Technische Übungen - Tonleitern

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Steffen
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Technische Übungen - Tonleitern

Beitrag von Steffen » Mo 19.Dez 2005, 16:41

Hallo,
es kann zwar sein daß ich ein altes Thema wieder aufwärme, aber mich würde mal interessieren ob und wenn ja welche technischen Übungen ihr regelmäßig spielt/übt und wie.
Das gleiche gilt auch für Tonleitern (mit Metronom? Anschlag? ...)

Ich denke daß die techn. Übungen zum weiterkommen unheimlich nützlich sind, und spiele deshalb auch immer wieder welche, aber irgendwie planlos - was ich halt so finde.

Also, wie macht´s ihr?

Gruß,

Steffen

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Mo 19.Dez 2005, 23:00

Hallo Steffen,

ein tolles Thema hast Du da angeschnitten. Ich glaube, die Diskussionen über den Wert technischer Übungen werden in hundert Jahren noch geführt.

Vor allem über das Tonleiter spielen wird immer wieder heftig gestritten.
Wobei interessanterweise genau die, die das Tonleiterspiel ablehnen, dies bis zum Abwinken geübt haben und recht gute Gitarristen geworden sind. Ob nun durch das Toneiterspiel oder soinst wie, sei dahingestellt.

Tonleitern zu spielen hat sicher seinen Sinn, wenn die Frage nach dem "wie" geklärt worden ist. Kopfloses Rauf- und Runter- rattern bringt sicher eine gewisse Geläufigkeit, aber bestimmt keine Präzision und einen guten Ton.

Technik zu üben macht Sinn, wenn man weiß, wofür man diese oder jene Übung macht. Man braucht ein klares Ziel, und es sollte sich bald eine echte Verbesserung zeigen, ansonsten ist es Zeitverschwendung!

coolman
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Beitrag von coolman » Di 20.Dez 2005, 9:12

Hallo Steffen!

Als erklärter Nicht-Tonleiternspieler spiele ich meist, bevor ich was anderes angehe, so 15-20 Sor Etüden.
Das hat zwar warscheinlich den Nachteil, dass man zB Tonleitern nicht vollständig spielt aber es macht (mir) viel mehr Spaß da man einerseits übt und andererseit schon quasi wirkliche Stücke spielt.

Ich übe, wenn du so willst, sozusagen "indirekt" ;-)

lg
coolman
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Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Di 20.Dez 2005, 14:07

coolman hat geschrieben:Hallo Steffen!

Als erklärter Nicht-Tonleiternspieler spiele ich meist, bevor ich was anderes angehe, so 15-20 Sor Etüden.
Das hat zwar warscheinlich den Nachteil, dass man zB Tonleitern nicht lg
coolman
@coolman!
WaaaS??? Wie schaffst Du das? Kommst Du da noch zu Deinen Stücken? Meine Übezeit wäre nach der 12. Etüde beendet! Du musst aber viel Zeit haben! :!: Ich dachte, Du hast auch nur 1bis 2 Stunden Zeit
Bist Du Dir sicher, das es sinnvoll ist, so Technik zu üben? :?:

Spielst Du die Etüden auswendig? :o
Wenn nicht, übst Du eigentlich nur vom Blatt spielen. Mit Technik üben hat das wenig zu tun, denke ich!

Kleiner Buchtipp zu diesem Thema: "Cello üben" von Gerhard Mantel.
Dort stehen sehr viele elementar wichtige Dinge drin, darum nicht nur für Cellisten interessant. Empfohlen wurde mir dieses Buch von Hubert Käppel. Lohnt sich!! :strizzalocchio:

coolman
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Beitrag von coolman » Di 20.Dez 2005, 14:20

Hallo Schnecke!

