Geschwindigkeit steigern

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
Eduard
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!!!

Beitrag von Eduard » Sa 07.Jan 2006, 20:27

Also mein Lehrer sagt immer llld: laut, legato, langsam, deutlich!

das ist am besten. langsam anfangen. die schnelligkeit kommt automatisch!
+++!Hauptsache der Metronom tickt weiter!+++

Cw;icw!

Tobias
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Beitrag von Tobias » Fr 13.Jan 2006, 23:09

An Schnecke: es kommt zum Teil wohl auch darauf an, was man spielen möchte. Ich zum Beispiel mag mehr diese melancholisch getragenen Stücke und vernachlässige dabei auch etwas Geschwindigkeitsübungen. Stücke, die schneller gehen müssen, übe ich halt an den schwierigen Passagen so lange ein, bis es klappt.

Ich muß schon sagen, die Tremoloübugen von Anna Nyma sind super. Danke für den Hinweis.
Gruß Tobias
Gitarre: Paulino Bernabe - Estudio E-6
Die Sprache der Musik kennt keine Grenzen.

aläx
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Beitrag von aläx » Mo 16.Jan 2006, 22:21

Hallo Schnecke

Ich sehe das so wie Tobias.
Wenn du mal keine Geschwindigkeitskünstlerin bist dann spiele Stücke die "gehen".
Wenn du den Colibri von Sagreras mit 100 b.p.m. spielst dann macht das keinen Sinn.
Da wirkt das Stück nicht .
Es gibt glaube ich im Bereich Geschwindigkeit eine Grenze die schnell erreicht ist.
Bei Tonleitern setzte ich diese Geschwindigkeit bei 120 b.p.m. an.
Wenn du das nicht kannst solltest du dir über schnelles Spiel keine Gedanken machen. Dann gehts halt einfach noch nicht.

tschau Aläx

Satch
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Schnelligkeit ist keine Olympische Disziplin...grins

Beitrag von Satch » Fr 27.Jan 2006, 12:55

Hallo Schnecke,

mein Vater spielt auch Gitarre, er ist gut aber nicht schnell im gegensatz zu mir. Bei mir hat sich die Steigerung der Geschwindigkeit nach und nach eingestellt, weil ich wikrlich immer wieder das selbe gespielt habe und versuchte dabei die Geschwindigkeit zu steigern. Aber es stimmt was viele schon gesgat habe, es ist wichtig das dabei die rechte und die linke hand zusammen arbeiten. Und das ist denke ich das größere Problem, eben beide Hände zu koordinieren. Und da macht nur Übung den Meister. Ich selber mag z.B. Yngwie Malmsteen und was er mit dem Orchester gemacht hat, oder wenn er Paganini auf der Gitarre spielt. Und glaube mir solche Geschwindigkeiten habe ich auch nicht drauf, aber auch ich werde hier weiter üben, eben weil die Musik gut ist und es spaß macht sich Ziele zu setzen.

Gruß Satch

telefon
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Re: Geschwindigkeit steigern

Beitrag von telefon » Fr 27.Jan 2006, 13:28

Schnecke hat geschrieben:Hallo Leute,

lässt sich die Spielgeschwindigkeit tatsächlich steigern, in dem man das zu spielende, zB. Apreggio, wiederholt, wiederholt, wiederholt? Mit Metronom, oder lieber ohne?

Wo sind die Grenzen? Wie sieht es mit Unsauberkeiten aus?
die schnelligkeit kommt mit der zeit. ich glaube, dass man auf keinen fall versuchen sollte auf kosten der sauberkeit schneller zu spielen.
ein metronom würde ich nicht benutzen.

gruß telefon

es335
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Beitrag von es335 » Fr 27.Jan 2006, 15:37

