eure sitzhaltung?

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Sa 19.Nov 2005, 22:49

Ich hab da eine ziemlich umfassende Übersicht zum Thema Hilfsmittel zur Haltungsunterstützung gefunden: Unterlagen, Saugnäpfe, Klemmen, Stative.
Natürlich ist auch die Gitanostütze dabei.
http://www.gitarrenhaltung.de/#gitarrenst%FCtzen

Dort sind auch etliche Artikel und Aufsätze rund um das Problemfeld Haltung der Gitarre aufgelistet.

Ich persönlich komme mit der klassischen Haltung am besten zurecht. Das Fußbänkchen ist obligatorisch, am besten hoch eingestellt, gelgentlich sogar umgekehrt- mit abfallender Trittfläche. Experimente mit der Ergoplay-Stütze habe ich aufgegeben: für mich zu niedrig und zu instabil. Als echte Alternative könnte ich das Dynarette- Kissen empfehlen, das in drei verschiedenen Höhen angeboten wird.
http://www.dynarette.de/

Aber auch hier gilt: man muss es selbst ausprobieren.
Gruß in die Runde!
Anna Nyma

Tremolina
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Beitrag von Tremolina » So 20.Nov 2005, 22:25

Hallo!
Ich spiele am ehesten noch in der de Lucia-Haltung
(find ich übrigens ´ne total coole Idee das so einzuordnen 8) )
aber ich habe auch ziemliche Probleme mit meinem Rücken. Wenn ich aufstehe knackst erstmal meine ganze Wirbelsäule von oben nach unten durch. :shock:
Aber was zumindestens bei mir auch noch ist: Wenn ich bis über den 12. Bund hinaus greifen will und dorthin eventuell auch noch möglichst schnell springen möchte haue ich mich immer selbst an meinem Knie an. das klappt dann viel besser wenn ich mich brav an meinen Fußschemel setzen, vielleicht solte ich doch nochmal eine Umgewöhnung wagen. Hat das Problem von euch auch jemand?
Tremolina

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 20.Nov 2005, 22:29

Hallo Tremolina,
jetzt muss ich doch mal meinen Senf dazugeben:
Tremolina hat geschrieben:Wenn ich bis über den 12. Bund hinaus greifen will und dorthin eventuell auch noch möglichst schnell springen möchte haue ich mich immer selbst an meinem Knie an.
Bitte bleib - wenn es schon die de-Lucia-Haltung sein muss - beim Spielen sitzen und spring nicht rum. Kein Wunder, dass du dir weh tust. :wink:

:oops: Sorry, aber diesen Joke konnte ich einfach nicht auslassen :oops: Gustaw

mark
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Beitrag von mark » Mo 21.Nov 2005, 10:18

In meinen alten Zeiten als E-Gitarrist habe ich in einer Stellung geübt, die der PdL ähnelte: Linkes Bein über rechtes (ich bin Linkshänder), und Klampfe einfach auf den linken Oberschenkel. Jimmy Page hat auch ähnlich gespielt, allerdings war Er ein fast 100%-iger Plektrumgitarrist. Obendrein ist er ja bekannt dafür, dass er sich so ziemlich alle stilistischen Entgleisungen erlaubt hat, die es in der Welt der Gitarre gibt (war dass bei ihm noch genial, wirkt es bei vielen seiner Epigonen von gestern und heute eher nervig).
Allerdings: wenn ich mit den Fingern zupfe, spiele ich ausschliesslich in der klassischen Stellung. Meine Zupfhand ist so in einer weitaus entspannteren Stellung, und ich finde, dass die Stellung wesentlich stilvoller ist, als Pdl und alles andere. Während ich mir beim Üben öfters einige Schlampereien in der Stellung erlaube, achte ich darauf, vor Zuhörern immer "Haltung zu bewahren".
Mark

telefon
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Beitrag von telefon » Di 22.Nov 2005, 12:50

ich habe festgestellt, dass schwierige griffe sowie überstreckungen in der tarrega haltung aus anatomiegründen besser spielbar sind.

