Der Nageltick

Fragen, Tips und Anregungen darüber, womit wir Gitarristen den Ton angeben
Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Sa 04.Feb 2006, 22:57

Hei Hein :wink:


das Problem kenn ich allzugut! :cry:
vorhin ist mir mein Ring-fingernagel (meine letzte Hoffnung) gerissen. :pascontent:
aber man muss halt das beste draus machen.

das hab ich mal beim surfen gelesen:

"Einer der größten klassischen Gitarrenkomponisten (Tarréga) spielte mit den Fingerkuppen. Geschadet hat´s ihm beim Komponieren (und beim Spielen) wohl nicht (Soweit ich weiß, stellte auch Fernado Sor in den letzten Jahren seines Lebens von Nagel auf Kuppenspiel um, der hat auch schöne Dinge komponiert...und war wohl auch ein sehr guter Gitarrist).
Ist eher ´ne Soundfrage als ´ne kategorische"

Manche finden es bei Sor sogar authentischer, ohne Nägel (natürlich nicht ganz ohne). :grire:

also, weiterspielen, auch ohne Nägel (sozusagen oben ohne)

v G Bernhard

mambo

Beitrag von mambo » Sa 04.Feb 2006, 23:31

Hallo zusammen,
ich muss auch zu meiner Schande gestehen einen kleinen "Nageltick zu haben.
Ihr wisst schon, ständig prüfen ob die Nägel rund und glatt sind etc...

:oops:

LG
Bertram

hein blöd
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Beitrag von hein blöd » Sa 04.Feb 2006, 23:32

Also Bernhard,

das hat aber jetzt richtig gut getan, das zu lesen.

So werde ich vielleicht doch noch zu einem überzeugten "oben ohne" Spieler!

MlG

Hein

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » So 05.Feb 2006, 0:03

Hallo Hein,

ich hab mir gerade überlegt, die Fußnägel länger wachsen zu lassen (die sind bei mir relativ stabil), um sie dann später mit Nagellack "oben" wieder anzukleben.:-)
-wär doch mal eine gute Idee, oder?
:desole:

ps. Hallo Bertram, du bist neu im Forum, hier gibt´s auch einen Thread, wo du dich näher vorstellen kannst. Spielst du auf deinem Avatar auf einem Acht-saiter??

vG Bernhard

mambo

Beitrag von mambo » So 05.Feb 2006, 20:15

Hallo Bernhard,
ist eine 10saitige Gitarre.

Grüsse,
Bertram

Friedemann
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Beitrag von Friedemann » Sa 11.Feb 2006, 18:22

Hallo zusammen,
hein blöd hat geschrieben:das hat aber jetzt richtig gut getan, das zu lesen.
Kann ich beipflichten.
Von meinem letzten Lehrer habe ich mir seine langen eindrucksvollen Werkzeuge abgeguckt - und immer rumprobiert, nicht in den Saiten hängen zu bleiben, weil meine Nägel rund wachsen. :(

Jetzt sind 2-3mm weg, aber vielleicht noch nicht genug ...
Eure Beiträge lassen mich hoffen.
Friedemann

qminusi

Beitrag von qminusi » Sa 11.Feb 2006, 23:10

gelöscht
Zuletzt geändert von qminusi am Di 14.Feb 2006, 9:19, insgesamt 1-mal geändert.

hein blöd
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Beitrag von hein blöd » So 12.Feb 2006, 1:10

Moin qminusi,

beachtlich und beruhigend, wie engagiert Du dieses Fingernagelthema auf den Punkt bringst.

Dank Dir dafür!

MlG

Hein

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » So 12.Feb 2006, 13:54

Hallo qminusi,

allerdings ist man ohne Fingernägel eingeschränkter auf der heutigen Konzertgitarre was die Klangpallette betrifft.
Zu Zeiten Tarregas und Sors hat man auf Darmsaiten gespielt. Ich vermute mal, dass da die Saitenspannung auch erheblich niedriger gewesen ist. Dann spielen die Fingernägel meines Wissens eine eher untergeordnete Rolle. Zumindest ist dass auf der Laute so.

Gruß
Zorolowski

jahro
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Beitrag von jahro » So 12.Feb 2006, 14:13

Hallo Bernhard,
... Einer der größten klassischen Gitarrenkomponisten (Tarréga) spielte mit den Fingerkuppen.
Das ist so nicht richtig.

Tarrega hat alle Möglichkeiten ausprobiert.
Er hat sowohl mit den Kuppen als auch mit den Nägeln gespielt.