Hallo Schnecke,
Geschwindigkeit muß man in jedem Fall gezielt entwickeln, was auch für die gilt, die mit einer größeren Ausgangsschnelligkeit beginnen.
Wiederholen ist erfoderlich und der Einsatz eines Metronoms, um das Tempo auch graduell und objektiv zu steigern.
Beginnen sollte man immer sehr (!) langsam. ("The slower the faster!" ein Leitspruch von John Mclaughlin, der nicht garade für langsames Spielen bekannt ist. :-))
Um dem Üben mit Metronom ein wenig die Tristess zu nehmen, kann man ihn im Alla Breve laufen lassen, wie es in US Jazzschulen praktiziert wird. So wird man wird dann nur jeden zweiten Schlag "synchronisiert" und gewinnt mehr Sicherheit. Läuft das Metronom dann noch auf 2 und 4 eines 4/4 Taktes beginnt man echt zu "swingen". Ich garantiere ein echt neues Metronomerlebnis :D )

Gruß es335
Sakurai-Kohno PR-JS
Alhambra 10c

Arol
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Schnecke mach locker

Beitrag von Arol » Sa 28.Jan 2006, 13:30

Hey Schnecke!

Beim Tremolo achte mehr auf den Daumen als auf die Finger (ami)!
Der kommt meist zu spät (wenns auch nur minimal ist)
Versuche den Daumen immer einen Tick früher zu spielen als es dein Gefühl hergib, das treibt sanft nach vorne und klingt, o Wunder, nicht rhythmisch falsch
Denke also nach vorne!

Generell aber ist es nicht Geschindigkeit die uns zu Musikern macht!

Viel Erfolg!
...und üben hilft doch...

Schnecke
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Beitrag von Schnecke » Do 02.Feb 2006, 14:07

Danke an alle, :merci:

die mir die guten Tipps gegeben haben. Ich denke, dieses Thema ist auch für andere sehr interessant.

Ich habe gemerkt, dass Geschwindigkeit auch sehr von der jeweiligen Tagesform abhängt. So klappt z.B. gar nichts, wenn ich vorher oder den Tag vorher schwere Arbeit tun musste, oder wenn ich sehr müde bin.

Zur Arbeit mit dem Metronom: ich glaube es ist am Besten mal mit und mal ohne zu üben. So hat man Kontrolle und wird nicht abhängig von dem Ding!

Liebe Grüße
Schnecke

aläx
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Beitrag von aläx » Sa 04.Feb 2006, 1:16

hallo schnecke

vielleicht war ich ein bisschen zu streng!

Geschwindigkeit ist , um es nochmal zu sagen , aus meiner Sicht ein individuelles Problem.

ich war immer schon ein Geschwindigkeitsfanatiker und deshalb kann ich wahrscheinlich ziemlich schnell spiele ( ich bekomme den Colibri bei cirka 137 b.p.m. hin.
nichts desto trotz

Ich habe dir ja empfohlen, dass du nur Stücke spielen solltest die eben nicht von Geschwindigkeit leben.
Ich bin zur Zeit an Scarlattisoonaten dran und das ist echt hart!!!
Was die Arbeit mit dem Metronom betrifft!!

Ich benutze es grundsätzlich weil man dadurch eine Menge Demut lernt.
Ich versuche mich zur Zeit am Allegro Solemne von Barrios und stelle fest, dass mich das Metronom immer wieder zur Demut zwingt (will heißen, dass ich feststelle , dass ich meinAnfangstempo nicht durchhalten kann")

tschau Aläx

simon82
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Beitrag von simon82 » Mi 22.Feb 2006, 0:16

Ich wollt auch noch was hierzu sagen (wenns noch jemand interessiert)


Ich hab früher den Fehler gemacht (und ich mach auch heute noch Fehler)
beim Langsam üben (Tonleitern,Tremolos) dem Tempo angepasste, langsame, vortastende Fingerbewegungen zu machen. Man studiert dann ganz andere Bewegungsabläufe (unökonomischere) ein als wie sie dann im Endtempo benutzt werden. Also: beim Tremolo lauern die Finger über der anzuschlagenden Saite treffen dann blitzartig (auch beim langsam üben) auf die anzuschlagende Saite gehen dann wieder zurück in die ausgangsstellung um dort bis zu ihrem nächste Einsatz auszuharren.