- weiß jemand, ob tárrega wirklich der urvater der klassischen haltung ist? ich bin nicht sicher, ob ich damit richtig liege. irgendwo habe ich davon gehört ...

ich komme aber trotzdem in meiner eingangs erwähnten telefon-haltung am besten klar, weil ich insgesamt entspannter bin als in der klassischen haltung und daher nehme ich auch in kauf mich bei überstreckungen etwas zu verbiegen und zu verränken.

@Tremolina: ich bin kein arzt, aber wenn bei dir beim aufstehen aus der gitarrenhaltung hörbare knackgeräusche aus richtung wirbelsäule entstehen, solltest du unbedingt eine neue, schonendere haltung fürs gitarrespielen finden oder erfinden, bevor du womöglich einen wirbelsäulenbruch erleidest. weiß jemand, ob paco de lucia rückenprobleme hat?

bisher die längste zeit hab ich in der de lucia haltung gespielt. das von tremolina benannte knieproblem hatte ich dabei allerdings nicht. mitlerweil sowieso nicht mehr, weil ich die haltung gewechselt hab, das hab ich glaub ich schon erwähnt. zum glück habe ich noch keine rückenprobleme. sollte der gitarrist vorbeugend rückentraining betreiben?

gruß telefon

Tremolina
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Beitrag von Tremolina » Mi 23.Nov 2005, 18:08

Hallo!

@telefon
Danke für deine Sorge, dass ist echt lieb.
So schnell bricht meine Wirbelsäule hoffentlich nicht, aber es stimmt schon. Ich werde mir da was Neues überlegen müssen, vor allem weil mich das Rückenweh manchmal sogar am spielen hindert :o
Vorbeugende Rückengymnastik ist bestimmt ne Idee. man sollte gar nicht meinen was man für sein Lieblinshobby alles so für Opfer bringen muss :D

@Gustaw
für deine Joke werde ich dir nochmal verzeihn, auch wenn ich ne Zeit gebraucht hab ihn zu kapiern :P
Aber sei in Zukunft auf der Hut: Beim kleinsten Fehler deinerseitswerde ich zuschnappen... :twisted:

Grüße, Tremolina

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Gitarrengurt

Beitrag von jari_st.pauli » Do 24.Nov 2005, 13:10

Moin Leute,

ich mach's mit dem Gurt. So kann ich sitzen oder stehen
wie ich will. Ich unterrichte manchmal sieben Stunden mit kleinsten Pausen am Tag. Da MUSS man auch die idealste Haltung mal verlassen.
Das raten auch alle Krankengymnasten und Örthopäden etc.
Mit dem Gurt (Befestigt am Pin in der Zarge, wo er bei den meisten Gitarren ist. Das andere Ende NICHT am Kopf, sondern wie bei E-Gitarren am Ubergang Hals/Korpus mit eingeschrautem Pin festmachen) bin ich sehr flexibel und kann mich auch während des spielens gut um die Haltung kümmern. Die Distanz Gitarre/Körper bleibt so immer optimal, nachdem man einmal die richtige Gurtlänge gefunden hat.

Lieber Gruß, Jan

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Do 24.Nov 2005, 17:32

Hallo jari_st.pauli,
also gegen den Gurt spricht erst mal ein dickes Vorurteil, denn es ist unklassisch. Ich hab da immer das Bild vom Schlagersternchen Nicole in Erinnerung, schafft gerade mal 3 Akkorde unfallfrei aufzusetzen, ist aber im Fernsehen ... :ongles:

Spott beiseite, mit Gurt baumelt die Gitarre lose rum? In der klassischen Haltung hat man sie doch fest im Griff! Übrigens lässt sich durch Druck auf die Zarge der Klang verändern. Und: Pin in der Zarge? Du bohrst ein Loch in deine Gitarre? :shock: Ts ts ...

