Fingernagel Länge

Fragen, Tips und Anregungen darüber, womit wir Gitarristen den Ton angeben
coolman
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Fingernagel Länge

Beitrag von coolman » Fr 11.Nov 2005, 18:09

Hallo Leute!

Ich wollte mal fragen wie lang und in welcher Form ihr eure Nägel feilt.

Ich selbst hab sie so ca. 1-1,5 mm über die Fingerkuppe stehen. Ich bin aber noch nicht sicher ob das für mich passt!?!

Wie haltet ihr daß?

coolman
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zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Fr 11.Nov 2005, 18:22

Hallo Coolman,

so nen guten Milimeter über der Fingerkuppe hab ich die Fingernägel auch stehen. Ich find, daß paßt für mich. Wenn die zu lang sind, kann man keine vernünftigen Läufe mehr spielen.

Gruß
Zorolowski

Nici
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Beitrag von Nici » Mo 14.Nov 2005, 22:50

Hallo,

meine Fingernägel hab ich auch etwa 1,5 mm über der Fingerkuppe und rund gefeilt.

Liebe Grüße

Nici

telefon
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Beitrag von telefon » Di 15.Nov 2005, 10:23

hi!

:shock: meine nägel sind so gute 9mm lang ... nein nein. :roll: :wink:
das problem, vor allem bei leuten mit dünnen fingernägeln ist, je länger die nägel, desto bruchanfälliger sind sie. also gut für feste fingernägel sollen angeblich rosinen sein. deshalb ess ich auch immer fleißig rosinenbrötchen.

:shock: :arrow: aber man kann übrigens ja auch ganz ohne fingernägel spielen. so schreibt es zum beispiel die carcassi-schule vor. das tat ich aber nie so.

viele grüße

telefon

ps: meine nägel sind auch so zwisch 1 und 1,5mm

coolman
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Beitrag von coolman » Di 15.Nov 2005, 12:05

Hall telefon!

Ich bin so ein Kandidat :-( , mach das aber mit Gel!

Die Rosinen ess ich aber trotzdem, weil sie so gut sind ;-)

lg
coolman
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telefon
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Beitrag von telefon » Di 15.Nov 2005, 16:30

hm ... aha

mit gel? wie mit gel? :?

ich weiß zum beispiel das manche gitarristen sich nagellack auf die finger tun ... natürlich nicht roten sondern durchsichtigen.

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Di 15.Nov 2005, 17:54

Hi Coolman,

Mit dem Gel das hab ich auch nicht ganz verstanden.
Du futterst Gel für die Fingernägell?

Gruß
Zorolowski

coolman
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Beitrag von coolman » Di 15.Nov 2005, 17:56

Hallo telefon!
telefon hat geschrieben:mit gel? wie mit gel? :?

ich weiß zum beispiel das manche gitarristen sich nagellack auf die finger tun ... natürlich nicht roten sondern durchsichtigen.
Da wird ein durchsichtiges Gel wie Nagellack aufgetragen, dann mit UV-Licht gehärtet und dann mit Bimsstein oä. an der Oberfläche behandelt. Wenn mans nicht weiß ist das dann schwer zu sehen und die Nägel halten fast alles aus.

lg
coolman
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Spacetoon
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Beitrag von Spacetoon » Mo 28.Nov 2005, 4:02

Also meine Fingernägel sind ca. 1mm bis 2mm lang.

Ich probiere unterschiedlichen Länge, aber über der Klang, war ich bis jetzt noch nie richtig zufrieden.

Vielleicht wird das mit die Erfahrung (Jahren) besser. Was denkt ihr?

Gruß,

Steph
Gitarre : Yamaha CG-90 MA

lautenist
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Beitrag von lautenist » Mo 28.Nov 2005, 15:30

qminusi hat geschrieben:
telefon hat geschrieben: so schreibt es zum beispiel die carcassi-schule vor.
Hallo,
hast Du mehr Informationen über Carcassi im Allgemeinen und über das nagellose Spielen im Speziellen?
Da kannst Du an die Sor-schule gehen ... die findest Du zum downlaod hier http://www.lautenist.de/CosteSorSchule.pdf.

:sage:
generell ist der Nagelanschlag auf der Gitarre eine ziemlich neue Geschichte und geht in dieser Penetranz auf Segovia zurück, der quasi die Standards für die heutige Gitarrenausbildung gesetzt hat. Denoch war es zum Bleistift bis noch in die 1970er Jahre im Amiland üblich, mit Stützfinger und ohne Nägel zu spielen. Die "klassischen" Schulen (Sor und Aguado) unterscheiden sich dort auch. Sor kommt eher vom Lautespielen und empfiehlt das Kuppenspiel während Aguado das Nagelspiel befürwortet. (da gibt es eine nette Anekdote mit schönem Gemälde - wo Anhänger des nagel- vs Kuppenanschlags aufeinander losgehen und sich ihre Gitarren um die Ohren hauen. Ich schau mal, ob das Bild im Net steht ) Von Llobet weiss man noch, dass er mit einem Daumenring gespielt hat. Tarrega hat mehrfach in seinem Leben gewechselt.