Die Schwierigkeit ist, dass die Finger die Saite richtig treffen und dabei nicht irgendwie hängenbleiben sondern rund abgleiten.

So was übe ich auch, aber nicht nur, mit Metronom, um zu überwachen das die Anschläge gleichmässig und Punktgenau kommen.
Gibts nicht geht nicht

cowgirl
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Beitrag von cowgirl » Mo 27.Feb 2006, 0:14

@aläx oder andere catedral-spieler und tempofanatiker:

kleine frage: wie übst du das allegro von barrios catedral auf tempo? beginnst du zum beispiel bei tempo 70 und jeder durchgang eins steigern bis zu scheintot? ;-) (obwohl ich ja der meinung bin das gerade dieses allegro allzu schnell nicht mehr wirkt, aber zwecks übung kann man ja alles übertreiben :-) )
danke für die antwort

Brink
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Beitrag von Brink » Mo 27.Feb 2006, 0:57

Hallo Cowgirl!

Sitz grad am Allegro und hab wirklich bei genau 70 angefangen und steiger das ganze eher von Tag zu Tag als von Mal zu Mal :wink:

aläx
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Beitrag von aläx » Di 28.Feb 2006, 1:06

Hallo Cowgirl

Im Prinzip bin ich gar kein so ein Geschwindigkeitsfanatiker wie du jetzt vielleicht denkst aber ich kann nicht leugnen, dass Geschwindigkeit natürlich einen Reiz ausübt dem sich die Meisten nicht entziehen können.
Aber zu deiner Frage:

wenn ich z.B. ein Stück wie das Allegro Solemne von Barrios übe, dann gibt es da Stellen die ich ohne viel Übung in relativ hohem Tempo spielen kann (z.B. der Arpeggioteil).
Also übe ich das Stück in der Art, dass ich mir die Teile isoliert vornehme, die ich nicht so gut kann.
Ich nehme mir dann z.B. erstmal eine niedrige Grundgeschwindigkeit (z.B. bei Barrios das Metronom auf 100 b.p.m. bei zwei Anschlägen pro Beat) und versuche erstmal ein "Gefühl" für die Stelle zu bekommen.
Dann steigere ich mein Tempo bis zu dem Punkt an dem ich es nicht mehr hinbekomme. Ich nehme mir da immer nur kurze Sequenzen vor, was den Vorteil für mich hat, dass ich diese Stelle dann auswendig kann weil ich sie halt so oft wiederholt habe.
Danach versuche ich herauszufinden, weshalb ich an einem bestimmten Punkt nicht mehr weiterkomme.
Entweder ich kann die Stelle in dem gewünschten Tempo oder manchmal liegt es einfach daran, dass ich einen umständlichen Fingersatz gewählt habe (meistens).
Es gibt natürlich auch viele Fälle in denen ich einfach technisch nicht so gut bin, dass ich es in dem von mir gewünschten Tempo spielen könnte.
Wenn das der Fall ist, dann lege ich das Stück erst mal auf die Seite und übe es sporadisch immer wieder mal mit um meine Fortschritte zu testen.
Ich hatte mal Unterricht bei Siegfried Behrend und auch bei seinem Meisterschüler Michael Tröster im Rahmen eines Meisterkurses auf der Rosenburg in Riedenburg.
Tröster ist der Auffassung wie viele andere auch, dass man ein Stück bei optimalen Bedingungen (z.B. gut gelaunt und aufgewärmt zu Hause) cirka um 20 bis 30% schneller können sollte als man es dann tatsächlich spielen würde.
Deshalb versuche ich an das Limit zu gehen.
Ich persönlich finde z.B. das Allegro Solemne auch nicht schön wenn man es zu schnell spielt (so wie Roppatz in seinem posting) aber ich übe es in hoher Geschwindigkeit um es dann einfach entspannter spielen zu können.

tschau Aläx