Gustaw :wink:

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Fr 25.Nov 2005, 23:06

„Vorbeugende Rückengymnastik ist bestimmt ne Idee. man sollte gar nicht meinen was man für sein Lieblinshobby alles so für Opfer bringen muss“
„sollte der gitarrist vorbeugend rückentraining betreiben?“


Ich würde das nicht als Frage formulieren.
Es ist eine schwer unterschätzte Belastung für die Muskulatur, (irgend)eine statische Haltung über längere Zeit beizubehalten, wie es beim Üben ja der Fall ist. Der Körper beschwert sich mit Verspannungen, Schmerzen, Blockierungen (das, was bei Tremolina so von unten bis oben durchknackst). Die Knackpunkte bei allen möglichen spielverträglichen Haltungen sind v. a. Rotationsstellung in der Wirbelsäule, Beckenkippung & Schultergürtelfehlstellung. Und zusätzlich ist es eine übliche Reaktion, technische Schwierigkeiten in ungesunde Ganzkörpermuskelspannung umzusetzen.
Unter diesem Blickwinkel sollte man (lg @Tremolina!) individuelle Spielhaltung und Hilfsmittel vorm Spiegel unbedingt prüfen- besser noch von einem geschulten Auge des Vertrauens prüfen und korrigieren lassen. Am besten, noch bevor man Rückenprobleme bekommt.
:sage: Ein prophylaktisches Programm aus Heiliger Dreieinigkeit Wirbelsäulenstabilisation + Methoden zur Muskelspannungskontrolle + moderates Grundlagenausdauertraining ist mit Sicherheit eine super Investition, um nach dem Spielen dauerhaft mit Glücksgefühlen belohnt statt von Schmerzen geplagt zu werden.

Ja, ich weiß, Zeit zum Üben brauchen wir auch noch. Soll- Ist- Diskussionen betrachtet man allerdings nach leidvollen Erfahrungen mit anderen Augen.

*** Gustaw zum Thema Gurt:
Einspruch, Euer Ehren! Im Fall Instrument/ Spieler im Zweifel immer für den GitarrISTEN!
7 Stunden korrekte klassische Haltung ohne Pause kann kein Mensch leisten, nicht mal mit perfekt gestählten Rückenmuskeln, nicht mal Jan. :bye: Da muss ein Haltungswechsel drin sein. Der Gurt ist eine Option, wenn das Problem nicht in der Halswirbelsäule sitzt. Allerdings teile ich Deinen Schmerz bei der Vorstellung, der Gitarre so ans Leder/ an die Zarge zu gehen.
Vielleicht ist das hier eine praktikable und instrumentschonendere Alternative?
http://www.londonguitarstudio.com/Acces ... oyos01.htm
Aguado lässt grüßen! Ich hab’s noch nicht probiert- hat jemand Erfahrungen mit einem solchen Tripod- Stativ?

Wem es liegt, so richtig kopflastig an die Sache ranzugehen, dem seinen die folgenden Links empfohlen:
http://www.jenswagner.homepage.t-online.de/hbl.htm
http://www.ponticello.de/gh/altenmueller.pdf
http://www.ponticello.de/gh/mki.pdf
http://www.ponticello.de/gh/perfecttechnique.pdf
http://www.ponticello.de/gh/symbiose.pdf
http://www.musikstudio-hartmann.de/Wu-W ... pp_24.html

Der nächste Beitrag wird kürzer, versprochen! A. Nyma

gregor
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Beitrag von gregor » Sa 26.Nov 2005, 18:11

Hallo,
ist ja interessant, was ihr da alles zu schreiben habt...
ich habe mir gerade 'ergoplay' Gitarrenstütze bestellt und warte ganz gespannt auf das Teil, ist wohl so ähnlich wie das gitano, drei Saugnäpfe usw.
Ich freue mich drauf und hoffe auch auf eine entspanntere Haltung beim Gitarrespielen.
Viele Grüße
Georg

jahro
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Beitrag von jahro » Do 01.Dez 2005, 15:36

Hallo,

also ich habe mit den Gitarrenstützen (Gitano) auch beste Erfahrungen gemacht.

Ich habe diese Stützen auch an beiden Konzertgitarren montiert.

Mann kann Sie schnell einklappen und ausklappen. In den Gitarrenkoffer passt die Gitarre auch trotz montierter Stütze - perfekt.

Seither habe ich auch keine Verspannungsprobleme mehr.

Das mit dem Fussbänkchen klappte bei mir nicht immer so.