Ist alles halb so wild ;-)
Die meisten Etüden die ich spiele dauern ca. 1-1,5 min. Wenn du also 20 spielst bist du in 30 min. fertig. (Mann bin ich gut in Geometrie :chaud: )

Ob das sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen, da ich (noch) keinen Lehrer hab der mir auf die Finger klopft, aber es macht mir einfach auf diese Weise mehr Spaß :lol: :chitarrista:

Auswendig kann ich übrigens so gut wie keine Etüden. :aide:

lg
coolman 8)

PS: ich hab jetzt einen Lehrer in Aussicht, dann wirds wohl nicht mehr so locker runtergehen :twisted:
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zorolowski
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Beitrag von zorolowski » Di 20.Dez 2005, 18:10

Hallo Steffen,

mit Etüden, Übungen, etc. hab ich es nicht so. Der Aufwand den ich dafür betreibe liegt fast bei Null. Ausnahmen sind für mich höchstens einige Etuden von Heitor Villa-Lobos, da ich die musikalisch sehr interessant finde.
Ist vielleicht nicht die optimale Herangehensweise, aber für mich steht der Spaß im Vordergrund. :mouton:

Gruß
Zorolowski

j.list
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Beitrag von j.list » Mi 21.Dez 2005, 0:06

Hallo Steffen,
ich bin ein Etüden- und Tonleiternfreund,ich spiele sie ab und zu und nach Möglichkeit mit Metronom und in allen Lagen. Mir hilft das auf jeden Fall!
Gruß j.list

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » Mi 21.Dez 2005, 0:22

Steffen hat geschrieben:aber mich würde mal interessieren ob und wenn ja welche technischen Übungen ihr regelmäßig spielt/übt und wie.
Das gleiche gilt auch für Tonleitern (mit Metronom? Anschlag? ...)
In den ersten 25 Jahren ab und an mal, aber die letzten Jahrzehnte nur noch || : neue Stücke alte Stücke : || :sage: :wink:

Gustaw

Steffen
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Beitrag von Steffen » Mi 21.Dez 2005, 15:48

Danke für Eure Antworten - die Meinungen gehen ja (wie erwartet) doch auseinander.

Wie gesagt, ich habe zwar bis jetzt schon ein paar Übungen gespielt, zB Carlevaros - Arpeggios, aber irgendwie ohne Plan.
Regelmäßig spiele ich auch so 4-5 Etueden (Carcassi, Sor) um Technik zu trainieren. Doch ich merke halt daß ich zB bei schnellen Läufen oder Arpeggios einfach meine technischen Grenzen habe, die ich verbessern möchte. Zudem denke ich mal daß techn. Übungen mehr Sicherheit am Instrument geben.

- j.list: Spielst Du dann immer verschiedene Tonleitern mit unterschiedlichen Anschlagsarten?

Gruß, Steffen

j.list
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Beitrag von j.list » Mi 21.Dez 2005, 17:30

Hallo Steffen
je nach Tagesform spiele ich jeden Ton der Tonleiter 4, 3, 2 mal und dann normal mit verschieden anschägen: i,m,i,m... i.a,i,a...., i,a,m,i,a,m, u.s.w. mit angelegtem Anschlag. Ich finde, das hilft, um schwierigere Läufe zu spielen, die Geschwindigkeit zu steigern und den Ton zu verbessern. Und wie gesagt, immer mit Metronom.
Gruß j.list

cornwallfan
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Beitrag von cornwallfan » Do 22.Dez 2005, 2:05

Ich spiele sehr gerne Tonleitern, täglich, mit wachsender Begeisterung in allen Lagen. Für mich eine ausgezeichnete Übung, mit der ich in erster Linie meine rechte Hand bearbeite. Das Greifen links klappt ganz passabel, aber da ich vor meiner 20jährigen Pause fast ausnahmslos E-Klampfe (i.d.R. nur mit Plektron) gespielt habe, fehlt es rechts an allen Ecken :cry:

Von daher sind Tonleitern übers ganze Griffbrett auch eine tolle Sache, um rechts die unterschiedlichen Anschlagsarten (bei mir zunächst mal Wechselschlag) einzuüben.

