eure sitzhaltung?

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Kemps' Jig
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Beitrag von Kemps' Jig » Fr 02.Dez 2005, 21:34

Hallo Gitarren-Freunde,

...nun ja, ich persönlich bevorzuge die PdL-Stellung, wobei es in der Schule von einem verlangt wird, die schöne alte enorme Rückenschmerzen verursachende klassische Tarrega-Version zu verwenden..=)
aber ich kann glücklicherweise beide Arten ohne Schmerzen anwenden.

,yours Kemps' Jig
-Frauen sind manchmal wie Gitarren, nur gut gestimmt klingen sie gut-

sebastian
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Beitrag von sebastian » Di 13.Dez 2005, 11:26

Ich wechsle die zwischen der klassischen Haltung und der so genannten "modernen": man sitzt ohne Erhöhung eines Fußes und die Gitarre ruht außen auf dem Oberschenkel der Seite der Anschlaghand (bei mir als Linkshänder links). Vor allem letztere ist sehr entspannt, aber nach einer halben Stunde möchte ich schon wechseln.

larypeter
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Beitrag von larypeter » So 18.Dez 2005, 23:42

Hallo telefon,

da schein ich ja einer der wenigen Gitarristen zu sein, die stundenlang in der normalen klassischen Haltung sitzen können, ohne irgendwelche Beschwerden zu bekommen. Ich habe eine normale Fußbank und variiere meine Stellung ständig, bleibe aber in dieser Haltung. Mal habe ich die Fußbank tief und mal hoch, mal ist die Gitarre sehr steil, und dann wieder mehr waagerecht. Es gibt doch unzählige Postitionen in dieser Haltung und wenn man ein wenig wechselt und auch mal aufsteht und herumläuft, dürften Schmerzen doch kein Problem sein.


larypeter

Silvius
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Beitrag von Silvius » Mo 19.Dez 2005, 14:12

Hallo,

ich spiele schon seit einigen Jahren mit einer "Efel"-Stütze. Am Anfang wars etwas ungewohnt, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit gings ohne Probleme, und mein Rücken dankts mir seither!

Silvius

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mo 19.Dez 2005, 16:48

Hallo,
ich kann mich "larypeter" anschließen. Klassische Haltung. Entweder mit dem Fußbänkchen oder der "Gitano-Stütze". Seit ein paar wochen stelle ich das Fußbänkchen ganz hoch, bzw nehm beid er Stütze die Gitarre recht steil. Ich finde daß ich dann die Gitarre fester im Griff habe und sicherer spiele.

Früher saß ich in der klass. Haltung immer etwas gekrümmt da und bekam dann doch recht schnell Rückenschmerzen. Seit ich drauf achte den Rücken in der LWS gerade zu halten ist es eigentlich damit vorbei. Bei mir kamen die Probleme also nicht vom aufgestellten Bein sondern von einer schlechten Sitzhaltung.

Steffen

es335
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Beitrag von es335 » So 05.Feb 2006, 13:31

Nach einer Phase, in der ich wegen extremer Rückenprobleme mit der "klassischen Haltung" das Gitarrespiel fast aufgegeben hätte, habe ich mich bewußt mit diesem Aspekt des Gitarrespielens auseinandergesetzt.

Die PdL Haltung ist mir aus meiner E-Gitarren Zeit sehr vertraut (die ES335 kann man gerade in dieser Haltung auch über lange Zeit sehr gut spielen!), eine genial lockere Haltung und Wohltat für meine linke Hand/Schulter, aber leider stirbt mir die rechte Hand nach einiger Zeit regelmäßig weg.

Mit der Gitano Gitarrenstütze, die von der Handhabung einfach genial ist, bin ich leider nicht klargekommen, da ich mich bei der Zweipunktlagerung immer unsicher gefühlt habe.

Für mehr als ein Jahr ist dann die Ponticello die Stütze meiner Wahl geworden. Nicht so elegant wie die Gitano, aber die Gitarre liegt nahezu klassisch auf beiden Oberschenkeln und am Brustbein auf bzw. an und sie läßt sich sehr schnell und flexibel auf unterschiedliche "Sitzverhältnisse" anpassen, was ich bei starren Stützen als klaren Nachteil sehe.

Eine kurze Phase ohne Ponticello hat mir dann bewußt gemacht um wieviel besser es sich anfühlt, die Gitarre wieder "fest am Körper zu haben".
Ich spiele daher jetzt wieder seid einiger Zeit ohne (Rücken-)Probleme (ToiToiToi!) wieder mit Fußbank in einer Haltung, die wie ich jetzt hier erfahren habe der von David Russell sehr ähnlich ist. Fußbank jedoch nicht sehr hoch (die langen Beine!), linkes Bein ohne Drehung vor dem Körper, rechtes Bein weit und locker ausgestellt, dient zur Kontrolle der Halsneigung und als Widerlager zum rechten Arm. Gitarre mittig vor dem Körper ausbalanciert, daß beim Spiel ein entspanntes Verhältnis zwischen den Schultern entsteht. Bin selber überrrascht, wie gut das jetzt schon seid einger Zeit funktioniert.

