Etude n°1 (aus den Estudios de Arpèges) von H. Villa-Lobos

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
der Steve
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Etude n°1 (aus den Estudios de Arpèges) von H. Villa-Lobos

Beitrag von der Steve » Fr 21.Apr 2006, 10:50

Hi ihr Hochgeschwindigkeitsgitarrenspieler,

mich würde mal interessieren, ob einer von euch in der Lage ist das im Titel genannte Stück in Originalgeschwindigkeit zu spielen :) Das ist nämlich so ziemlich das Abartigste was mir bislang zu Ohren gekommen ist.

Gruß, Stefan

Sanft
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Beitrag von Sanft » Fr 21.Apr 2006, 14:05

Villa-Lobos schreibt "Allegro non troppo" vor, deshalb spiele ich das Stück mit Viertel = 120. Viel langsamer sollte man es nicht spielen aber meines Erachtens auch nicht schneller als Viertel = 130. Nicht vergessen: Non troppo!
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"Guitar technique is made up of a limited number of procedures with an unlimited number of applications." Ricardo Iznaola
Gitarre: 7-saitige Matthias Dammannn, 1997; ab März 2007 noch eine Staufer-Replika von Dietrich.

Lutz
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Beitrag von Lutz » Fr 21.Apr 2006, 17:37

Mein derzeitiger Rekord: Viertel = 60 - jawohl! :shock:
Dabei lasse ich die Wiederholungen aus, damit es nicht zu langweilig wird. Und damit komme ich so durch das Stück, dass man es noch wiedererkennt und klingt nicht uninteressant. Es war das erste Stück, das mein neuer Lehrer mir aufgedrückt hat - und ich lerne viel dabei.

der Steve
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Beitrag von der Steve » Fr 21.Apr 2006, 18:28

Respekt Sanft :) Dat is flott ! Spiels mal ein und schicks mir, würde mich tierisch interessieren !

Sanft
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Beitrag von Sanft » Fr 21.Apr 2006, 23:13

Die Kompositionen von Villa-Lobos sind leider noch nicht public domain, dürfen also nicht geposted werden! Delcamp.net sieht das mit dem Urheberrecht sehr eng, was ich auch für völlig richtig halte! Im internationalen Forum hab' ich auch bisher ausschließlich Dowland, Giuliani etc gepostet. Demnächst versuch ich mal, die Grand Ouverture unterzubringen. Könnte aber mit der Größe der Datei ein Problem werden. Mal sehen!
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larypeter
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Beitrag von larypeter » Fr 21.Apr 2006, 23:23

Hallo,

ich schaff das Stück (sauber gespielt und man hört jeden Ton) auch höchstens auf 108-112, wenn ich gut dabei bin, obwohl ich es echt oft und schon ewig übe.


larypeter

Sanft
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Beitrag von Sanft » Sa 22.Apr 2006, 12:12

Wenn ich mal so zurückrechne (ich bin jetzt 45) hab' ich N° 1 vor 29 Jahren zum ersten mal gespielt. Während des Studiums waren die Lobos-Etüden dann natürlich obligatorisch. Heute hab' ich den Vorteil, dass ich wirklich nur noch diejenigen spiele, die mir wirklich gefallen. Das sind 1, 3, 6, 7 und 9.
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aläx
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Beitrag von aläx » So 23.Apr 2006, 1:26

Hallo

Also ich habe mich ein bisschen über die Frage gewundert denn die Frage die sich mir seit Anbeginn meiner Übungsversuche bei Villa Lobos erster Etüde gestellt hat war eher die der Betonung :?:
Ich habe diese wunderbare Etüde damals von einem Schüler von Bream das erste mal gehört (der Mann hieß Eric Hill) und der hat das perfekt gespielt mit Betonung immer auf der hohen E-Saite. Dann habe ich es mal von Yepes gehört mit der Betonung auf der H-Saite und auch das klang gut.
Über die Geschwindigkeit habe ich mir damals (und da bin ich ähnlich wie Sanft schon über 20 Jahre entfernt) wenig Gedanken gemacht. Ich dachte einfach das gehört so schnell.
Ich spiele diese Etüde heute in einem Tempo von 126 bpm auf Viertel und ich denke auch genauso wie Sanft, dass man es nicht schneller spielen sollte.
Ich betone im ersten Teil die E-Saite und im zweiten Teil (damit meine ich den Teil wo es dann von oben immer mit dem gleichen Griff bis in die erste Lage geht und dann der Lauf anschließt)die H-Saite. So gefällts zumindest mir am besten.

Ich habe es früher etwas schneller gespielt aber ich gebe Sanft absolut recht, dass es dann nicht mehr klingt, bzw. gehetzt klingt.


tschau Aläx

der Steve
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Beitrag von der Steve » So 23.Apr 2006, 10:54

Die Frage war auch nicht, WIE schnell ihr das spielt, sondern OB ihr es schafft in einem so hohen Tempo das Stück zu spielen.

