selber neu lackieren??

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Friedemann
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selber neu lackieren??

Beitrag von Friedemann » So 19.Feb 2006, 19:02

Ich habe eine Estudio von Paulino Bernabe, Jahrgang 1980. Der Klang gefällt mir; der Lack ist nicht ab, aber etwas verschrammelt. Mein Lehrer hat mir unerschrocken vorgeschlagen: abschleifen und selber mit Schellack lackieren.
Hat jemand Erfahrung damit?? Oder lasse ich lieber die Finger davon. Vom Profi wird mir das wohl zu teuer.
Friedemann

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 19.Feb 2006, 19:28

Hallo Friedemann,

ich hab zwar keine eigenen Erfahrungen mit Schellack, weiß aber, dass es sehr schwierig ist, saubere Flächen hinzubekommen. Ich würde dir raten, einen Gitarrenbaumeister zu konsultieren. Der Preis der Nachlackierung wäre m.E. zweitrangig, wenn die Bernabe sonst in Schuss ist.

Oder bist du im nächsten Urlaub vielleicht in Madrid? Dann bring sie doch zu Paulino. Gustaw

mala
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Beitrag von mala » So 19.Feb 2006, 20:42

nicht nur, dass was schief gehen könnte, das ganze ist auch, wie ich gehört habe, eine sehr zeitaufwendige sache...am besten wäre natürlich, der bernabe würde es dir machen, dann kann er dir auch den originallack rauftun, bzw. in der originaldicke..

es335
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Beitrag von es335 » So 19.Feb 2006, 23:36

Hallo Friedemann,

also von "abschleifen" und solchen Dingen würde ich besser die Finger lassen.

Wie ich sehe kommst du aus D'dorf, da kenne ich mindestens einen Gitarrenbauer in deiner näheren Gegend, der auf die Restaurierung (richtig!) alter Instrument und damit auch einer Schallackpolitur vertraut und dazu auch noch überraschend preiswert ist.

Alternativ kannst du auch zu einem Geigenbauer gehen, von denen es hier eine ganze Reihe gibt und die sich per se mit solchen Polituren auskennen.

Auch wenn das Erneuern einer Schellackpolitur weniger kompliziert ist, als richtiges (!) neu lackieren, würde ich als Anfänger, zumal bei einem hochwertigen Instrument wie dem deinen die Finger davon lassen!

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Di 21.Feb 2006, 15:17

Hallo Friedemann,

ich bin zwar kein Instrumentenbauer, aber als "alter" Schreinermeister mit einiger Erfahrung in der Herstellung feiner Oberflächen, kann ich zu deiner Idee, die Oberflächenbehandlung deiner hochwertigen Gitarre selbst vorzunehmen, nur sagen: TU ES NICHT !!! 8)
Ohne deine handwerklichen Fähigkeiten infrage stellen zu wollen, gebe ich zu bedenken, dass alleine beim Entfernen der alten Lackfläche schon einigen schiefgehen kann. Und dann hast du immer noch nicht Gewähr, dass sich der neue Lack mit eventuell noch in den Poren vorhandenen Lackresten verträgt....und dann ist sie unter Umständen wirklich verhunzt, deine Gute.. :shock:
Und das wäre die Sache doch nicht wert, zumal der Klang deines Instrumentes ja durch die Gebrauchsspuren eigentlich nicht beeinträchtigt sein dürfte.
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

-------------------------------
Gitarren: Yamaha GC-31 C u. Ariana 6512

Friedemann
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Beitrag von Friedemann » Do 02.Mär 2006, 23:32

Hallo es335!
es335 hat geschrieben: Wie ich sehe kommst du aus D'dorf, da kenne ich mindestens einen Gitarrenbauer in deiner näheren Gegend ...
Kannst Du mir einen empfehlen bzw. einen Geigenbauer? Ich kenne Wilfried Liesenfeld aus Düsseldorf. Bei ihm kaufe ich Noten und Saiten, habe ihn aber dazu noch nicht gefragt.

Ansonsten sollte ich wohl besser die Finger von lassen ...

Friedemann

Karin
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hmmmmm stört es denn beim Spielen????

Beitrag von Karin » Fr 03.Mär 2006, 12:49

Frage, was willst du mit deiner Gitarre machen??
Spielen für dich?
damit öffentlich auftreten?

Grüße Karin

es335
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Beitrag von es335 » Fr 03.Mär 2006, 13:31

Hallo Friedemann,

zuerst einmal muß ich mich entschuldigen, daß ich dein Vorhaben erst jetzt 100% erfaßt habe. Du willst eine lackierte Gitarrendecke abschleifen und dannach mit Schellack behandeln. Das ist ein Unterfangen, von dem ich dir noch entschiedener abraten würde. Die Aufmachung der Decke einer guten Gitarre kann man nicht von der Art der Lackierung trennen. Will sagen, daß wenn du die Decke deiner Gitarre vom "Lackpanzer" befreist, würde ich klanglich "unerfreuliche Überraschungen" nicht ausschließen.

Wilfried Liesenfeld ist mir ein Begriff und den kann man sicher fragen. Der den ich meine heißt Helmut Stauder, hat seine Werkstatt in Schwalmtal und macht sehr viel Restauration alter Instrumenten, dabei vorwiegend Gitarren/Lauten.

Vielleicht ist es auch mit einer Ausbesserung der bestehenden Lackierung getan. So etwas kann durchaus auch erforderlich sein und nicht nur aus optischen Gründen erfolgen. Das kann und wird dir aber ein erfahrener Gitarrenbauer sicher sagen können.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Fr 03.Mär 2006, 14:05

Hallo Friedemann,

wenne Dir Deine Gitarre etwas wert ist, lass die Finger von dem Lack!
Ich habe es erlebt, wie jemand es selber versucht hat. Die Gitarre war nacher nur noch eine dumpfe Klampfe.

Ich habe meine schöne Römmich-Gitarre erst vor kurzem neu lackieren lassen, das muss man bei Schellack Gitarren eben ab und zu. Natürlich habe ich dies vom Meister persönlich vornehmen lassen - der hat sich auch gleich um das Abrichten der Bünde gekümmert. Außerdem hatte ich einen argen Kratzer auf der Decke, der ist jetzt weg.

Mit Versandkosten hat mich das Ganze rund 350 Euro gekostet, dafür habe ich jetzt wieder ein Top Instrument.

Überleg Dir mal, was Du ausgeben müsstest, wenn Du Dir die Gitarre ruinierst!