Der Kleinfinger der rechten Hand

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Guitarlover
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Der Kleinfinger der rechten Hand

Beitrag von Guitarlover » Do 30.Mär 2006, 13:32

Hallo,
mich würde interessieren, wer von euch den Kleinfinger (e) beim spielen benutzt. Das heisst z.B. auch Arpeggien (Zerlegungen) mit dem Kleinfinger spielt z.B "p i m a e a m i" und natürlich wann ihr "pimae" für "vollstimmigen Akkorde einsetzt.

Grüsse,
GL
Zuletzt geändert von Guitarlover am Mi 05.Apr 2006, 15:20, insgesamt 1-mal geändert.

simon82
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Beitrag von simon82 » Do 30.Mär 2006, 15:23

Hallo Bertram,
Ich benutze "e" in Ausnahmefällen, eigentlich nur wenn ich einen geschlossenen Anschlag haben will sowie in der a-moll Fuge von Bach oder der 6.Etüde von Lobos. Es ist schwer mit dem kurzen Finger einen satten Klang hinzukriegen, ich feile die "Abschussrampe" am Nagel statt nach links hin, wie bei den anderen Fingern, nach rechts, dann geht es einigermassen.
Ich weiss aus meinem Bekanntenkreis das man "e" als Wechselschlagfinger gut trainieren kann wenn man "i" nicht mehr hat( :( )

Manche nehmen "e" für ein 5er Tremolo mit dazu, aber wo wir gerade dabei sind - es gibt auch klassische Gitarristen die mit dem KINN spielen...... siehe: http://www.vynograd.com/
Gibts nicht geht nicht

Tobias
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Beitrag von Tobias » So 02.Apr 2006, 21:15

Hallo Guitarlover,

ich benutze den kleinen Finger nur für voluminöse Rasgueado-Sequenzen beim Flamenco. Ich wußte gar nicht, daß man mit dem kleinen Finger anschlagen kann.
*** simon82:
in welchem Teil der a-moll-Fuge von Bach benutzt Du den kleinen Finger?
Gruß Tobias
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Manuel Mager
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Beitrag von Manuel Mager » Mi 05.Apr 2006, 14:07

Hallo Bertram,
Ich persönlich dachte noch vor ein paar Jahren, dass ich den 4. Finger wohl nicht gebrauchen würde. Er war auch nur sehr schwer zu koordinieren. Seit ich auch E-Gitarre spiele, habe ich mir angewöhnt, den vierten mit zu verwenden und es geht immer besser. Die Bässe spiele ich statt mit dem Daumen mit dem Plektrum und nehme dann noch m-a-e um weitere 3 Seiten zu zupfen. Auf diese Weise hat mir dass E-gitarre spielen auch was für die klassische Gitarre gebracht.

Ansonsten macht sich der 4. Finger bei Akkorden mit mehr als vier Stimmen gut, besonders, wenn Du den nicht als Arpegio spielen willst.

Hoffe, ich konnte Dir etwas helfen.

Viele Grüsse
Manuel

Guitarlover
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Beitrag von Guitarlover » Mi 05.Apr 2006, 15:27

Hallo,
die Grundidee hinter meiner Frage war herauszufinden ob eventuell Bedarf für meine Etüden für die rechte Hand besteht, eben unter Einsatz des Kleinfingers.
Aus meiner Sicht gibt es auch kaum einen Grund nicht alle Finger der rechten Hand mit ins Spiel zu bringen und es hat mich interessiert ob sich diese Sichtweise unter den klassischen Gitarristen allmählich durchsetzt oder nicht.

Vielen Dank für Eure Antworten,
GL

simon82
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Beitrag von simon82 » Mi 05.Apr 2006, 18:21

*** Tobias
in Takt 54(erstes Viertel) der Fuge spiele ich den 5stimmigen Anschlag geschlossen, das entspricht meinen persönlichen Klangvorstellungen, man kann auch die obersten beiden Saiten mit dem Daumen anschlagen (annähernd gleichzeitig), oder man benutzt eine Notenausgabe die sich an der Violinversion orientiert (4stimmig ohne e')
Gibts nicht geht nicht

Tobias
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Beitrag von Tobias » Do 06.Apr 2006, 21:44

Hallo simon82,

deswegen wußte ich jetzt nicht, wo in der Fuge (hier: BWV 1000) Du den kleinen Finger der rechten Hand verwendest. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, hier einen geschlossenen Anschlag zu spielen. Für mich klingt ein geschlossener Akkord hier auch zu abrupt. Das kann jetzt natürlich auch nur Gewohnheit sein. Die beiden A-Noten mit dem Daumen zu spielen läßt die tiefen Noten zu laut werden, so daß das g als Melodieton verloren geht.
Gruß Tobias
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