Wechselschlag i-a anstatt i-m ???

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
tcm
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Wechselschlag i-a anstatt i-m ???

Beitrag von tcm » So 05.Mär 2006, 18:30

Hallo Gitarristen,

da ich enorme Probleme mit dem Wechselschlag i-m habe, bin ich kürzlich auf den Wechselschlag i-a umgestiegen. Seitdem fühle ich mich sehr viel besser beim Spielen. Ich habe Jahre i-m geübt und mich nie richtig dabei wohlgefühlt.

Mich interessiert, ob es Leidensgenossen gibt, die diese Art des Anschlags auch vorziehen. Wenn ja, warum, was ist besser geworden, was für Probleme gab bzw. gibt es dabei????


Meine Überlegungen dazu:

Ich denke i-a ist alleine deswegen eine Alternative, da diese beiden Finger nicht an einem Sehnenverbund wie i und m hängen. Warum spielen die meisten i-m ???? Bisher habe ich dafür keine Erklärung gefunden, außer, das haben wir schon immer so gemacht.

Bitte teilt mir eure Meinungen und Erfahrungen diesbezüglich mit.



Vielen Dank für Eure Hilfe
:)

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 05.Mär 2006, 18:51

Hallo tcm,

zum 'Standard'-Wechselschlag i-m sehe ich eigentlich keine Alternative, für i-a wie von dir nun vollzogen fürchte ich, den Anschlag nicht gleichmäßig hinzubekommen. Allerdings kann ich nachvollziehen, dass du dich mit diesem Anschlag wohler fühlst. Ich selbst hatte beim Tremolo-Standard-Anschlag p-a-m-i immer Probleme, konnte aber einwandfrei p-i-m-a (was aber nix nützt). Offensichtlich gibt es unterschiedliche motorische Grundmuster, die man beherrscht oder nicht.

Gustaw
PS. nach sehr langem Training klappts übrigens langsam mit p-a-m-i

es335
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Beitrag von es335 » So 05.Mär 2006, 19:52

Ich habe veranlaßt durch Fabian Payr's "Finger-Fitness" diese Anschlagsvariante in mein Technik-Übungsprobramm aufgenommen und bin nach ersten Anlaufschwierigkeiten recht positiv überrrascht, wie gut das nach kurzer Zeit schon läuft. :chitarrista:

Ich glaube schon, daß das insbesondere bei schnellen Passagen eine echte Alternative zum i-m Wechselschlag ist!

Es ist in jedem Fall eine sehr sinnvolle Übungvariante, um die rechte Hand zu "entwickeln"! :wink:

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
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tcm
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Beitrag von tcm » So 05.Mär 2006, 20:08

Gustaw hat geschrieben:für i-a wie von dir nun vollzogen fürchte ich, den Anschlag nicht gleichmäßig hinzubekommen. Ich selbst hatte beim Tremolo-Standard-Anschlag p-a-m-i immer Probleme, konnte aber einwandfrei p-i-m-a (was aber nix nützt).

Vielen Dank für die Antwort.

Ich bekomme den Anschlag wunderbar gleichmäßig hin. Außerdem ist mein a-Finger vom Sound sehr viel besser als der m-Finger, was nicht am Nagel liegt, das habe ich genau getestet.

Ich verstehe den Einwand mit dem Tremolo nicht. Warum sagst Du, es nützt nichts? Spiel doch einfach das Tremolo anders herum. Warum denn nicht ?????? Was gut funktioniert kann so falsch nicht sein - oder ???!!!!

tcm
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Beitrag von tcm » So 05.Mär 2006, 20:10

es335 hat geschrieben:bin nach ersten Anlaufschwierigkeiten recht positiv überrrascht, wie gut das nach kurzer Zeit schon läuft. Ich glaube schon, daß das insbesondere bei schnellen Passagen eine echte Alternative zum i-m Wechselschlag ist!
Warum findest Du es ausgerechnet für schnelle Passagen gut ?

es335
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Beitrag von es335 » So 05.Mär 2006, 20:23

Die theoretische Begründung hast du weitgehend schon selbst genannt.
In meinem Fall sind Zeige- und Ringfinger nahezu gleichlang, physiologisch unabhängiger als i-m und weniger hochgestochen formuliert, fühlt sich das bei mir (!) nach einigem Üben bei schnellen Läufen richtig "gut" an. Das werde ich in solchen Passagen sicher zunehmend häufiger einsetzen.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
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Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 05.Mär 2006, 21:00

tcm hat geschrieben:Ich verstehe den Einwand mit dem Tremolo nicht. Warum sagst Du, es nützt nichts? Spiel doch einfach das Tremolo anders herum. Warum denn nicht ?????? Was gut funktioniert kann so falsch nicht sein - oder ???!!!!
Hallo tcm,
es klingt nicht. Die Töne werden abgedämpft, nur der letzte der 3 Anschläge klingt. Daher ist es nutzlos, der klassische p-a-m-i Tremolo-Anschlag hat schon seinen Sinn.

