch so ein Problem nicht sein. Denkste, nachdem ich zu tief war bin ich dann doch zum Fachmann gegangen ;-)

Ich würd dir auch empfehlen das gleich beim "Schmid" zu machen und nicht selber als "Schmidl" herum zu fummeln!

lg
coolman
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lautenist
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Beitrag von lautenist » Mi 25.Jan 2006, 16:12

Hi Coolman,

feilen würde ich da auch tendenziell vermeiden wollen, weil oft muss man etwas in die Schräge gehen und dann ist das Risiko ziemlich gross. Zuviel abfeilen ist nicht so dramatisch, weil, wie gesagt, ein Stück Papier oder in meinem Fall ne alte Schachtel Zigaretten zerrupft und druntergepackt und nach ein wenig hin und her passt das schon.
Aber einen flacheren Sattel kaufen (kostet nicht allzuviel, wenn Plastik, dann im Eurobereich, Horn oder gar Elfenbein ist natürlich sehr viel teurer) und den reinsetzen und ggf. noch etwas unterfüttern sollte gut gehen.

Aber vielleicht lohnt es sich zu fragen, was das beim Gitarrenbauer kostet. Wenn's ein paar Euro sind, dann lohnt es sich nicht, es selbst zu machen, ansonsten vielleicht schon, weil das Material ist wirklich nicht teuer.

Beste Grüsse vom
Lautenist

jahro
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Beitrag von jahro » Mi 25.Jan 2006, 16:49

Hallo Zusammen,

ich kann mich dem Lautenisten nur anschliessen.

Wenn es keine besonders wertvolle teuere Gitarre ist, kann man
das mit dem Plastik-Sattel schon selbst machen.

Die kann man im Gitarrenladen für wenig Geld kaufen.
Ich würde den alten Mitnehmen und dann entsprechend einen
neuen in der richtigen Grösse kaufen.

Und das mit der Pappe hab ich früher auch oft gemacht :wink:.
Gut das waren meist keine wirklich hochwertigen bzw teueren Instrumente.

lg jahro
Gitarren:
CUENCA 60P
AMALIO BURGUET "LUNA El Mediterraneo"
Ortega M5

karlo henne
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Beitrag von karlo henne » Do 26.Jan 2006, 13:31

Hallo sunny,
ich bevorzuge bei nicht zu wertvollen Gitarren das Selberfeilen.
Ich bin wie folgt vorgegangen: Ausbau des Originalsteg/sattel und habe mir beim Gitarrenbauer entsprechend große Knochenrohlingen gekauft (einige Euros).
Entsprechend habe ich nach den Originalen die Rohlinge grob bearbeitet und dann entsprechend meiner Vorstellungen verändert, getestet, geändert usw.
Hat es man nicht geklappt, hatte ich ja die Originale, die unverändert blieben. So läßt sich Geld sparen und es gibt Lerneffekte.
So "verdoppelt" sich auch nicht der Wert der Gitarre durch solche Maßnahmen.
ABER: nie bei wertvollen Instrumenten. Da gibt es nur eine Antwort: Gitarrenbauer.
Gruß Karlo

Zum Abstand: natürlich stimmt alles oben geschriebene, aber:
wenn der Hals gerade ist, und auch die anderen Maße stimmig sind, sollte es mölich sein, im 12. Bund bei E6 zw. Bundstab und Saitenunterkante eine Abstand von 3 - 4 mm zu erreichen, bei E1 2,5 - 3mm, E6 im 1. Bund 1mm, E1 0,5mm; als groben Anhaltspunkt.

sunny
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Beitrag von sunny » Do 26.Jan 2006, 22:19

Vielen Dank erst mal für die vielen Tips.

Da es materiell keine wertvolle Gitarre ist, dachte ich mir
no risc no fun
Also hab ich erst mal zur Feile und dann auf die Saiten gegriffen .
Siehe da, es fühlt sich sehr gut an.

Danke Karlo für den guten Anhalt mit den Abständen!

LG aus Hamburg

sniggl
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Noch ein Link zum Thema / Frage

Beitrag von sniggl » Di 04.Apr 2006, 9:12

Hier noch ein Link zu dem Thema aus der Sicht eines Gitarrenbauers (Sebastian Stenzel):

http://www.stenzel-guitars.de/deutsch/a ... tion_d.pdf