Klassische Gitarre mit Daumenpick

Fragen, Tips und Anregungen darüber, womit wir Gitarristen den Ton angeben
guitar-pupil
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Klassische Gitarre mit Daumenpick

Beitrag von guitar-pupil » So 08.Jan 2006, 22:24

Hallo,
Gestern wie ich Gitarre übte ging mir etwas durch den Kopf. Nämlich stellte ich mir die Frage ob es einen Sinn mache mit Daumenpick klasische Stücke zu spielen. Was meint ihr, macht es einen Vorteil beim Spiel (bezüglich Sicherheit und Geschwindigkeit)?
Hat es einen Vorteil auf der klassischen Haltung einen Daumenpick zu verwenden?
Freue mich auf eure Beiträge!

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » So 08.Jan 2006, 22:45

Hallo,

ich bin ja offen für alles, aber ein Daumenpick zur Klassikgitarre kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Ich hab vor Jahren mal eine Zeitlang mit Fingerpicks gespielt, allerdings im Sektor Folkblues und mit Stahlsaitenklampfen.
Aber wenn du das mit deiner Konzertgitarre machst, musste das unbedingt posten.

Grüße

Bernhard.

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 08.Jan 2006, 22:54

Hallo guitar-pupil,

meine Antwort hierzu lautet kurz und schmerzlos:

Nein.

Gustaw

Joachim
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Beitrag von Joachim » So 08.Jan 2006, 22:59

Hallo,

ich schließe mich da Gustaw an,

ich glaube das ist keine gute Idee.
Gruss
Joachim

jahro
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Beitrag von jahro » Mo 09.Jan 2006, 13:57

Hallo guitar-pupil,

Ich kanns nur wiederholen.

Lass es bleiben. Ich selbst habe eine Weile mit Daumenpick gespielt.
Dies aber auf einer Stahlsaitengitarre und in anderem stlistischem Bereich.

In der Klassik mach das wirklich keinen Sinn.

Also Pick weg und Daumen trainieren :wink:.

lg jahro
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hein blöd
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Re: Klassische Gitarre mit Daumenpick

Beitrag von hein blöd » Mo 09.Jan 2006, 22:03

guitar-pupil hat geschrieben:Gestern wie ich Gitarre übte ging mir etwas durch den Kopf. Nämlich stellte ich mir die Frage ob es einen Sinn mache mit Daumenpick klassische Stücke zu spielen.
Hallo guitar-pupil,

wat ist denn ein "Daumenpick"?

Ist das vielleicht so ein Dingens, das sich z.B. der Zitherspieler überstülpt für das Melodiespiel mit dem Daumen?

... fragt ein älterer, unbedarfter Anfänger nach.

MlG

Hein

jahro
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Beitrag von jahro » Mo 09.Jan 2006, 22:31

Hallo Hein,

ein Daumenpick wird normalerweise bei der Stahlseitengitarren
bei Stilen wie Folkblues oder Fingerpicking eingesetzt.

Da man dort oft mit dem Handballen die Basssaiten abdämpft,
kann man mit dem Daumenpick einen besseren (lauteren) Ton
erreichen.

Für die anderen Finger gibt es dann auch noch Picks.

Der Daumenpick sieht aus wie auf dem Bild:


Viele Grüsse jahro
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Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Di 10.Jan 2006, 14:20

Hallo guitar-pupil,


nein, es macht keinen Sinn. Es ist UNsinn.

Hör`Dir mal wirklich gute Klassikgitarristen an, wie z.B. Roberto Aussel, dann beantwortet sich die Frage von selber, denn mit so einem Fingerpick würde man niemals so ein Spektrum von Klangmöglichkeiten erreichen.

Außerdem: je mehr Körper wir zum Musikmachen einsetzen, je mehr übertragen sich unsere Emotionen in die Musik (bestes Beispiel ist die Stimme)

hein blöd
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Beitrag von hein blöd » Di 10.Jan 2006, 19:23

Guten Abend Jahro,

kurz, bündig und informativ - danke!

