Schleifen im Baßlauf

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Tobias
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Schleifen im Baßlauf

Beitrag von Tobias » So 26.Mär 2006, 13:15

Hallo,

wenn ich z. B. beim Spielen von Triolen entlang der A- und D-Saiten entlang fahre(n muß), dann treten stets erheblich laute Schleifnebengeräusche auf.
Mir hat dazu mal jemand gesagt, ich sollte zwischen jeden veränderten Ton , hier also den Triolen, beim verschieben zwischen den Bünden die Finger anheben. Das ist nicht möglich! Hebe ich sie zu leicht an, schleift es dennoch, hebe ich sie zu sehr an, verliere ich an Tempo.
Wo liegt mein technisches Problem? Ich kann mich nicht erinnern, daß es meine Gitarrenlehrerin je angesprochen hätte.
Jemand anderes hatte mir gesagt, daß es Baßsaiten gäbe, die glatt sind. Diese sind aber erheblich teurer! Vielleicht gibt es auch Saiten, bei denen die Schleifgeräusche auch im günstigeren Satz nebengeräuschärmer sind!?
Gruß Tobias
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Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 26.Mär 2006, 16:04

Hallo Tobias,

probiere mal via neuem Fingersatz den Einsatz einer benachbarten Saite, meistens geht das. Hierbei spielst du den mittleren Ton der Triole auf der Nachbarseite, umgegriffen wird gar nicht, was du brauchst ist ein spezieller Anschlag zB. p-m-i oder m-i-p ... ausprobieren, außerdem geht es nicht immer.

Gustaw

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » So 26.Mär 2006, 16:21

Hallo Tobias,

ich sehe das auch so wie Gustaw. Versuch, so weit es geht, die Fingersätze zu optimieren. Ganz ohne Nebengeräsche geht es nicht.
Zu der Frage nach den Saiten. Ich hab selbst mal verschiedene Sätze mit polierten Baßsaiten von Savarez und d'addario ausprobiert. Die Nebengeräusche sind tatsächlich wesentlich leiser. Dafür klingen die Saiten nicht besonders, müssen schneller gewechselt werden und kosten obendrein erheblich mehr.

Gruß
Zorolowski

Vincent
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Beitrag von Vincent » So 26.Mär 2006, 18:21

Hallo Tobias,
das mit den polierten Saiten kann ich nur bestätigen. Ich habe mal Thomastik Flat wounded ausprobiert - erfreulich wenig Nebengeräusch von den Baßsaiten, aber alles klang insgesamt nicht brilliant genug. Und dann der höhere Preis...
Bleibt die Frage an alle - wie vermeidet man möglichst die lästigen Schleifgeräusche?
Grüße von Vincent

Tobias
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Beitrag von Tobias » So 26.Mär 2006, 23:06

Hallo Gustaw,

leider weiß ich nicht, was Du mir versuchst zu erklären. Ist p, a, m und i nicht die Fingerbezeichnung der rechten Hand?
Ich habe ein Beispiel herausgesucht zum veranschaulichen (leider kann ich es nicht herüberkopieren): (Es ist aus dem Notenarchiv, Seite 98 von 170, elftletzter Takt)
Mauro Giuliani: Grande Ouverture, opus 61
Der dritte Finger der linken Hand läuft auf der A-Saite von C über cis, d, dis nach e. Das führt bei mir zu erheblichen Schleifgeräuschen.
Ich könnte es natürlich alles am 1. und 2. Bund spielen, aber alles sofern möglich auf der selben Saite zu spielen führt zu einem gleichmäßigen Ton. Dies ist die Lehre meiner Gitarrenlehrerin, der ich dabei voll zustimmen muß. So zu spielen, läßt sich auch nicht immer vermeiden wie man bei einigen Triolenstellen im A-Dur-Konzert op. 30 sieht.

Aaah! Jetzt habe ich einen Fehler in meinem ersten Beitrag dazu entdeckt. :oops: Es soll Terzen und nicht Triolen heißen. :oops: :oops:
Gruß Tobias
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jahro
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Beitrag von jahro » Mo 27.Mär 2006, 8:30

Hallo Tobias,

zum Thema Notenausschnitte posten kannst Du dir ein
das Tutorial hier mal anschauen.

Viel Erfolg
jahro
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CUENCA 60P
AMALIO BURGUET "LUNA El Mediterraneo"
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Tobias
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Beitrag von Tobias » Mo 27.Mär 2006, 21:31

Hallo jahro,

vielen Dank für die Anleitung zum Herüberladen von Notenzeilen.
Folgenden Abschnitt meine ich zu diesem Thema:
Gruß Tobias
Gitarre: Paulino Bernabe - Estudio E-6
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Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Mo 27.Mär 2006, 22:38

Hi Tobias,

vielleicht sollte man noch erwähnen, das die Tonart A-Dur ist.
Den Abschnitt würde ich persönlich in der ersten Lage spielen, dann entfällt auch das "mit einem Finger auf der Basssaite hochrutschen und dabei Nebengeräusche produzieren", was dann auch ganz normal wäre.
Dass gilt sicher für einige Stellen in dieser Partitur.