Grüße, Steve

*** Sorry Steve, ich zensiere nicht gerne. Aber Delcamp.net unterstützt die Verbreitung geschützter Werke in keiner Form. Bitte nun strikt beachten. Gustaw ***

aläx
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Beitrag von aläx » So 23.Apr 2006, 12:20

Hallo

wenn das deine Frage ist dann kann ich dir ganz klar sagen, dass es kein Hexenwerk ist diese Etüde so schnell zu spielen.
Wenn die rechte Hand sitzt kann man diese Etüde sehr schnell spielen.
Wie gesagt ich spiele sie mit 126 bpm könnte aber wenns darauf ankommt wer zuerst fertig ist das Teil auch bei 144 bpm spielen. Das Hauptproblem ist dann der Lauf gegen Ende des Stücks.
Den in dieser Geschwindigkeit zweimal sauber hinzubekommen ist tatsächlich eine Herausforderung.
Ansonsten stufe ich diese Etüde in einem Delcampschwierigkeitsgrad von 7 ein.

tschau Aläx

der Steve
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Beitrag von der Steve » So 23.Apr 2006, 18:26

Tschuldige Gustaw.

Dann werd ich mich wohl auch mal etwas intensiver damit beschäftigen. Braucht halt seine Zeit bis die rechte Hand das Arpegio in dem Tempo sauber packt :) Aber ist ein super Stück, dafür lohnt es sich Blut zu schwitzen :twisted:

telefon
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Beitrag von telefon » Mo 24.Apr 2006, 11:30

hallo,

ehrlich gesagt finde ich die etude nr. 2 (in a dur ) noch ne ecke abartiger bzw. anspruchsvoller als die nr 1. ich hab mich mal vor ner zeit spasseshalber drangemacht, die einzustudieren, aber als ich dann mal ne barrueco-aufnahme angegehört habe, habe ich gemerkt, dass ich das lied etwa 50 mal langsamer spiele (baruecco spielt das in 1 min 30 sek) spielt jemand von euch die nr. 2? die barrueco-interpretation finde ich übrigens sehr schön.

vg telefon

simon82
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Re: Etude n°1 (aus den Estudios de Arpèges) von H. Villa-Lob

Beitrag von simon82 » Mo 24.Apr 2006, 14:16

der Steve hat geschrieben:Das ist nämlich so ziemlich das Abartigste was mir bislang zu Ohren gekommen ist.
Ich kann mich aläx und telefon nur anschliessen, wenn das Stück einmal sitzt, läufts fast von alleine. Die Schwierigkeit ist eine Ausgeglichenheit zwischen i/m und m/a hinzukriegen weil der Ringfinger ja noch den kleinen Finger mitschleppen muss und m/a nicht so gut ausgebildet ist.

Nr.2 ist viel schwieriger. Ich habs mal angefangen. Um es im entsprechenden Tempo spielen zu können müsste ich es mindestens acht Stunden am Tag üben. Idealerweise soll man bei den Arpegios vertikal und horizontal keinen Unterschied hören.
@telefon:
Tillman Hoppstock spielt es übrigens in 1min 18sec, das ist 14,3% schneller als Barruecco :smorfia:
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telefon
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Beitrag von telefon » Di 25.Apr 2006, 13:09

simon hat geschrieben:Tillman Hoppstock spielt es übrigens in 1min 18sec
wenn mans genau nimmt sinds beim Barrueco 1 min 28 sek. die Hoppstock version kenn ich nich, würd ich aber gern mal hören. mal kucken ob ich wo fündig werde.

simon hat geschrieben:Um es im entsprechenden Tempo spielen zu können müsste ich es mindestens acht Stunden am Tag üben
wo ist das problem? ich weiß von Paco de Lucia, dass der bis zu 11 stunden am tag gespielt hat. aus der wissenschaftlichen ecke gesehen, soll aber eine tägliche übungszeit, die über 3 stunden hinausgeht angeblich wenig effektiv sein, da nach dieser zeit beim durchschnittsmenschen die konzentration und bzw. aufnahmefähigkeit stärk nachlässt. aber ich denk mal, dass ist individuell sehr unterschiedlich.

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Beitrag von aläx » Mi 26.Apr 2006, 20:30

Hallo nochmal

Die zweite Etüde von Lobos ist um Ecken schwieriger und vor allem ist da ein Fingersatz gefragt.
Ich denke die schnellste Aufnahme die ich je davon gehört habe hat Elliot Fisk gespielt.
Ich habe das nicht nachgemessen aber es war um einiges schneller als Barrueco es spielt.
Fisk spielt in der rechten Hand auch einen Fingersatz der auf der E-Gitarre mit Sweep-picking vergleichbar ist, d.h. er zieht den Ringfinger durch.
Eine Technik, die wenn man sie mal beherscht unglaublich schnelle Arpeggios zulässt.

tschau Aläx