Problem mit Flageolettausführung bei Sor

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Bernhard
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Problem mit Flageolettausführung bei Sor

Beitrag von Bernhard » Do 09.Mär 2006, 12:02

Hallo ,

ich habe auf der Seite hier (Fernando Sor Opus 16, var.n°4)
einige Probleme mit den Flageolets gehabt.
Die Notierung ist für mich schwierig.

Vielleicht kennt sich wer damit aus, ich habe eine Bearbeitung von mir mit Tab, und einen Ausschnitt aus der Original-Notation. Ich weiß aber nicht, ob das richtig ist, wenn, dann wäre das hohe e und g auf den Leersaiten als Flag. und dann eine Kombination von Leer-und gegriffenen Saiten (c gegriffen im 3. Bund und über dem 8. Bund flag. angeschlagen, und e Leersaite , über dem 5. Bund)
Es ist machbar, in der 4. Variation gibt's übrigens noch einige schöne Beispiele dafür.

Ich hab übrigens das Thema & 3 Variationen im engl.spr. Forum eingespielt. Die 4.te Var. war mir dann doch zu schwer, außerdem, wie gesagt, ich kann die ganzen Flageolets nicht alle zuordnen.

vG Bernhard
Zuletzt geändert von Bernhard am Do 09.Mär 2006, 23:47, insgesamt 1-mal geändert.

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Do 09.Mär 2006, 19:48

Hallo Bernhard,

ich versuch's mal mit einer Hilfestellung zum Schlusstakt der 4. Variation. Deine Notation ist klanglich richtig, auch kann man diese Flageolett-Klänge mit den in den Tabs angegebenen Lagen korrekt erzeugen (vorausgesetzt natürlich, das C des letzten Dreiklangs wird gegriffen, dabei dann im VIII. oder XVII. Bund auf der A-Saite das C erzeugt). Was die Sache so schwierig macht, ist die Spielbarkeit ohne abzusetzen. Diese harte Nuss hat der Ferdl wohl schon selbst erkannt, denn der erste C-Dur-Dreiklang wird via Pause abgewürgt (ein Legato bis Ende wäre ja viel schöner gewesen).

Deiner Notation/Fingersatz zufolge ist der erste Dreiklang samt Abwürgung ja problemlos (eigentlich hätte ich ja den Ehrgeiz, hier abweichend nach einer Lösung für ein erlösendes Legato zu suchen, aber die Zeit ...). Zumindest deutet der gepunktete Bogen über dem Schlusstakt ja auch so etwas an ... das gibt zu denken. Das erste Flageolett-Paar G-E geht sauber nur zweihändig, am einfachsten mit dem 4. Finger Barrée über dem XII. Bund. G und E klingen sauber angeschlagen eigentlich laut und lange genug, um sich die beste Kombination für den zweiten Dreiklang zu suchen. Meiner Anatomie zufolge wäre dies so: mit dem 1. Finger C auf der 5. Saite / III. Bund greifen, mit dem 3. Finger auf dem V. Bund der 6. Saite das Flageolett vorbereiten ... dann das C als Flageolett einhändig über dem VIII. oder XVII. Bund erzeugen, zugleich mit dem Daumen die E-Saite anschlagen, um das E-Flageolett zu erzeugen. Wenn man's richtig macht, klingt das erste Flageolett-Pärchen E-G dann immer noch.

Man könnte auch den ersten C-Dur-Dreiklang in der V. Lage greifen (kl. Barrée über die ersten 4 Saiten, E mit 3 auf VII (5) und C mit 4 auf VIII (6), dann hätte man schon das G für den nächsten Zweiklang, und könnte das E-Flageolett dann einhändig anschlagen ... wenn da nicht das fehlende G-Flageolett wäre!
Tja so sind diese Nüsse. Franzl hätte es gelöst, der Ferdl hingegen überlässt es seinen Nachkommen. So san's, die Spanier ...

meint Gustaw

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Do 09.Mär 2006, 23:59

Vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort, Gustaw!

:merci:

Gustaw hat geschrieben: Man könnte auch den ersten C-Dur-Dreiklang in der V. Lage greifen


...ich hab mal das Original-Notenbild um die vorhergehenden Takte erweitert.
Da hat ferdi wohl auch schon durch die 16.tel Pause und den Legatobogen über dem G-Dur-Akkord auf den folgenden C-Dur-Akkord in der ersten Lage hingewirkt. (die letzten beiden Takte)
Alles sehr verwirrend.

Kennt jemand vielleicht eine Aufnahme des kompl. Opus 16?

vG Bernhard

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Fr 10.Mär 2006, 0:14

Hallo Gustaw und Bernhard,

eurer fachtheoretischer Austausch beängstigt mich, - da ist mir ja schon das Mitlesen zu hoch.... :shock:
Mindestens 27stes Semester.....

meint ein zutiefst
erstauntes Forumsmitglied :wink:

jahro
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Beitrag von jahro » Fr 10.Mär 2006, 2:10

Hallo Bernhard,

Marc Teichholz hat bei Naxos Op. 16 eingespielt.
Ich habe die CD. Ist nicht sonderlich teuer.

MARC TEICHHOLZ / GITARRENMUSIK OP.13-16
http://www.naxos.com/mainsite/default.a ... mposer=Sor

Viele Grüsse
jahro

Brink
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Beitrag von Brink » Fr 10.Mär 2006, 2:12

Hallo Gustaw und Bernhard!

Gustav hat die Ausführung des c-e Flogoulett-Akkords ja vortrefflich beschrieben.
Ich hab die Passage grad mal durchgespielt und Gustaw hat absolut recht. Ein Legato wäre viel schöner. ISt spielerisch auch durchaus machbar:
Da beim c-Akkord die 1. und 3. Saite nicht gegriffen werden, kann man g-e auch einhändig spielen. Dazu ist auch gar keine Verkrampfung der rechten Hand nötig. Das g mit p,a (p liegt auf XII, a zupft) und das e mit i,m (i auf XII, m zupft) spielen.

Grüsse, Jan
Antonio Raya Ferrer No.26, Bj. 2000, Granada

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Fr 10.Mär 2006, 18:47

Hallo Cornwallfan,
ein zutiefst erstauntes Forumsmitglied hat geschrieben:Mindestens 27stes Semester.....
macht ja nix ... drum was ganz andres, Themenwechsel ... ja vielleicht sogar Themaverfehlung: Gratulation!! Erst vorgestern den 8000. Beitrag posten, dann hier deine persönliche No. 500, das dürfte anderen vielleicht wieder zu hoch sein.

Freut sich der Gustaw

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Fr 10.Mär 2006, 20:10

Brink hat geschrieben: Da beim c-Akkord die 1. und 3. Saite nicht gegriffen werden, kann man g-e auch einhändig spielen. Dazu ist auch gar keine Verkrampfung der rechten Hand nötig. Das g mit p,a (p liegt auf XII, a zupft) und das e mit i,m (i auf XII, m zupft) spielen.
...da sind bei mir die spielerischen Fähigkeiten erschöpft. Das kann ich nicht! Respekt, wenn du da wirklich noch zwei Flageolets rauskriegst.:shock::shock:

@jahro: danke für den Tipp, ich hab irgendwo im Netz sogar noch eine Hörprobe gefunden, gute Qualität! Hab ich mir gleich bestellt.

vG Bernhard