Am Anfang Wechselschlag oder Daumen?

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
sebastian
Beiträge: 102
Registriert: Do 08.Dez 2005, 23:59
Wohnort: Berlin

Am Anfang Wechselschlag oder Daumen?

Beitrag von sebastian » So 11.Dez 2005, 13:28

Noch eine Anfängerfrage:

Ich arbeite mit mehreren Gitarrenschulen, die alle mit unterschiedlichen Schlagarten beginnen. Carcassi und Carulli gleich mit dem (freien?) Wechselschlag, andere wiederum mit dem Apoyando-Wechselschlag, wiederum andere fangen "zunächst" mit dem Daumenschlag an und gehen erst später zum Wechselschlag über.

Was würdet ihr mir aber für den Anfang empfehlen?

Alle genannten Varianten waren für mich gleich einfach.

Gruß,

Sebastian

jahro
Beiträge: 542
Registriert: Do 01.Dez 2005, 13:05

Beitrag von jahro » So 11.Dez 2005, 14:09

Hallo Sebastian (oder besser gesagt hello again :wink:)

deine Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Üblicherweise beginnt man mit dem nicht angelegten ((tirando) Anschlag.

Auch die Variante zuerst mit dem Daumen die ersten Noten zu spielen ist üblich.

Letztendlich wirst Du früher oder später alle Varianten benötigen.
Ich würde Dir empfehlen den angelegten (apoyando) Anschlag für später aufzuheben und dich zunächst nur auf einen Anschlagsart zu konzentrieren.

Wobei das meine persönliche Meinung ist. Ausserdem kenne ich deine Fingerfertigkeit (vielleich spielst Du ja schon ein paar andere Instrumente) nicht.
Wenn Dir keine der Anschagsarten schwerfällt, spricht natürlich nichts dagegen gleiche Übungen mit unterschiedlichen Anschlagsarten zu variieren.

Auf jeden Fall muss jede der Anschlags-Techniken sauber beherrscht werden.

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas weiterhelfen.

lg jahro
Zuletzt geändert von jahro am Mo 12.Dez 2005, 10:25, insgesamt 1-mal geändert.
Gitarren:
CUENCA 60P
AMALIO BURGUET "LUNA El Mediterraneo"
Ortega M5

sebastian
Beiträge: 102
Registriert: Do 08.Dez 2005, 23:59
Wohnort: Berlin

Danke!

Beitrag von sebastian » So 11.Dez 2005, 23:25

Vielen Dank, jahro!

Ich werde mich an deinen Ratschlag und als erstes den Tirando-Wechselschlag üben. Das heißt gleichzeitig, dass ich mich an die Klassiker halten werde.


Herzlichst,

Sebastian

karlo henne
Beiträge: 8
Registriert: Sa 21.Jan 2006, 21:03
Wohnort: Reutlingen

Hallo Sebastian,

Beitrag von karlo henne » Sa 21.Jan 2006, 22:16

auch wenn es ev. verwirrt, mein Lehrer empfiehlt mit dem Melodiespiel im Apoyandoanschlag zu beginnen und da länger dabei zu bleiben. Später dann auch 2 stimmig, aber auch apoyando.
Seine Begründung ist, dass es leichter ist, nach apoyando dann auch tirando zu spielen, umgekehrt solls schwerer sein.
Als Autodiakt hatte ich auch tirando begonnen und ich habe diese Schwierigkeiten. Aber der wichtigste Tip von meiner Seite ist der, so schnell wie möglich mit Lehrer zu spielen. Die Fehler, die ich mir angewohnt habe, brauchen lange, um wieder draußen zu sein.
Gruß Karlo

Tobias
Beiträge: 69
Registriert: Sa 07.Jan 2006, 19:11
Wohnort: Neckarsulm

Beitrag von Tobias » So 22.Jan 2006, 20:22

Hallo Sebastian,

wahrscheinlich würde Dir diese Frage nicht kommen, wenn Du mit einem Gitarrenlehrer beginnen würdest - bzw. mit einem sehr fortgeschrittenem Gitarristen.
Die Frage tirando oder apoyando ist genauso strittig wie: wann beginnt man mit dem Nagelanschlag.
Selbst wenn Du Dich für einen der Anschläge entscheiden wirst, wie ist Deine Körperhaltung, Deine Handhaltung usw. Alles, was später mal Einfluß auf Deinen Spielablauf haben wird.
Ich hoffe, daß es mir jetzt die anderen nicht übel nehmen, aber selbst bei uns sehr Fortgeschrittenen (ich übe z. B. zur Zeit das La Maja de Goya ein; für das Cordoba lasse ich mir trotzdem "Unterricht" geben), die professionellen Gitarrenunterricht gehabt haben, schleifen sich Fehler - auch zeitweise in der Haltung ein, die uns nicht gleich auffallen. Nur wir merken sie irgendwann, weil wir uns daran erinnern, was uns unser/e Gitarrenlehrer/in beigebracht hat, oder weil manche (siehe anderen Strang) Etüden abspielen, bei denen sie merken, daß diese aufgrund eines Fehlers nicht gleichmäßig laufen.
Aber soweit mußt Du erstmal kommen. Und ob Du es dann erkennst, mag ich bezweifeln.

Gruß Tobias
Gruß Tobias
Gitarre: Paulino Bernabe - Estudio E-6
Die Sprache der Musik kennt keine Grenzen.

tcm
Beiträge: 43
Registriert: Fr 17.Feb 2006, 9:49

Beitrag von tcm » Mo 27.Feb 2006, 20:27

hallo sebastian,

ich schließe mich der meinung von jahro an, man sollte mit dem tirando beginnen. der grund: es ist der anschlag den man später am meisten braucht.