Als profilaktische (Rücken-)Übungen kann ich die I-A-O Übung aus der Eurythmie empfehlen. Die dauern insgesamt höchstens 5min, sind nicht sehr schwer zu erlernen und stärken den Rücken auf eine ganz besondere Art und Weise ohne eine direktes Muskeltraining.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
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Bernhard
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Beitrag von Bernhard » So 05.Feb 2006, 14:33

Hallo!
Ich weiß, Pierre Bensusan ist kein klassischer Gitarrist, aber hat schon mal jemand diese Sitzhaltung ausprobiert? (ich kann mich damit nicht anfreunden):
Fotos

-übrigens ist die Gitarre auf den Fotos Pierre´s neues Model, mit ergonomisch abgeflachten Kanten (ein ziemlich aufwendiger Aufbau im Innenraum der Gitarre)

-wie der mit der Sitzhaltung zurechtkommt, könnt ihr übrigens hier sehen

vG Bernhard

es335
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Beitrag von es335 » So 05.Feb 2006, 15:49

Das ist die typische (Sitz-)Haltung von Steelstring- und Jazz-Gitarristen. Sie ist der PdL Haltung nicht unähnlich, begünstigt die linke Hand, die mit zahlreichen Bindungen über hammer-ons und pull-offs die rechte Hand "entlastet" bzw. ergänzt.

Ich benutze diese für die Klassik allenfalls um die Haltung mal zu variieren und das auch nur bei nicht allzu schweren Stücken. Aber nicht auf Dauer wegen der Verdrehung der Wirbelsäule. Ich habe aber auch schon Klassik Gitarristen, die dieses Relikt aus ihren Popmusik Änfängen beibehalten haben.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

Eduard
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!!!

Beitrag von Eduard » So 05.Feb 2006, 20:33

ICh halte auch die klassische haltung, habe auch manchmal rückenprobleme, aber wenn ich auf einem klavierhocker sitze habe ich keine probleme........., ich würde mal sagen es liegt am stuhl.....

Gruß Eddy
+++!Hauptsache der Metronom tickt weiter!+++

Cw;icw!

es335
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Beitrag von es335 » So 05.Feb 2006, 20:57

Hi Eddy,
....., ich würde mal sagen es liegt am stuhl.....
da hast du etwas wichtiges angesprochen. Die Sitzfläche sollte gerade sei, wie beim Klavierhockern. Absolut tödlich sind "Stühle" mit nach hinten abfallender Sitzfläche.

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
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Eduard
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!!!

Beitrag von Eduard » Mi 08.Feb 2006, 15:17

hi es335,

da stimme ich dir voll zu. auf dem stuhl mit lehne tut es wirklich nach einer zeit weh,....
+++!Hauptsache der Metronom tickt weiter!+++

Cw;icw!

tcm
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Re: eure sitzhaltung?

Beitrag von tcm » Sa 18.Feb 2006, 9:41

hallo,

ich spiele auch mit stüzte und habe vorher etliche ausprobiert. ich mußte feststellen, daß alle stützen mit saugnäpfen nicht so toll sind. nach kurzer zeit fallen sie immer ab. ich benutze eine stütze zum festschrauben und habe die auflagepunkte auf zarge und decke mit schaumstoff unterlegt, damit es keine abdrücke im schellack gibt.

meinem rücken geht es seitdem super und ich kann viel enspannter spielen und unterrichten.

Chrischan
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Beitrag von Chrischan » Mi 22.Feb 2006, 17:13

Hallo Leute!

Ich spiele auch in der klassichen Haltung und habe überhaupt keine Beschwerden damit! Wenn man richtig sitzt kann man Stundenlang spielen, da dann die Knochen das Gewicht von alleine halten und die Muskeln total entspannt sind. Wenn ihr die Oberschenkel etwa in einem 90 Grad Winkel ausinander gestellt habt, sie Fußbank so eingestellt habt, dass das Knie etwas höher als 90 Grad steht und ihr aufrecht sitzt dann kann jeder von euch Stundenlang so sitzen!
Wenn man mal von der Haltung der rechten Hand absieht ( Denn die ist unnatürlich und grausam), gibt Tarrega ein Gutes Beispiel

Bis denn euer chris

aläx
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Beitrag von aläx » Mi 22.Feb 2006, 19:54

Hallo Gitarristengemeinde

da ich so ziemlich jeden Stil spiele möchte ich auch noch etwas dazu sagen.

Zunächst beschreibe ich meine Haltung

Die Gitarre auf dem rechten Bein das ich erhöht habe.

DAmit lässt sich aus meiner Sich von Flamenco über Klassik bis zur E-Gitarre alles bewältigen.

Ich hatte damit noch nie Probleme.

Ich denke aber, dass der Weg zum schmerzfreien Spielen auch über eine gut ausgebildete Rückenmuskulatur führt.
Ich habe mal in eine Gitarrenseminar versucht die Leute zum Sport zu bewegen.
No Chance!!!
Wenn ich dann gesehen habe wie diese Leute dagesessen sind hat mich nichts mehr gewundert??
Das muss weh tun.

Ich behaupte mal, dass ich eine gut ausgebildete Rückenmuskulatur habe und deshalb habe ich weder mit der klassischen Haltung Probleme oder auch mit der PdL HAltung.

Diesen Standpunkt habe ich in anderen Foren schon mal dargelegt und manchmal wundert es mich weshalb sich zum Teil Gitarristen weigern mehr für ihren Körper zu tun und nur immer die Ursache in einer falschen Haltung vermuten.

tschau Aläx

zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Mi 22.Feb 2006, 20:51

Hallo Leute,

da muß ich Aläx beipflichten. Ich mach schon seit langer Zeit (fast) täglich Rückengymnastik. Seitdem halten sich meine Rückenbeschwerde in Grenzen. Beim Gitarrespielen hab ich überhaupt keine Probleme mehr damit. Wobei täglich 10-15 Minuten Gymnastik schon wahre Wunder bewirken können. Ich kann es nur empfehlen.

Gruß
Zorolowski