Ansonsten ist ja bald Heiligabend.....außer dem schon an anderer Stelle erwähnten Zen und die Kunst Gitarre zu spielen (o.ä.) erwarte ich eigentlich ein Päckchen mit dem Lehrbuch "Pumping Nylon" (pst, is´auch geheim), und da freue ich mich schon richtig drauf. Da sollen ja auch tolle Übungen drin sein. Wenn´s der guten Sache dient... 8)
Viele Grüße aus Haan,
Andreas

-------------------------------
Gitarren: Yamaha GC-31 C u. Ariana 6512

jahro
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Beitrag von jahro » Do 22.Dez 2005, 13:29

Hallo Zusammen,

ich spiele ab und zu auch Tonleitern. Dazu benutze ich die sogenannten
Segovia-Diatonic Major and Minor Scales.

Bild

Inzwischen habe ich aber auch die Tonleiterübungen aus dem Delcamp-Schatzkästlein in mein Übungsprogramm mit einbezogen.
Ich verwende Tonleitern hautpsächlich zum warmspielen.

Tonleitern eignen sich meines Erachtens sehr guit für die Koordination der linken und rechten Hand
(das ist gerade für uns Spätumsteiger, welche vorher das Plektrum auf Stromgitarren bemüht haben sehr wichtig ).

Ansonsten verwende ich als technische Übungen noch
"Mauro Giuliani: 120 Studies For Right Hand Development" in der
Version von Scott Tennant (Pumping Nylon)

Wobei sich der Spassfaktor (bei mir) bei diesen Übungen wirklich in Grenzen hält :?

lg jahro
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CUENCA 60P
AMALIO BURGUET "LUNA El Mediterraneo"
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Steffen
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Beitrag von Steffen » Fr 23.Dez 2005, 10:03

Hallo Jahro,
spielst Du die Arpeggio´s aus "Pumping Nylon" mit Metronom - auf Geschwindigkeit?

Frohe Weihnachten,
Steffen

jahro
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Beitrag von jahro » Fr 23.Dez 2005, 10:20

Hallo Steffen,

das sind ja insgesamt 120 Stück :shock: .
Im Moment spiele ich die ein einem mir angenehmen Tempo.
Ich habe das Buch noch nicht so lange.

Mir kommt es vor allem auch Sauberkeit an. Das Tempo wird dan langsam gesteigert.

Ich habe meistens kein Metronom an. Das stört mich, da ich es nicht gewohnt bin.
Ich will das aber noch probieren.

Die Übungen sind wirklich toll, nur die linke Hand hats halt etwas schwer (C und G7).
Ich baue manchmal auch andere Akkorde ein (beliebige Kadenz) um das ein bisschen anzureichern.

Naja wie gesagt ich machs noch nicht so lange und bin auch noch nicht durch alle 120 durch.
Ich geh das mit Bedacht und Geduld ran.

Frohe Weihnachten Euch allen

jahro
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telefon
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Beitrag von telefon » Fr 23.Dez 2005, 12:14

ca.2mal die woche mache ich technische übungen:

akkorde:kadenzen (T S D T) in den wesentlichen tonarten
diverse jazzakkorde: gleiche akkorde in unterschiedlichen griffpositionen.
chromatische tonfolgen mit angelegtem anschlag (gestreckter anschlag) bis zur 10ten lage + ein paar bindeübungen.

dauert ca. 15 minuten.

dann eine lustige übung für zwischendurch, ich nenne sie die telefon-übung:

1. 1. finger auf c (a-saite) p zupft (für fortgeschrittene: i zupft)
2. 2 - dis (h) m (m)
3. 3 - d (a) p (a)
4. 1 - d (h) i (i)
5. 2 - cis (a) p (m)
6 3 - e (h) m (a)
7. usw.

(na jetzt weiß jeder bescheid ... hoffe ich)

alle finger bleiben immer solange wie möglich liegen. das ganze auch rückwärts und auch mit den fingern 2, 3 und 4 üben. viel spass!!

telefon