All das hin- und her bezüglich Kuppenanschlag wird aber nur verständlich, wenn man sich die Instrumente (und auch die Saiten) anschaut: Eine Biedermeiergitarre, wie ich sie spiele hat eine deutlich niedrigere Saitenspannung (und auch sonst ist sie "leichter" gebaut) und ist (dadurch) empfindlicher bezüglich des Anschlags, auch die Torres-Gitarren waren noch näher an dieser Bauform als es heutige moderne Konzertgitarren sind.
Die Frage heisst für mich also nicht: Nagelanschlag ja oder nein, sondern: ist meine Gitarre geeignet für Kuppen- oder Nagelanschlag.
:sage:

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Di 29.Nov 2005, 11:14

Hallo, qminusi!
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, dass Sor ein Duo komponiert hat, das u. a. die Besonderheiten beider Anschlagsformen berücksichtigt. Hier ein Ausschnitt aus Kurzbiografien zu Aguado und Sor, dessen Quelle leider nicht mehr zugänglich ist, deshalb als Abschrift:
“History has at least one material legacy from the liason between the two very famous exiled Spanish guitarists Fernando Sor and Dionisio Aguado, and this is the duet: LES DEUX AMIS op. 41 written by Fernando Sor at Pacini, Paris, 1829 – 30. The work is labelled Sor and Aguado for the individual parts and Sor demonstrates his egalitarian nature by given each player plenty of scope to bring out their individual technical abilities. …
In the context of the Sor- Aguado relashionship, one can imagine two estranged Spaniard sharing house and concert venues together as two very friendly technical different rivals. This rivalry being the differences in technique between them: Nails versus flesh. …
Sor played with the flesh and argued that it produced a more round softer sound, whereas his virtuosic peer considered the nail produced more volume and the opportunity to play with tremendous speed using nails. … “

http://bachplucked.com/flesh.htm

Ein Beispiel für wunderbar weichen Sound auch mit Nagelanschlag aus unseren Tagen: www.groningenguitarduo.com
Mit ein bisschen detektivischer Mühe kann man aus Remco de Haans Interview http://www.gitaarnet.nl/magazine/gitaar ... ehaan.php3 herauslesen, welchen Stellenwert er den Nägeln beimisst:
„Wat maakt het geluid van je gitaar; (meest doorslaggevende factor(en))?
RdH.: Nagels en de vorm van de dag. Klassieke gitaristen lopen de halve dag hun nagels te vijlen en polijsten om een zo mooi mogelijk geluid te krijgen!“
Viel Spaß! ;-) Vielleicht haben wir ja jemanden unter uns, der dieser Sprache wirklich mächtig ist?

Hallo, Lautenist :bye: !
Meinst Du das hier? Ich hab’s nur ganz winzig als CD- Cover gefunden:

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Beitrag von lautenist » Di 29.Nov 2005, 15:43

Ja genau das meinte ich!

Die Schule von Carulli ist auch interessant - auch, weil er empfiehlt, den Daumen der linken Hand zum Greifen einzusetzen (wie man's bei E-Gitarristen oft sieht). Davon gibt's auch eine deutsche Uebersetzung bei REX-Online (die hatte ich eine ganze Weile für erwachsene Schüler benutzt :)).

Die zwei Freunde hatte ich übrigens mit Coste und Sor übersetzt. Auch ein heisses Stück!

Beste Grüsse vom
Lautenist

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Do 01.Dez 2005, 11:01

Volltreffer! Ein Sprachtalent bist Du also auch noch. Meine Übersetzungsversuche hatten aber einen ähnlichen Sinn ergeben.
Qminusi, ich hab’ noch mal nachgeschaut: unter „Audiosamples“ lassen Remco de Haan und Erik Westerhof auf ihrer HP auch was hören. Den nachhaltigen Eindruck vom Spiel der beiden habe ich aber auf einem ihrer Konzerte im letzten Jahr bekommen.
Grüße in die Schweiz von Anna Nyma

P.S. Kannst Du (oder jemand) mir den Trick verraten, wie Du die ewig langen Links in passende, z. T. genauso lange Kommentare verwandelst, die dann trotzdem noch an die richtige Stelle führen?

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Fr 02.Dez 2005, 13:44

Nägel zu züchten, zu pflegen, zu feilen, polieren, zu beschützen und furchtbar zu fluchen, wenn einer abbricht...ääähcht äätzend. :chaud:

Bin Haus, Hund und Gartenfrau und mache das trotzdem. :smorfia:

Mit Nägeln zu spielen hat auch was für sich. Ich kann einfach mehr Klangfarben erzeugen. Ich halte meine Nägel relativ kurz. Dadurch kann ich, wenn ich die Hand beim spielen etwas flacher halte, auch ohne Nagel anschlagen (ist reine Übungssache). Ich habe aber auch die Möglichkeit, einen sehr kristallinen Ton zu spielen, indem ich mehr Nagel einsetze.
Ich übe im Moment viel Tremolo, das kann ich mir ohne Nägel gar nicht vorstellen! :guitare:
Außerdem spiele ich ja unverstärkt, und wenn ich mit einer Flöte oder Geige mithalten muss, brauche ich schon mehr Lautstärke, das würde ich mit Kuppe nicht hinkriegen.
:delcamp_ cool:

Kemps' Jig
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Beitrag von Kemps' Jig » So 04.Dez 2005, 11:18

Hallo,

Bis vor kurzem spielte ich noch ausschließlich mit ca. 2mm langen Fingernägeln, doch früher spielte ich immer mit Fingerkuppeln, und ich denke dass das für mich besser ist (yeah...back to the roots 8) ) Ist eben einfach Ansichtssache...ob lauteren kristallineren Ton, oder etwas leiser (kann man aber auch trainieren!) und dafür wärmer...aber auch Gitarristen mit Fingernagel-Spiel können ohne Zweifel einen warmen Ton erzeugen...jeder wie er will :lol:

Gruß
,yours Kemps' Jig
-Frauen sind manchmal wie Gitarren, nur gut gestimmt klingen sie gut-