Nur das seine Schüler, welcher in seiner Kuppenspiel-Phase hatte (z.B. Pujol) später behaupteten, dass ihr Meister in Kuppenspieler war.

vG jahro
Gitarren:
CUENCA 60P
AMALIO BURGUET "LUNA El Mediterraneo"
Ortega M5

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » So 12.Feb 2006, 15:00

Hi Jahro!
jahro hat geschrieben:Hallo Bernhard,
... Einer der größten klassischen Gitarrenkomponisten (Tarréga) spielte mit den Fingerkuppen.
Das ist so nicht richtig.
..das Zitat war nicht von mir, ich hab das mal beim surfen entdeckt. :pirate:

Mir persönlich gefällt übrigens der Klang (und das ist doch das entscheidende, oder?) mit Nägeln sowie (fast) ohne Nägel, es kommt doch mehr auf den Interpreten an, ob er "seine" Technik beherrscht.
Der Klang der Gitarre ist in beiden Fällen unterschiedlich, aber ich finde in keinem der beiden Fälle "besser" oder "schlechter".


vG Bernhard

aläx
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Beitrag von aläx » Mo 13.Feb 2006, 1:47

Hallo

da muss ich doch auch noch was dazu sagen

Ich habe mir sehr viel Gedanken gemacht wegen Kuppen- oder Nagelspiel und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass der Weg zum guten Sound bei einer Klassikgitarre nur über den Nagelanschlag führt.
Es gibt sogar Flamencospieler die mit Kuppe spielen und ich habe nur einen Klassikgitarristen (Osvaldo Parisi) erlebt der mich mit Kuppe überzeugt hat. Aber der hatte einfach so eine Hornhaut an der rechten Hand, das kaum mehr ein Unterschied auszumachen war.
Da ich viel Kampfsport mache , oder gemacht habe wäre es für mich (und meine Gegner) natürlich besser gewesen die Nägel kurz zu halten. Ich habe eine Weile versucht dass zu machen.
Es läuft im Endeffekt nur auf einen schlechten Kompromiss hinaus.Ich habe deshalb meine Fingernägel getapped und irgendwann aufgehört mit Kampfsport.
Da mir damals trotz Tape öfter mal ein Nagel kaputt ging bin ich öfter mal im Nagelstudio gewesen denn es hat mich krank gemacht wenn mir ein Nagel gefehlt hat.
Kompromisse gibts auch im Profibereich.

Konrad Ragossnig spielt die Laute mit Nägeln , ebenfalls hat Bream das getan.
Die haben zum Teil Konzerte gegeben mit
.) 1 ter Teil klassik pur
.) 2 ter Teil mit Laute und zwar nicht nur Einer.
Das hat nach deren Ansicht eben zu massiven Problemen mit der Umstellung, insbesondere bei der Saitenspannung, geführt.
Um es mal an einem Beispiel klarzumachen.
Ragossnig hatte jahrelang die 3.te Lautensuite a-moll von Bach im Programm. Ursprünglich hat er die auch auf Gitarre gespielt, später nur noch auf Laute. Das ist wie wenn man das Stück noch mal neu lernt.
Damals war es auch Mode, dass man im ersten Teil des Programms Renaissance und Barock spielte und ab dem zweiten Teil gab es dann Benjamin Britten und Henze als Kontrast.

Ich habe auch mal den deutschen Gitarristen Michael Koch kennengelernt. Das ist ein sehr guter Klassiker gewesen der sich wegen der Laute die Fingernägel geschnitten hat und danach hat er meines Wissens auch keine Konzertgitarre mehr gespielt, sozusagen auf den Spuren des Lautenisten.
Wenn es mit Kuppe auch gegangen wäre?

Vielleicht war es aber deshalb, weil er keine Lust hatte etwas anderes als Lautenliteratur zu spielen.

Wer weiss??

tschau Aläx

tcm
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Beitrag von tcm » Fr 03.Mär 2006, 22:20

Hallo Dirk,

mir geht es genau wie Dir, ich prüfe auch ständig die Qualität der Nägel. Außerdem habe ich immer Schmirgelpapier in der Hosentasche.

Das ist für Gitarristen völlig normal, bei meinen Mitstudenten beobachte ich ähnliches.

gothic3
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Beitrag von gothic3 » Mo 20.Mär 2006, 1:21

Habt irh die Nägel von David Russell gesehen? Sie sind so zur Setie geschliffen, also shief. Ich habs auch probiert aber sehe keinen unterschied