Flageolett-Töne

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Hermann
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Flageolett-Töne

Beitrag von Hermann » Di 06.Sep 2005, 12:30

Hallo,

ich brauche Hilfe... Im Canco del Llardre von Llobet gibt es einen Flagelot-Ton, den ich nicht verstehe. Im 27. Takt findet sich die Darstellung in den Tabs auf der 4. Saite, so als ob man den Flageolett-tton im 0.Bund auflegen soll um ihn zu spielen. Wie soll man denn das machen?

Kann mir da jemand helfen??

Danke sehr...


Hermann
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Lenni
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Beitrag von Lenni » Di 06.Sep 2005, 18:25

Sieht für mich nach einem Druckfehler aus - vergleich mal dasselbe 'a' mit dem Takt davor: dort wird der 7. Bund angegeben. Vielleicht gilt die '0' nur für das tiefe 'd' ?!

Gruß Stephan

Hermann
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Beitrag von Hermann » Mi 07.Sep 2005, 10:03

Hallo Lenni,

stimmt, dass es der gleiche Ton wie im Takt davor ist. Das Problem ist nur, dass man den auf dem 7. Bund auf der 6. Saite spielen muss; das geht aber nicht, da die 6. Saite gleichzeitig leer anzuschlagen ist. :contrat: Man muss ihn also noch auf einer anderen Saite spielen können... :?:

Vielleicht kann da ja noch jemand helfen...

Danke jedenfalls für den Hinweis...


Gruss Hermann
Gitarre: Antonio Sanchez 1030 von 1989

Spacetoon
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Beitrag von Spacetoon » Mi 07.Sep 2005, 13:06

Hallo Hermann, würde dir gerne helfen, bin aber noch nicht so weit, was Notenunterricht angeht.

Die Frage wurde bereits an H. Delcamp gestellt, hoffentlich ist er bald so weit.

Gruß,

Steph
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Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Mi 07.Sep 2005, 17:38

Ich würde ja helfen, aber der Download klappt nicht ...
mach ich was falsch?
Gustaw

Spacetoon
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Beitrag von Spacetoon » Mi 07.Sep 2005, 17:52

Gustaw hat geschrieben:Ich würde ja helfen, aber der Download klappt nicht ...
mach ich was falsch?
Gustaw
Ist mir am Anfang auch so gegangen :lol:

Du musst ein rechten Mausclick auf "Donwload" machen und "Ziel speicher unter...". Dann klappt das :wink:

Gruß,

Steph 8)
Gitarre : Yamaha CG-90 MA

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Mi 07.Sep 2005, 21:30

Hallo Hermann,
für dieses Stück musst Du die 6. Saite von E auf 'D' stimmen.
In Takt 27 sind 8 Tonfolgen im 1/8 Rhythmus zu spielen, und zwar sämtlich als Flagoletts (siehe rautenförmige Noten):

1. Gleichzeitig ein D (6. Saite leer) und A als Flagolett auf dem 12. Bund; dies machst du nur mit der rechten Hand, und zwar mit dem Daumen die leere 6. Saite (D) anschlagen, zugleich mit der Zeigefingerspitze die 5. Saite über dem 12. Bund berühren und (auch zugleich) mit dem Ringfinger die 5. Saite anschlagen. Am besten übst du dies erst mal ohne den Daumen, du wirst sehen, es lassen sich einzelne Flagoletts allein mit der rechten Hand spielen.
Dadurch hast du Zeit, die 2. Tonfolge vorzubereiten:

2. Gleichzeitig ein Fis (flag auf 2. Saite / 7. Bund) und ein A (4. Saite / 7. Bund); mit linkem 1. Finger Barré über dem 7. Bund die ersten 4 Saiten berühren, rechts die 2. und 4. Saite anschlagen (Je weiter rechts, desto sauberer der Klang).

3. ein D als flag auf 4. Saite / 12. Bund, allein mit der rechten wie bei No.1

4. bis 8. einzelne Flagoletts, alle alleine mit der Rechten (Technik wie oben), jedoch nicht auf dem siebten Bund, sondern der 19. Bund (ist wohl der dem Schallloch am nächsten befindliche); du schlägst nacheinander die 3./2./4./3. Saite in dieser Position an. Zuletzt noch die 6. Saite, aber nicht der 9. sondern der 16. Bund.