Gustaw

es335
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Beitrag von es335 » So 05.Mär 2006, 21:17

Hi Gustaw,

ich glaube hier geht etwas ein bischen aneinander vorbei. :idea:

tcm hat nur von dem reinen i-m Wechselschlag gesprochen. Für den ist i-a eine echte Alternative.

Das p-a-m-i Tremolo (!) ist eine ganz andere Sache. Indem man durch das i-a Spiel Zeige- und Ringfinger stärkt, sehe ich für das Tremeolospiel allenfalls das Risiko, daß dies durch den "sich zurückbilden" Mittelfinger "unrund" wird. Muß aber nicht zwangsläufig sein. Bei mir habe ich dergleichen noch nicht beobachtet! :ouioui:

Ein Zweifinger Tremolo i-m oder i-a, da stimme ich Gustaw bei, wird nie ordentlich klingen, allein schon weil dann zwei Finger wegen dem fehlenden "Dritten im Bunde" 33% schneller anschlagen müssen. :chitarrista:

Gruß es335
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Beitrag von tcm » So 05.Mär 2006, 21:26

es335 hat geschrieben:In meinem Fall sind Zeige- und Ringfinger nahezu gleichlang
Bei mir auch, das ist ne prima Erklärung dafür.

Wie verhält sich Dein Mittelfinger wenn Du i-a spielst? Meiner fällt leider noch etwas aus der Hand raus.

Gruß

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Beitrag von es335 » So 05.Mär 2006, 22:13

tcm hat geschrieben:Wie verhält sich Dein Mittelfinger wenn Du i-a spielst? Meiner fällt leider noch etwas aus der Hand raus.
:?: Also mein Finger bleibt dran :strizzalocchio:

Spaß beiseite, mein Mittelfinger liegt mit fast 10mm "Überlänge" auch sonst immer etwas über den anderen Fingern, was jetzt kaum anders ist. Was ist schlimm daran? Es gibt nicht DIE Technik die für alle paßt und jeder muß lernen mit seinen "Einschränkungen" klarzukommen!

Gruß es335
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Beitrag von tcm » So 05.Mär 2006, 22:40

es335 hat geschrieben:mein Mittelfinger liegt mit fast 10mm "Überlänge" auch sonst immer etwas über den anderen Fingern, was jetzt kaum anders ist. Was ist schlimm daran? Es gibt nicht DIE Technik die für alle paßt und jeder muß lernen mit seinen "Einschränkungen" klarzukommen!

Gruß es335
Hast recht, mein Mittelfinger ist übrigens auch ca. 1 cm länger.
Hört sich alles etwas merkwürdig an, ist aber wirklich ernst gemeint. :D

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Beitrag von es335 » So 05.Mär 2006, 23:14

Den kleinen Scherz oben solltest du bitte nicht falsch verstehen! Ich sehe das durchaus ebenfalls als ernste Frage.

Wenn du mit dem i-a Anschlag besser klarkommst und der sogar noch besser klingt (bei mir ist der Ringfinger in der Hinsicht leider das absolute Sorgenkind!), dann würde ich das konsequent so weiterüben und auch einsetzen.

Achte nur darauf, den dann "brachliegenden" Mittelfinger locker und so weit wie möglich im "Verbund" zu halten. Dann dürfte der im Bedarfsfall auch problemlos wieder einsteigen.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
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Brink
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Beitrag von Brink » Do 09.Mär 2006, 13:35

Hallo tcm!

Ich spiele seit Jahren i-a. Ich hatte vorher auch immer Probleme mit i-m und der Umstieg hat sich nahezu sofort gelohnt. Neben den Vorteilen, die hier schon erwähnt wurden fällt mir noch auf, dass man mit i-a einfacher Läufe mit grossen Sprüngen, also vielen Saitenwechseln (meist auch über mehrere Saiten) spielen kann. Ich habe i-m immer verflucht, wenn ich in einem schnellen Lauf von der D-Saite auf die hohe E-Saite musste...
Dass i-a mehr als nur eine Alternative zu i-m ist zeigen Weltklassegitarristen wie Paco de Lucia, bei dem ich häufig i-a gesehen habe. Physiologisch wurden die wichtigstenen Aspekte wie Fingerlänge, Verwurzelung,... hier schon behandelt.

Grüsse, Jan
Antonio Raya Ferrer No.26, Bj. 2000, Granada