Anlegen der linken Hand am Griffbrett

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
guitar-pupil
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Anlegen der linken Hand am Griffbrett

Beitrag von guitar-pupil » So 19.Feb 2006, 18:28

Hallo,

ich hab da eine Frage an euch. Ich habe von meinem Gitarrenlehrer erfahren das ich die linke Hand mit dem Handballen am Griffbrett anlegen sollte, um mehr Sicherheit in der linken Hand zu bekommen. Es klingt für mich sehr glaubwürdig, aber mein letzter Gitarrenlehrer sagte das ich anlegen (auf der linken Hand) vermeiden sollte. Also bis zur g-Seite bin ich noch parallel mit der Hand zum Gtiffbrett, aber ab der h-Seite rolle ich dann auf den linken Handballen ab. Ich frage mich nun was von den zwei Wegen der bessere ist.
Bitte um eure Beiträge!

lg Toby

Eduard
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!!!

Beitrag von Eduard » So 19.Feb 2006, 20:26

Hi,

meine meinung ist, dass bei der linken hand immer ein hohlraum sein muss; du musst darauf achten, dass der daumen weitgenug unten ist dann geht das. so kannst du viel besser deine finger bewegen und genauer....... :!:

:) Eddy
+++!Hauptsache der Metronom tickt weiter!+++

Cw;icw!

saby
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Beitrag von saby » Di 21.Feb 2006, 22:17

hallo!
ich ergreife auch die partei von deinem letzten gitarrenlehrer :D ich würde das eher nicht so machen. da wird doch das handgelenk unnatürlich abgewinkelt, auch die finger geraten in eine seltsame stellung. ich hab das mal versucht, und bei einem schwierigen griff musste ich meine finger da richtig hinquetschen :evil:
ein anderer grund wäre auch, dass du dann nicht mehr so locker bist, wenn z.b. ein lagenwechsel kommt.
nicht zuletzt, auch wenn natürlich jeder herausfinden muss, was für ihn gut funktioniert - die gitarristen, die ich bis jetzt gesehen hab, spielten auch nicht so...
nun hoffe ich, dass dir diese denkanstösse was nützen... :roll: :idea:
liebe gruess + nen schönen abend...
gitarre: dieter hopf - La Portentosa Nueva zeder

Anna Nyma
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Beitrag von Anna Nyma » Mo 27.Feb 2006, 19:35

Hallo, Toby,
im Namen von Beweglichkeit, Spreizfähigkeit und Kraft - bitte, tu’s nicht!!

Ziel aller (Linkshand-) Haltungsüberlegungen ist es doch letztlich, Kraft möglichst ökonomisch, sicher, schnell und punktgenau dorthin zu bringen, wo der Finger die Saite aufs Griffbrett drücken soll.
Auch wenn das meiste natürlich die Finger leisten müssen, ist an der Umsetzung der Fingersatzfolgen eine ganze übergeordnete Funktionskette beteiligt: die Schultergelenkstellung passt sich an und reguliert den Abstand Oberarm - Oberkörper, der Ellbogen variiert seinen Beugewinkel, der Unterarm dreht sich um ein paar Grad nach innen oder außen, die Handgelenksbeugung nimmt ein wenig zu oder ab…
Damit verkürzen sich Wege für die Finger, die Kraftrichtung kann optimiert werden. Mit am Griffbrett abgestütztem Handballen würdest Du Dich um all diese Optionen bringen.
Dabei könnten ja nur diejenigen Muskeln und Gelenke frei arbeiten, die zwischen jenem Auflagepunkt und Fingerspitze liegen. Die müssten dadurch jede Menge mehr leisten und würden deshalb auch schneller ermüden.

Der praktische Test ist vielleicht noch überzeugender:
vergleiche mal am Instrument die Vor- und Nachteile beider Haltungsformen bei z. B. hammer- on- Aufschlagsbindungen, Barrégriffen, bei irgendeiner Fesselübung. Du wirst den Unterschied spüren: Ein Teil Deiner Fingerbewegungsfreiheit, Fingerunabhängigkeit und Spreizfähigkeit geht dabei verloren.

Da es unendlich viel Geduld und Mühe kostet, sich ungünstige Techniken wieder abzugewöhnen, hoffe ich, dass die Argumente plausibel genug sind, Dich vom Umsteigen auf die meines Erachtens kurzsichtige Abstützmethode abzuhalten…
Viele Grüße :bye: Anna

tcm
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Re: !!!

Beitrag von tcm » So 05.Mär 2006, 22:56

Eddy245 hat geschrieben:meine meinung ist, dass bei der linken hand immer ein hohlraum sein muss; du musst darauf achten, dass der daumen weitgenug unten ist dann geht das. so kannst du viel besser deine finger bewegen und genauer....... :!:
Ich schließe mich der Meinung von Eddy245 an, die Erfahrung beim Unterrichten haben gezeigt, daß man so am besten an alle Saiten "rankommt". Außerdem kann man in dieser Position schön die Hand entspannen.



:wink:

Manuel Mager
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Beitrag von Manuel Mager » Di 28.Mär 2006, 9:48

Hallo,

Ich schließe mich auch den Beiträgen an, die für den Hohlraum zwischen Greifhand und Griffbrett plädieren.

Am besten fühlt sich die linke Hand bei mir beim Spielen an, wenn der Daumen immer etwa gegenüber der Griffpositionen der Finger liegt.

Viele Grüsse

Intro
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Beitrag von Intro » Di 28.Mär 2006, 11:15

Hi,
sagte übrigens auch mein Lehrer und bin froh darauf geachtet zu haben.
Toll Anna, wie Du das erklärt hat.

Walter G.
Walter, Münchner, spielt gerne Gitarre

Tobias
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Beitrag von Tobias » So 02.Apr 2006, 21:21

Hallo Toby,

meine Gitarrenlehrerin hat mir die Grundhaltung der linken Hand folgendermassen beigebracht: den Mittelfinger auf den zweiten Bund der g-Saite, den Daumen genau gegenüber auf der Halsrückseite anlegen, Ellenbogen und Handgelenk locker herunterhängen lassen.
Du wirst merken, dann passiert genau das, was Anna geschrieben hat.
Gruß Tobias
Gitarre: Paulino Bernabe - Estudio E-6
Die Sprache der Musik kennt keine Grenzen.

Benny
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Beitrag von Benny » So 02.Apr 2006, 22:33

Moin,

ich spiele und tendiere auch zu der Haltung, den Daumen hinten aufzusetzen und einen Hohlraum zu bilden. Alles andere erscheint mir als wenig sinnig.

Gruß

Benny

lautenist
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Beitrag von lautenist » So 02.Apr 2006, 23:04

Ich vermute, der Ratschlag bezieht sich auf eine lästige Angewohnheit, die ich auch bei vielen meiner Schüler feststellen musste: der linke Ellenbogen tendiert dazu, nach aussen (vom Körper weg) zu wandern und dadurch entsteht eine ziemlich unökonomische (und auf die Dauer sehr verspannte) Armposition.
Das sollst Du wohl durch direkten Kontakt zum Hals abgewöhnt bekommen.
Aber ich gebe allen Vorrednern recht: Das ist "Teufel mit Beelzebub austreiben". Lass das besser und versuche, das ursprüngliche Problem anders zu beseitigen. Wenn es so ist wie ich vermute: Ich habe meine Schüler dazu angehalten, den Ellenbogen an den Körper anzulegen und dann erst zu spielen (oder andere gemeine Tricks, die ich aber nicht verraten will :-)).

Es hofft, dass er hilft der
Lautenist