Hoffentlich hilft's dir weiter, :wink:

vG Bernhard

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Mo 27.Mär 2006, 23:02

Hallo Tobias,

hier der unfallfreie Fingersatz für diese Sequenz (Format Finger-Bund-Saite):
0-0-5 / 2-7-4 / 1-6-6 / 3-8-4 / 2-6-7 / 4-9-4 / 3-8-6 / 1-5-3 / 4-10-6 / 1-6-3 / 0-0-4 / 2-7-3 / 1-6-5 / 3-8-3 und so weiter ...
geht garantiert ohne Quietsch- und Schleifgeräusche.

Versuchs mal, rät der Gustaw

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Mo 27.Mär 2006, 23:31

Hey Gustaw, deine Sequenzdarstellung finde ich einfach genial! :grire:

Ok, ich geh mal davon aus, das es A Dur ist, hier mal 3 Gegenüberstellungen, links Tobias (vermutlich?); mitte Ich; rechts Gustaw (vermutlich?)

Bitte berichtigt mich! :D


vG Bernhard

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Di 28.Mär 2006, 8:53

Hallo Bernhard,

prima Idee, danke ... kannst du dieser Gegenüberstellung noch die Fingerangaben hinzufügen? Wohl am besten bei den Noten, bei den Tabs geht es ja nicht. Die erste Zahl meiner Zahlenkombinationen gibt ja immer den Finger an. Übrigens hast du einige Fehler in den Tabs, vergleiche einfach immer meine mittlere Zahl (=Bund) mit der von dir geschriebenen, dann findest du sie.

Gustaw

Tobias
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Beitrag von Tobias » Di 28.Mär 2006, 20:39

Hallo!

@Bernhard: vielen Dank für diese Diagramm.
Dann versuche ich mal meine Spielversion so darzustellen:
----------------------------------------
-------------0----1-----2----3-----4--
---2----3------------------------------
----------------------------------------
0----1----2----3-----4-----5----6----
----------------------------------------
_2. 1. 3. 2. _ 3. 1. 3. 1. 3. 1. 3. 1. Finger (der linken Hand natürlich)

@Gustaw: Deine Version nimmt mir unheimlich an Tempo.
Nur, mit meiner Version, und das ist diese, die ich bei meiner Gitarrenlehrerin antrainiert bekommen habe, schleife ich halt mit dem dritten Finger an der A-Saite entlang.
Gruß Tobias
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Beitrag von Gustaw » Di 28.Mär 2006, 20:42

Hallo Tobias,

mit dem von mir vorgeschlagenen Fingersatz geht es ohne Schleifen, die Finger krabbeln spinnenartig übers Griffbrett. Das Tempo sollte nach einiger Übung hier sogar höher liegen als in der 1. Lage.

Und was ganz anderes: Gratulation zum 9000. Beitrag!

Gustaw

Bernhard
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Beitrag von Bernhard » Di 28.Mär 2006, 21:14

Hoffentlich schmeißt du 'ne Runde, Tobias!

Herzlichen Glückwunsch!! :delcamp_fiesta:

Nochmal zum Thema:

Leider muß ich mich wieder mal als Autodidakt outen, auch was das Notenlesen betrifft...
Seid ihr sicher, das der Auftakt (oder wie man diese Sequenz nennt) in Oktaven Note für Note nach oben geht?
Meine Zweifel deshalb, weil die hohen Töne keine Versetzungs-und Auflösungszeichen haben, wie die Basstöne.
Als Beispiel habe ich von der gleichen Partitur ein Notenbeispiel beigefügt, in denen das F# im Bass und eine Oktave höher im gleichen Takt aufgelöst wird, was auch an anderen Stellen so geschieht, sowie die ganze Notenzeile, um die es sich ursprünglich dreht.


Das ganze wurde übrigens schon mal HIER ausführlich diskutiert.
Wie isses den nun richtig???

vG Bernhard

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Di 28.Mär 2006, 21:24

Hallo Bernhard,

die Auflösungs- und Erhöhungszeichen für eine Note gelten für alle Noten desselben Notenwertes innerhalb des Taktes, ab der Stelle der Platzierung. So wird z.B. nach dem aufgelösten C im Bass auch das folgende C 'aufgelöst' gespielt, gefolgt von 2 Cis ...

Übrigens danke für die nun erweiterte Darstellung der Notensequenz. Ein Grund mehr, die ursprünglich diskutierte Sequenz in der VI. Lage aufwärts zu spielen, denn die vorhergehenden Töne wandern ja in diese Richtung. Den A-Dur-Zwischenakkord kann man natürlich auch in der II. Lage greifen, genauso aber in der V. Lage.

Gustaw