wie hakt ihr eure stücke ab?

Greifen, Anschlag, Haltung und Methoden ... das Klassenzimmer sozusagen
flying_guitar
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wie hakt ihr eure stücke ab?

Beitrag von flying_guitar » So 19.Feb 2006, 19:34

hallo alle miteinander,
wie ihr sicherlich auch , spiele ich immer neue stücke auf der gitarre...
oft auch einige nebeneinander. doch verständlicherweise, kann man nicht immer alle stücke draufhaben, weils einfach übungstechnisch krank wäre.
teilweise finde ich das ziemlich schade , dass man die stücke mit der zeit verlernt.
naja meine frage an euch ist aber eigentlich, wie ihr eure stücke abhakt?dh.
ob ihr immer auf auftritte hinarbeitet, oder die stücke zur seite legt, wenn sie perfekt sind( was man eh nie behaupten kann)
durch einen auftritt die stücke abzuhaken , finde ich gut , aber man hat ja nicht immer einen^^
also was sind eure einstellungen oder erfahrungen?

gruß, martin(der leider für 2 wochen oder noch mehr am spielen gehindert ist, weil er, beim geburtstagsgeschenk(kochlöfel)-für-seine-oma-schnitzen , seinen linken zeigefinger übelst verletzt hat ...sh*t)

Gustaw
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Beitrag von Gustaw » So 19.Feb 2006, 20:03

Hallo Martin,

gegen das Vergessen hilft nur das stete Erinnern in Form von wiederholtem Einspielen eines Repertoires. Einige Stücke bleiben besser in Erinnerung als andere, vielleicht stellst du dir einen Plan auf, vielleicht Kärtchen mit dem Titel des Stücks, in Fächer täglich-wöchentlich-monatlich gesteckt (so lernt meine Tochter erfolgreich Latein). Wenn du's auswendig kannst, ein Fach zurück, sonst ein Fach vor. Stücke weglegen ist wohl nicht so angesagt, dann wäre die Lern-Mühe ja vergebens.
Mir fällt es leichter, die Stücke der Romantiker (Albéniz, Tárrega ...) auswendig zu behalten als z.B. die Bachs. Keine Ahnung, warum dies so ist, aber dann hilft halt nur vom Blatt spielen, geht aber auch nicht immer.

Gustaw
PS. Hinweis @Friedemann: du siehst, was selbermachen für Gefahren birgt ... :wink:

Eduard
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!!!

Beitrag von Eduard » So 19.Feb 2006, 20:20

Ich hake meine stücke erst ab, wenn ich sie perfekt spielen kann. dann kann man die eigentlich kaum verlernen :)

(tut mir leid mit deinem finger; hoffe, dass es besser wird)
:!:
Gruß Eddy
+++!Hauptsache der Metronom tickt weiter!+++

Cw;icw!

simon82
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Beitrag von simon82 » So 19.Feb 2006, 20:34

Hallo Fliegende Gitarre,

also wenn ich ein neues Stück begonnen habe, lege ich es frühestens erst wieder zur seite wenn ich den kompletten Fingersatz draufhabe , das Stück auswendig kann und einigermassen verstanden habe, worum es musikalisch geht.
Für mich ist es sinnvoll das stück dann ruhen zu lassen wenn man meint es so gut spielen zu können das man es voresrst nicht steigern kann.

Ich hab die erfahrung gemacht dass es besser ist sich nicht an speziellen technischen problemen festzubeissen . Und dass, wenn man das Stück nach längerer Zeit wieder aufgreift, man besser mit der Bewältigung dieser Probleme zurechtkommt.

Es ist meiner meinung nach wichtig immer ein ausgewogenes Repertoire verschiedener musikalischer Stile zu haben. Ich hab mal ne Zeit lang nur Bach gespielt und hatte dann auf einmal riesige Probleme mit Sor, wo oft das schnelle Umgreifen von Blockartigen Akkorden gefragt ist.

Ich hab halt keine Auftritte als Nicht-Profi finde aber, das man die Stücke realistischer vorbereitet und sich nichts vormacht wenn man ein Konzert vorbereitet.

Das sind meine persönlichen Erfahrungen, ich bin aber kein Gitarrenlehrer, und habe dieselben Probleme, mir ein vorspielbares, grösseres Repertoire zu erhalten (wie ich es bereits an andere Stelle schon mal erwähnt hatte)

Tschüss,
Simon
Gibts nicht geht nicht

aläx
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Beitrag von aläx » Di 21.Feb 2006, 0:16

Hallo

Ich würde mal behaupten, dass ich für einen Amateur ein relativ grosses Repertoire habe auf das ich zurückgreifen kann und auch auswendig spiele (so cirka eine Stunde).
Ich kann nicht genau sagen weshalb ich mir das eine Stück besser merken kann als das andere.
Wenn ich ein neues Stück lerne, dass ist natürlich auch mein Ziel es auswendig zu können.
Deshalb setze ich mir immer drei Stücke , die ich ab einem bestimmten Zeitpunkt auswendig spielen möchte und natürlich auch technisch im Griff habe.
Ich bin dann zufrieden wenn ich ein Stück dreimal hintereinander auswendig und technisch für meine Ansprüche spielen kann (das bedeuted, dass ich kleinere Fehler toleriere wenn sie nicht immer an der selben Stelle auftreten denn dann kann ich die Stelle halt nict und muss das noch üben).
Ab da hake ich das Stück fürs erste ab und suche mir neue Stücke.
Ich habe aber festgestellt, dass je schneller ich ein Stück lerne desto schneller verlerne ich es auch wieder zumindest was das Auswendigspielen betrifft.
Deshalb habe ich mich jetzt zu einer Methode entschlossen wie sie von Gustaw wohl in ähnlicher Form praktiziert wird.
In meinem früheren Studium der BWL habe ich eine Lernmethode gesehen und angewandt die auch hiet greift.
Wenn ich z.B. ein Stück auswendig kann dann spiele ich es jetzt immer mal wieder durch und wenn ich eine Lücke entdecke dann spiele ich das Stück halt zweimal durch. Mit der Zeit bleibt es im Gedächtnis und teilweise kann ich heute Stücke spielen die ich vor 10 Jahren gelernt habe und seither nicht mehr gespielt habe und das Ganze auch noch auswendig weil ich damals viel Mühe hatte und die Stücke deswegen mal gut gelernt habe.
Es gibt z.B. ein klassisches Stück mit Namen "Dee" vom Gitarristen (leider bei einem Flugzeugunglück verstorben) Randy Rhoads. Ich habe das Stück vor cirka 15 Jahren gelernt und dann den ganzen Tag gespielt und heute kann ich es immer noch abrufen.


tschau Aläx