Ich kann mir gut vorstellen, dass solches Hilfsmittel beim klassischen Gitarrenspiel keinen Sinn macht.

LG

Hein

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Di 10.Jan 2006, 19:27

Hallo guitar-pupil,

ich glaub auch nicht, dass das wirklich gut ist.

Gruß
Zorolowski

hsbonn
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Beitrag von hsbonn » Fr 07.Apr 2006, 13:39

Hallo allerseits,
ich bin sehr froh, dass es Finger- und Daumenpicks gibt. Ich hatt vor rund 20 Jahren einen Unfall, bei dem ich leider ein paar Fingerglieder an der rechten Hand verloren habe. Vor ein paar Monaten habe ich dann bei einem Spezialversand Fingerpicks gefunden mit denen ich tatsächlich auch auf der klassischen Gitarre einen zumindest für meine Ansprüche ordentlichen Klang erzeugen kann. Die Dinger sind aus Metall haben einen Ausschnitt für die Fingerbeere. Ich kann also die Saiten mit den Fingerbeeren abstoppen bevor ich sie mit dem Picks anreisse, so wie es ja auch sein soll. Mein Gitarrenlehrer war anfangs skeptisch, aber mittlerweile findet er es ganz ok.
Natürlich bekomme ich damit vermutlich nie einen Klang hin wie John Williams oder Dale Kavanagh hin, und natürlich schnarrt es schon einmal aber ich kann endlich wieder Gitarre spielen.... :D

Viele Grüße
hsbonn

tcm
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Beitrag von tcm » So 09.Apr 2006, 10:06

Hallo,

ich finde eure Antworten auf die Frage unzureichend, ihr solltet dazuschreiben warum ihr es euch nicht vorstellen könnt mit Fingerpicks Konzertgitarre zu spielen. Nur weil das noch niemand macht muß es ja nicht automatisch schlecht sein. Bitte posted, warum ihr es auch nicht vorstellen könnte.
Finde das Thema sehr interessant.

Danke TCM

jahro
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Beitrag von jahro » So 09.Apr 2006, 10:17

Hallo tcm,

natürlich ist dir Situation von hsbonn z.B. eine andere,
als wenn beide Hände gesund sind.

Und dann würde ich nach meinem ermessen sagen, dass ich mit dem
direkten Kontakt meiner Finger und Nägel ein besseres
Spielgefühl habe, als wenn ein Fremdkörper dazwischen ist.
Auch kann ich mit der Verbindung von Kuppe und Nagel meine
Klang besser steuern als mit Picks.

Auch gerade das Abdämpfen im klassischen Spiel, welches dort einen viel grösseren Raum einnimmt, würde durch Pick behindert werden.

Ich selbst habe einige Jahre Fingerpicking mit Picks (meinst nur Daumenpick) gespielt.

Für diesen Stil mit abgedämpften Basssaiten ist das auch absolut in Ordnung.
Bei der Klassischen Gitarre finde ich würde der Klang leiden.

Das ist meine persönliche Begründung.

Viele Grüsse
jahro

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » So 09.Apr 2006, 11:46

Ich glaube, der Ursprung der Fingerpicks liegt im Sektor Country-Blues, Folk-blues oder Bluegrass.
Da war (und ist) es immer noch ein prima Hilfsmittel, um die Gitarre ein Stück lauter klingen zu lassen. (vor allem, wenn die Fingernägel nicht lang genug sind)
Da galt es ja auch, ohne el. Verstärkung lautstärkemäßig mit anderen Band-Instrumenten mithalten zu können.
Durch die hohe Saitenspannung bei Stahlsaiten entstehen bei den Picks auch nicht so viele Nebengeräusche wie bei Nylonsaiten.
Ansonsten würd ich's einfach mal ausprobieren, die Picks sind ja nicht so teuer. Vielleicht gibt's ja dann bald die Rubrik 'Folk-Blues-Klassik'. :wink:

vG Bernhard