Man kann die Flagoletts prinzipiell mit 2 Händen spielen, oder auch nur mit der Rechten (Variante hierfür: mit re. Daumen anschlagen und Flag. mit dem Zeigefinger erzeugen). Die jeweiligen Berührungspunkte auf den Saiten sind die Knotenpunkte einer stehenden Welle, und zwar im 1/2 - 1/3 - 1-/4 usw. - Punkt einer Saitenlänge, daher eignen sich nur bestimmte Bünde für Flagoletts (auf 'leeren' Saiten: 4/5/7/9/12 und entspr. 16/19/Mitte Schalloch, es sind die selben Töne). Verkürzt man Saiten durch Greifen, erzeugen auch andere Positionen Flagoletts, so kann man auch Flag.-melodien spielen (was man links greift, einfach rechts z.B. 12 Bünde höher nachspielen; alles mit der Technik wie in No. 1 erklärt).

Ich denke, jetzt müsste es klappen. Übrigens enthalten viele Tabs 'Fehler', d.h. oft sind andre Positionen / Fingersätze viel günstiger. Drum: Noten, Noten ...
Gruß Gustaw

*** Steph: Danke für den Tip - gewusst wie!

Hermann
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Beitrag von Hermann » Do 08.Sep 2005, 5:59

Hallo Gustaw,

na, das nenne ich eine ausführliche Erklärung !!

Vielen Dank. Du hast natürlich Recht mit den Noten; mir helfen die Tabs (wenn sie denn richtig sind...) allerdings sehr und ersparen mir viel Sucherei vor allen Dingen in den höheren Lagen. Aber ich habe auch festgestellt, dass die oft völligen Blödsinn darstellen, was die Fingersätze angeht, da muss man immer kritisch sein...

Nochmals besten Dank...

Gruss Hermann
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Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Fr 09.Sep 2005, 20:42

Hallo Hermann,
genau das isses. Mit Tabs werden nicht Melodien, sondern Fingersätze aufgezeichnet. Spielt man diese nach, orientiert man sich nach diesen Fingersätze. Spielt man ein Stück nach Noten, dann sucht man sich den besten Fingersatz (kann individuell verschieden sein); natürlich merkt man sich den Fingersatz und nicht das Notenbild. Die Tab-Leser bleiben vermutlich bei den Tab-Angaben.
Oder wie siehst du das?
Gruß, gustaw

Hermann
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Tabs oder Noten

Beitrag von Hermann » Mo 12.Sep 2005, 9:47

Hallo Gustaw,

bei mir läuft das einfach so: Bis in den 5./7. Bund kann ich die Noten schnell zuordnen, dannach fängt die Sucherei an und da helfen mir einfach die Tabs, schneller zu sein, besonders, wenn ich mich an ein neues Stück heranwage. Wenn ich aber merke, dass mir ein per Tab vorgegebener Fingersatz nicht liegt, suche ich nach einer Alternative, was mir aber wiederum leichter fällt, wenn ich die Note einmal schon auf einer Saite gefunden habe (einfach eine Saite tiefer, 4 oder 5 Bünde `rauf oder umgekehrt und schon ist man da...). Oder, um es klassisch zu sagen: "Man gebe mir einen festen Punkt, und ich werden die Welt aus den Angeln heben...." :lol:

Ernsthaft: eine Erleichterung ist es schon und man muss ja nicht jedesmal das Rad neu erfinden...

Gebe Dir aber ganz und gar recht: Man muss immer aufpassen, dass man nicht nur die Tabs liest, sondern die Noten und dann, wenn man ein Problem hat, die Tabs zu Hilfe nimmt. Ich merke mir ganz sicher nur den Fingersatz, keinesfalls das Notenbild.

Grüße und nochmals besten Dank

Hermann
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Beitrag von Gustaw » Mo 12.Sep 2005, 17:35

Hallo Hermann,
was ich meine ist: beim Nachspielen der Tabs prägt sich der 'Fingersatz' ein; dieser ist aber nie der einzig mögliche. Dies gilt auch für Noten mit Fingersätzen: ist immer nur die Meinung des Fingersatzverfassers. Meistens gibt es 'bessere' Fingersätze, d.h. auch im Hinblich auf eine - individuell - optimale Gesamtbewegung. Solange du dir mit den Tabs die richtigen Töne heraussuchst und aber zugleich Alternativen probierst, ist alles bestens.
Gruß, Gustaw