Also ich kann die Gitano-Stütze (oder was vergleichbares) nur wärmstens empfehlen (die 20 € pro Stütze sind wirklich bestens investiert).

Gruss Rolf

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Do 01.Dez 2005, 16:22

Hallo alle, hallo Basti72,

diese Cellohaltung ist wirklich gar nicht so zu verachten.

Ich spiele übrigens schon sehr lange mit der Ergo Stütze http://www.ergoplay.de

Bin sehr zufrieden damit. Ist mir auch sch....egal wie das aussieht, da ist mir meine Gesundheit wichtiger. Außerdem ist das nur eine Guck- Gewohnheit, sowie modische Klamotten usw. auch.

Ich halte mein Instrument auch recht steil, da man so 1. mit weniger Anstrengung viel mehr Druck auf`s Griffbrett kriegt, 2. ich so mit geradem Handwurzelgelenk spielen kann (versucht mal die Finger schnell zu bewegen, wenn ihr die Hand abknickt, und dann mal mit geradem Handwurzelgelenk!), 3. ich die Töne präzieser greifen kann, da ich sie nahe vor Augen habe (wenn man was genau machen möchte, wie zB. einen Faden in ein Nadelöhr fädeln, hält man sich das immer nah vor Augen) 4. die rechte Hand fällt in lockerer Haltung gleich in optimalem Winkel zu den Saiten.

Noch was: der Punkt, an dem der Boden der Gitarre meinen Körper berührt, ist am rechten Oberkörperbereich. Der 12 Bund, der ja die Mitte des "bearbeiteten" Bereichs ist, befindet sich über meinem Brustbein, also über meiner Körpermitte.

Die klassische Gitarrenhaltung, ob nun mit Fußbänkchen, Stütze oder Kissen, ist meiner Meinung nach die sinnvollste.
Wenn ich ein Optimum an Technik anstrebe, muss ich auch die optimalste Haltung suchen. Deshalb kann ich es überhaupt nicht verstehen, wieso es so viele Leute anders machen. Auch wenn es vielleicht "cool" aussieht, wenn der Rockgitarrist sein Griffbrett in Kniehöhe hängen hat, ich begreife nicht, wie man so freiwillig spielen kann!

jari_st.pauli
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Ja der Gurt

Beitrag von jari_st.pauli » Do 01.Dez 2005, 23:31

Hi Gustaw :D ,

ja, ich habe in meiner Esteve Gitarre zwei Gurtpins und ein Pickup mit Vorverstärker. Das ist auf jeden Fall unklassisch :wink:
Die klingt aber trotzdem fantastisch dank massiver Fichtendecke und
Extra harter Saiten! :guitare:
Auch mit Gurt habe ich die Gitarre fest im Griff!
Der Arm liegt ja in jedem Fall auf der Zarge.
Ist ne Kleinigkeit, sich daran zu gewöhnen.

Lieber Gruß, Jan

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Do 01.Dez 2005, 23:38

Hallo Jan,

das Ding mit dem Gurt ist natürlich reine Gewohnheitssache, aber man pflegt halt seine Vorurteile :twisted:
Schließlich bin ich ja die letzten 40 Gitarristenjahre ohne solchen Schnickschnack ausgekommen (homma ned brauchd, brauchma aa ned) :wink:
Das mit dem Pickup ist natürlich wieder interessant, wenngleich 'unklassisch'. Was isses denn genau? Wie klingt's? Wann führst Du es uns vor ... :mp3svp:

Gustaw

jari_st.pauli
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Beitrag von jari_st.pauli » Fr 02.Dez 2005, 2:07

Du bist aber hartnäckig... :nerveux: .
Das Pickup klingt für live-Musik im Pop-Bereich OK.
Ich würde allerdigs niemals klassische Aufnahmen damit machen.
Ein Mikro tut da bessere Dienste.
Ich komme im moment leider nicht dazu, etwas aufzunehmen.
:( Meine beiden süssen Kinder und der Job halten mich doch sehr auf Trab.Aber wenn ich ne MP3 posten sollte, bist Du der erste, der davon erfährt,OK? :pace:

Lieber Gruß, Jan